Vom 23. Juli bis zum 23. August spricht man in der Meteorologie von den sogenannten Hundstagen, diese gelten als die heisseste Zeit des Jahres. Oft werden während dieser rund vier Wochen in Europa die höchsten Temperaturen des Jahres gemessen.
Die Namensgebung dieser Zeit geht ins Griechische zurück, denn auch in Griechenland ist und war von Mitte Juli bis Mitte August die heisseste Zeit des Jahres. Zugleich war vor rund 2000 Jahren um den 20. Juli herum der «heliakische Aufgang» (zur aufsteigenden Sonne gehörend, Red.) des Sterns Sirius im Sternbild des Grossen Hundes zu beobachten, womit eben die Hundstage anbrachen. Heute erfolgt der heliakische Aufgang des Sirius später.
Schon früher im Sommer heisse Tage
Oft wurden aber in den letzten Jahren die Hitzerekorde nicht während dieser Zeit der Hundstage gemessen. Meist wurden die höchsten Temperaturen bereits vor dem 23. Juli registriert. Auch in diesem Jahr kann man sich nur schwer vorstellen, dass es nach bereits zwei Hitzewellen – eine im Juni und eine Mitte Juli – und eigentlich auch sonst sommerlichen Höchsttemperaturen noch heisser werden soll.
Denn der Juli legte sich temperaturmässig nach den kräftigen Gewittern anfangs des Monats richtig ins Zeug. Ab dem 5. Juli stellte sich eine lang anhaltende Hochdruckphase ein. Anfangs wurden im Norden die Temperaturen durch die Bisenströmung etwas gedämpft, im Wallis und im Tessin hingegen stiegen die Höchstwerte bereits bis gegen 30 Grad.
Rekordverdächtige Hitze
Ab Mitte des Monats wurde dann auch auf der Alpennordseite die 30-Grad-Marke geknackt. Im Westen und im Süden blieb es praktisch bis am 26.7. heiss mit Höchstwerten von deutlich über 30 Grad. Im Norden wurde es ab dem 17.7. für mehrere Tage verbreitet sehr heiss. Auf der Alpennordseite gilt bisher der 19. Juli als der heisseste Tag dieses Jahres. Dabei lagen die Höchstwerte verbreitet zwischen 33 und 35 Grad, am heissesten war es in Genf-Cointrin mit 38,1 Grad.
Ab dem 20. Juli wurde es im Norden dann auch zunehmend feucht und somit «düppig» und das führte dann am besagten 20. Juli vor allem am Nachmittag und Abend zu teils kräftigen Gewittern. Nicht nur in den tiefen Lagen stiegen die Temperaturen an, auch in der Höhe war es warm. So gab es am 25. Juli einen neuen Rekord der Nullgradgrenze. Diese wurde in Payerne durch die Sondierung mittels Wetterballon auf einer Höhe von 5184 Metern festgestellt; es ist die höchste gemessene Nullgradgrenze seit Messbeginn mittels Wetterballon seit 1954.
Folgt bald eine Abkühlung?
Bereits diese Woche steigen die Temperaturen beidseits der Alpen erneut für mehrere Tage auf über 30 Grad. Der heisseste Tag der Woche ist mit grösster Wahrscheinlichkeit der Donnerstag mit erneuten Höchstwerten zwischen 33 und 35 Grad. Danach liegt die Schweiz am Südrand des Hochs über den Britischen Inseln, was im Norden eine Bisenströmung zur Folge hat. Die Temperaturen werden gedämpft und allgemein liegt etwas mehr feuchte Luft über dem Alpenraum. Somit gelangt die Schweiz in eine etwas unbeständigere Phase mit sommerlichen Höchsttemperaturen um 25 Grad.
Eine weitere Hitzewelle im Anmarsch
Die Modelldaten zeigen aber auch bereits eine nächste mögliche Hitzephase. Mitte August entwickelt sich möglicherweise ein Tief vor der portugiesischen Atlantikküste, somit kann sich über dem mitteleuropäischen Raum ein Hochdruckrücken aufbauen. Dieser Rücken sorgt dann während mehrerer Tage für sonniges und eben auch wieder für heisses Wetter. Das Schwitzen in der Schweiz scheint also noch nicht vorüber zu sein.
Ob sich diese Wetterlage so ausbilden wird, wie hoch die Temperaturen dann wirklich steigen werden und ob es in dieser möglichen Hitzewelle zu neuen Temperaturrekorden kommen wird, bleibt abzuwarten. Zwischen dem 20. und 24. August beendet meist eine Kaltfront die Hundstage und somit auch den Hochsommer in der Schweiz. Damit wäre auch die Saison für kräftige Gewitter beendet.

