Albert Rutz aus Sankt Pelagiberg TG hat knapp 100 Kühe, er produziert Käsereimilch. Er füttert seine Kühe mit einem 50% Anteil Frischgras in der TMR (Totalmischration). Diese Aufgabe übernimmt das Vector-Fütterungssystem von Lely. 

Das automatisierte Fütterungssystem hat gegenüber den herkömmlichen Mischwagen den Vorteil, dass sich der Vector mehrmals täglich frisch befüllt. Daher ist der hohe Frischgras-Anteil kein Problem: Das Futter kann auch mit einem hohen Frischgras-Anteil nicht warm oder schleimig werden, denn die Kühe bekommen über den Tag verteilt mehrmals frische Rationen vorgesetzt. 

Es bleibt schmackhaft und frisch. Im herkömmlichen Mischwagen werden die Rationen nur ein- oder zweimal täglich aufbereitet, daher ist der Einsatz von Frischgras nicht möglich: Das Futter würde schlecht werden.

«Die Ruhe ist gewaltig, da springt keine Kuh mehr»

Mit einer Herdengrösse von 100 Kühen ist klar, dass die Fütterung ein zeit- und arbeitsintensiver Prozess ist, der täglich wieder von Neuem anfällt. Aber auch für die Kühe ist das automatisierte Fütterungssystem willkommen: In regelmässigen Abständen gibt es frisches Futter, das immer gleich gemischt ist. 

Das heisst auch, dass die Herde ruhig bleibt – die rangniedrigen Kühe kommen nicht zu kurz, da es kein Gerangel mehr am Futtertisch gibt. «Die Ruhe ist gewaltig, da springt keine Kuh mehr», sagt Albert Rutz. «Da es überall auf dem Futtertisch das gleiche Futter hat, ist es komplett anders als früher, als das Gras direkt nach dem Eingrasen im Tenn verteilt wurde.» So ist nicht nur die Ruhe, sondern auch der Nährzustand seiner Herde insgesamt besser geworden.

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Warum noch eingrasen?

Als Käsereibetrieb fällt für Albert Rutz die Option der Silagefütterung weg. Die Mischration von Rutz setzt sich, neben dem 50 %-Frischgras-Anteil, aus Luzerne und Heu zusammen. «Dadurch, dass wir auf unserem Betrieb über 1500 Hochstammobstbäume haben, gibt es viel Fläche, die nicht mit allen Futtererntemaschinen befahren oder geweidet werden kann. Dazu haben wir auch noch viele kleinere Parzellen, unser Hof ist nicht arrondiert», erklärt er seine Gründe, um Einzugrasen. 

Für die TMR sei es jedoch umso wichtiger, die Regeln zum Eingrasen gut zu beachten und das Futter nicht zu nass zu mähen und darauf zu achten, dass es nicht verdreckt wird, etwa durch Mäusehaufen. 

Er ist mit seinem System, der TMR, frisches Gras beizufügen, bereits in der zweiten Saison, es hat sich gut bewährt. «Für einen ruhigeren Sonntag kann ich auch mal am Samstagnachmittag genug eingrasen, so reicht es bis am Montagmorgen.»

Günstiger produzieren mit Frischgras

Grundsätzlich kann jedes automatisierte Fütterungssystem mit Frischgraskomponenten eingesetzt werden. Dieses System eignet sich nicht nur für Käsereimilch-Betriebe, auch Silobetriebe könnten so Geld sparen. 

Marcel Schwager von Lely erklärt die Rechnung folgendermassen: Sowohl das Silieren als auch das Herstellen von hochwertigem Belüftungsheu kostet Geld, umso mehr, je mehr Arbeiten vom Lohnunternehmer übernommen werden. 

Seine Berechnungen gehen davon aus, dass, je nach Herdengrösse, bis zu 50 Franken täglich eingespart werden könnten, wenn Frischgras statt Silo verfüttert würde. Der Vector muss dafür nicht aufgerüstet werden. Das Einzige, das beachtet werden müsse, sei, dass die Messer regelmässig frisch geschliffen werden. 

Albert Rutz nimmt die Messer im Schnitt alle drei Wochen für einen frischen Schliff heraus. In der Futterküche achtet er darauf, dass kein Frischgras liegen bleibt.