Farb- und Stilberaterin Lukretia Candreja aus Ilanz GR empfiehlt, «einfach mal so richtig den Kleiderschrank aufzuräumen». 

Ihr eigener Kleiderschrank ist picobello aufgeräumt und übersichtlich, ihr Schuh- und Handtaschenregal ein Frauentraum. Obwohl – eigentlich würde man einen viel grösseren Kleiderschrank erwarten, mit viel mehr Kleidern und Accessoires. Candreja weiss ganz genau, wie es geht und «mistet» ihren Schrank mindestens zweimal jährlich aus. Sie macht dies im Frühjahr und Herbst, so hat es immer Platz in ihrem Schrank.

 

Struktur beibehalten

Jetzt, wo viele Menschen wegen des Coronavirus ganz oder häufig zu Hause bleiben, ist es wichtig, etwas fürs Wohlbefinden zu ­machen. Darum empfiehlt Lukretia Candreja, die gewohnten Strukturen beizubehalten.
Es sei wichtig, sich jeden Morgen wie üblich zurechtzumachen. «Stellen Sie sich vor, es klingelt an der Haustüre und Sie müssen öffnen. Dann sollte man nicht im Pyjama dastehen.» Ausserdem, so meint sie, fühle man sich hübsch angezogen und zurechtgemacht gleich viel besser.

Weitere Informationen: www.verevita.ch

 

Den Aufwand nicht unterschätzen

Aufräumen hat für Lukretia Candreja etwas Meditatives und wie sie sagt, tue es sehr gut, denn irgendwie mache man während des Ausmistens auch Ordnung im Leben. Somit wäre jetzt also der ideale Zeitpunkt dafür. «Wir brauchen jetzt Normalität, und Aufräumen tut uns gut», so Candreja. 

Doch die modeaffine Frau warnt auch: «Man darf den Aufwand nicht unterschätzen. Um mit allen Kleidern, Schuhen und Taschen Ordnung zu schaffen, braucht man je nachdem reichlich Zeit.» 

Drei Kleiderstapel machen

Beim Kleiderschrank aufräumen kann man laut Lukretia Candreja verschieden vorgehen. Je nachdem, wie viele Kleider man besitzt und wie viel Zeit man zur Verfügung hat: 

  • Man kann den ganzen Schrank ausräumen und neu ordnen.
  • Man ordnet nur die Blusen und Pullover. 
  • Ein anderes Mal sind dann Shirts, Hosen oder Jacken an der Reihe. 

Die Aufräum-Expertin empfiehlt, die Kleider aus dem Schrank zu holen und nach Art der Kleidungsstücke zu ordnen. Jeden dieser Stapel sortiert man dann nacheinander wiederum in drei Stapel: 

1. Stapel: Sachen, die weg können, d. h. entweder entsorgen, verschenken, in den Kleidersack oder zum Secondhand-Shop.

2. Stapel: Sachen, die man mag und die einem gut passen, also Lieblingsstücke. 

3. Stapel: Teile, die man nur eventuell behalten möchte.

Während man den zweiten Stapel mit den guten Sachen wieder in den geputzten Schrank einordnet, sollte man sich mit dem dritten Stapel intensiv beschäftigen. 

Im Keller zwischenlagern

Kleider, die man schon lange nicht mehr getragen hat, kann man wieder einmal probieren. Falls einem ein Teil doch noch gefällt und gut passt, geht es  zurück in den Schrank. Wenn man unsicher ist, legt man das Kleidungsstück in eine Schachtel, die man dann für einige Zeit im Keller verstaut. Laut Lukretia Candreja sollte man die Schachtel jedoch unbedingt nach einigen Wochen oder spätestens zur nächsten Saison nochmals hervorholen und dann die Kleider definitiv sortieren. Was man bis dahin nicht vermisst habe, könne mit gutem Gewissen entsorgt werden. 

Sie selbst bringt solche Kleider in einen Secondhandladen: «Jemand anders hat ja vielleicht Freude damit!» Ihre Kleider sortiert sie logischerweise nach Farben oder Muster in den Schrank. Für eine gute Übersicht sorgen Schubladen, Schachteln oder auch das Versorgen nach den Prinzipien von Marie Kondo, der japanischen Meisterin des Aufräumens.