Stiere wie Besucher sind herausgeputzt und das Publikum gewohnt breit vertreten, von urban bis urchig. Die Stumpen und Tabakpfeifen rauchen, die Handys und Kameras laufen heiss. Der Fall ist klar, es ist der 127. Zuchtstierenmarkt in Zug. Die männlichen Vertreter der Braunviehrassen ziehen Bauern wie Städter gleichermassen an, das Rahmenprogramm zielt auf Familien ebenso wie auf die feierfreudige Jugend oder geladene Ehrengäste.

Die Mister sind gekürt
Den Mittwoch erwarteten die Züchter aus allen Regionen mit Spannung, wurden doch die Stiere beurteilt und rangiert. Am Nachmittag lieferten sich die Kategoriensieger ein Schaulaufen im Ring, als es um die Wahl zum Mister oder Junior Mister Zucht- stierenmarkt Zug sowie den Betriebscup ging. Ein freudiger Jutzer war vom Eingang der Arena her zu vernehmen, als die Oberpreisrichter Josef Portmann und Stefan Hodel den Junior Mister Braunvieh erkoren: Samuel Trachsel aus Riggisberg BE freute sich herzhaft über den Sieg seines zweijährigen Big Star Bobby.
Der Junior Mister beim Original Braunvieh hatte kurz darauf einen weiteren grossen Auftritt: Jankovic Tom glänzte auch beim Betriebscup, wo die Gebrüder Winterberger mit ihrer ausgeglichenen OB-Gruppe den Sieg errangen. Die bekannten Züchter aus Meiringen BE waren mit ganzen sieben Stieren nach Zug gereist, sechs davon stammen aus dem gleichen Jahrgang.

Altmeister und Seriensieger
Der Einmarsch zu den Mister-Wahlen bei beiden Rassen liess es bereits erahnen; das Rennen machen könnten Altbekannte. Und so war es dann auch, trotz «enger Entscheidung», wie Stefan Hodel betonte. Der siebenjährige Koloss Glenn-Sohn Marc von Josef Kiser, Ennetmoos NW, überzeugte nach 2015 ein weiteres Mal. Karlo Kamilo im Besitz von Nicole und Pascal Scheuber aus Disentis GR wiederholte seinen letztjährigen Triumph vor seinem Stallgefährten Jubel Janka. «Kamilo ist für uns ein würdiger Titelverteidiger. Der Zweitplatzierte hat seine Zukunft noch vor sich, der nächste Stierenmarkt kommt auch wieder», begründete Stefan Hodel die Entscheidung.

ag

Ausführlicher Artikel in der BauernZeitung von Freitag, 8. September.

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