Die bisher bestehenden Hagelkarten beruhten auf älteren Daten und zeigten gemäss dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteo Schweiz zum Teil grosse Unterschiede. Angesichts der grossen Schäden, die jedes Jahr durch Hagelstürme in der Schweiz entstehen, habe es ein Bedürfnis nach einer einheitlichen, landesweiten Grundlage zur Gefährdungs-Beurteilung gegeben. Die neue Karte füllt nun diese Lücke.

Frei zugänglich und laufend erweitert

Die neue Schweizer Hagelkarte informiert über das örtliche Risiko für Hagelschäden, indem sie Auskunft gibt über Häufigkeit und Intensität dieser Wetterereignisse. Sie werde laufend erweitert und stehe allen Interessierten frei zur Verfügung. 

Es gibt je eine Karte für die Wiederkehrperiode 10, 20 und 50 Jahre. Sie zeigen jeweils, mit welcher Hagelkorn-Grösse in diesem Zeitraum ein Mal an einem Ort gerechnet werden muss. 

18 Jahre Daten

Da Hagel ein kleinräumiges Wetterphänomen sei, sei es schwer zu messen, schreibt Meteo Schweiz weiter. Eine landesweiter Erfassung von Hagelgewittern sei nur mit einem Netz von Radarstationen möglich, die alle fünf Minuten sämtliche Arten von Niederschlägen aufzeichnen. Für die Erstellung der neuen Hagelkarte hat man gemäss dem Bundesamt die Messungen von 40'000 Hagelereignissen aus den Jahren 2002 bis 2020 ausgewertet. Hinzukamen Hagelmeldungen aus der MeteoSchweiz-App und von 80 automatischen Hagelsensoren, die ebenfalls genutzt wurden. 

Besonders häufig in einzelnen Kantonen

  • Gemäss Meteo Schweiz gibt es in den Kantonen Tessin, Bern, Luzern und entlang des Juras am häufigsten Hagel.
  • Schweizweit falle im Durchschnitt 32 Mal pro Jahr Hagel mit einer maximalen Korngrösse von 2 cm Durchmesser, was etwa einem Einfränkler entspricht.
  • Vielerorts gebe es in der Schweiz alle 50 Jahre Hagelkörner mit mindestens 3 cm Durchmesser. 

Wertvoller Austausch verschiedener Akteure

An dem Projekt Hagelklima Schweiz waren laut Mitteilung mehrere Bundesämter, Gesellschaften, Stiftungen und Verbände beteiligt. So habe man Fachwissen aus der Praxis, der Verwaltung und der Forschung bündeln können. Ausserdem habe das Projekt Fachleute aus verschiedenen Bereichen zusammengebracht, was einen wertvollen Austausch ermöglicht habe.