Wie schütze ich mich vor übergärenden Heustöcken und Grossballen?

Das Dürrfutter ist eingebracht. Übergärendes Lagergut kann sich im schlimmsten Falls selbst entzünden. Versicherungen bieten entsprechende Zusatzdeckungen bei Schäden an.

Viele Bauern haben mittlerweile einen grossen Teil des Dürrfutters für ihre Tiere geerntet. Das Lagergut kann aber schnell übergären und sich schlimmstenfalls selbst entzünden, wenn der Feuchtigkeitsgehalt im Heu, Emd oder Stroh zu hoch ist. So können sich Heustöcke trotz Heubelüftungsanlagen immer wieder erwärmen. Wird das Futter zu Ballen gepresst und dicht gestapelt, ist die Gefahr noch grösser. Nicht nur offen eingebrachtes Dürrfutter, sondern auch Klein-, Quader- und Rundballen bergen dieses Risiko.

Versicherung bietet Schutz vor Schäden

Übergärende Heustöcke und Grossballen sorgen auch bei der Mobiliar jedes Jahr für Schadensmeldungen. Entsprechend ist es wichtig, sich vor diesem Risiko zu schützen. Viele Versicherungen, auch die Mobiliar, bieten eine entsprechende Zusatzdeckung an. Glücklicherweise führt nicht jede Übergärung zu einem Brandschaden. Der Nährstoffgehalt des Dürrfutters wird durch die Erhitzung jedoch stark vermindert. Diesen Minderwert entschädigt die Mobiliar, wenn die Deckung für Übergärungsschäden an Heu, Emd und Stroh in der Betriebsversicherung eingeschlossen ist.

Bei Bränden werden Feuerwehrkosten nicht in Rechnung gestellt

Besonders hohe Kosten können entstehen, wenn der Heustock von der Heuwehr der Feuerwehr gekühlt oder gar ausgeräumt werden muss. Bei Bränden werden die Kosten der Feuerwehr grundsätzlich nicht in Rechnung gestellt – im Gegensatz dazu dürfen Heuwehreinsätze verrechnet werden. Die Zusatzdeckung in der Betriebsversicherung vergütet bis zum Erreichen der vereinbarten Versicherungssumme neben dem Futter auch die Räumungs- und Entsorgungskosten.

Übergärung des Dürrfutters vorbeugen

Um Übergärungen des Dürrfutters vorzubeugen, ist es wichtig, dieses während mindestens sechs Wochen sehr gut zu beobachten und ein- bis zweimal pro Woche zu kontrollieren. Zum Beispiel auf starke Geruchsentwicklung, eingesunkene Stellen oder Schwitzen an der Oberfläche. Bei eingeschalteter Heubelüftung barfuss über den Stock gehen, lässt spüren, wo das Dürrfutter noch feucht ist oder keine Luft durchkommt.

Ebenso sind regelmässige Temperaturmessungen wichtig. Temperaturen bis 50°C sind unbedenklich. Bei 45°C während mehr als drei Wochen ist jedoch Vorsicht geboten. Bei Temperaturen von über 50°C muss täglich gemessen und bei über 55°C die Feuerwehr informiert werden. Ab 70°C besteht akute Selbstentzündungsgefahr und die Feuerwehr muss sofort alarmiert werden. Wichtig ist, dass Sie die Feuerwehr frühzeitig informieren, wenn Sie merken, dass das Futter zu heiss wird.

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