Am 1. Mai 2017 trat das neue Lebensmittelgesetz in Kraft. Ebenfalls überarbeitet oder zum Teil neu erstellt wurden die Verordnungen im Bereich Lebensmittelrecht. Die Übergangsfristen laufen aus und es ist für die Produzenten wichtig, dass sie die aktuelle Gesetzgebung und die damit verbundenen Vorschriften kennen.

Die richtige Kennzeichnung

Vorverpackte Lebensmittel müssen für die Abgabe mittels Etikette gekennzeichnet werden. Die Angaben auf der Etikette sollen leicht lesbar und in unverwischbarer Schrift sein. Folgendes gehört zwingend auf die Etikette:

Sachbezeichnung: Es gibt rechtlich vorgeschriebene Sachbezeichnungen wie z. B. Konfitüre, Fruchtaufstrich und Sirup. Sobald eine solche Bezeichnung verwendet wird, muss der Zuckergehalt den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Zutatenverzeichnis: Der Begriff «Zutaten» muss immer vorangestellt werden. Die Zutaten müssen in mengenmässig absteigender Reihenfolge aufgeführt werden. Bei Zutaten, die in der Sachbezeichnung genannt werden, ist ein Hinweis zur Menge in Prozent zwingend.

Allergiepotenzial: Zutaten, die Allergien oder unerwünschte Reaktionen auslösen können, müssen hervorgehoben werden (z. B. fett gedruckt).

Haltbarkeit: Es gibt zwei Varianten.

  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum mit dem Wortlaut "mindestens haltbar bis …" 
  • Das Verbrauchsdatum für gekühlte Lebensmittel mit dem Wortlaut "zu verbrauchen bis …".

Produzent: Name oder Betrieb sowie vollständige Adresse.

Produktionsland: Sofern nicht aus der Adresse ersichtlich.

Alkoholgehalt: Bei mehr als 1,2% Alkohol muss die Angabe im selben Sichtfeld wie die Sachbezeichnung stehen, zum Beispiel Quitttenschnaps  40% Vol.

Nährwertdeklaration: Ist obligatorisch, ausser bei handwerklich hergestellten Lebensmitteln mit direkter Abgabe an Konsumenten oder lokale Lebensmittelbetriebe.

Menge: Waagen müssen amtlich geeicht sein, und die Menge muss in gesetzlichen Masseinheiten angegeben werden.

 

So stimmt das Etikett

Nachfolgend einige Angaben zur richtigen Kennzeichnung am Beispiel Butter-Bretzeli: Die allergenen Zutaten sind fett gedruckt. In der Sachbezeichnung wird die Butter genannt, deshalb muss diese mengenmässig deklariert werden. Beim Backen oder Einkochen gibt es Gewichtsverluste. Aus diesem Grund wird die Zutatenmenge mit der Gesamtmenge verrechnet. 

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Mit einer einfachen Formel kann der Anteil einer Zutat im Produkt berechnet werden: 

Die Menge der Zutat mal 100 geteilt durch die Gesamtmenge des Produktes ergibt den Anteil der Zutat im fertigen Produkt. 

In Zahlen heisst das: 
500 g Butter × 100: 1620 g Butter-Bretzeli = 30.86 das entspricht 31% Butteranteil.

Merkblatt dazu unter: www.strickhof.ch

 

Das gilt im Offenverkauf

Beim Offenverkauf können die Informationen mündlich erfolgen. Eine schriftliche Dokumentation mit Rezepten ist dabei hilfreich. Auch im Offenverkauf sind schriftliche Hinweise vorgeschrieben. Bei Allergenen muss schriftlich gut sichtbar darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Informationen beim Verkaufspersonal mündlich eingeholt werden können.  Beispielsweise wie folgt: "Lieber Kunde Informationen über Zutaten in unseren Produkten, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, erhalten Sie auf Anfrage bei unserem Verkaufspersonal." Die Informationen liegen dabei dem Personal schriftlich vor oder eine fachkundige Person kann sie erteilen.