Keine lärmenden und stickenden Notstromaggregate mehr, Wasser im «Überfluss» und ein Natelempfang, der funktionieren sollte – das Projekt «Erschliessung der Alp Ueschinen» in Kandersteg ist abgeschlossen. Eingeweiht wurde das Projekt letzten Freitag im Restaurant Lohner bei der Familie Samuel und Ursula Künzi. Nicht nur die Alpkorporation Ueschinen ist jetzt mit Strom, Wasser und Natelempfang erschlossen, auch drei weitere Privatalpen waren am Projekt beteiligt.
Erfolgreich beendet
«2013 haben wir erstmals über das Projekt diskutiert und jetzt dürfen wir es als erfolgreich beendet erklären», sagt Hans Rösti, Präsident der Alpkorporation Ueschinen. Nicht nur das Alpreglement musste damals geändert werden auch die Älplerinnen und Älpler, welche im Ueschinen-Tal z Bärg gehen, mussten zuerst vom Projekt überzeugt werden.
«Für die Stromerzeugung hatten einige Alpbetriebe schon eine eigene Solaranlage oder ein Notstromaggregat in Betrieb und sahen es deshalb als überflüssig an eine zusätzliche Stromleitung zu ziehen», hält Rösti fest. Die Energie- wie auch die Wasserversorgung waren immer Privatangelegenheit. Was dazu führte, dass Strom von Solaranlagen und Generatoren sowie Wasser aus diversen Quellen entnommen wurde.

Die Kosten im Griff
Der Knackpunkt war für die Alpschaft Ueschinen auch das Budget von über 2,1 Millionen Franken. «Bund, Kanton und private Geldgeber (Licht- und Wasserwerk Kandersteg (LWK), das Kraftwerk Kander/Alp (KKA) sowie die Berghilfe und Alpinfra) haben fast 74 Prozent der Kosten übernommen. Den Rest haben die Älpler und die Alpkorporation Ueschinen beglichen. «Die Kosten, welche auf jedes Senntum kamen, waren mit 5000 Franken und 100 Franken pro Kuhrecht sicher nicht zu unterschätzen», so Albert Rösti. Damit die Finanzen aber immer im Lot blieben, dafür war der Grossrat und Alpbestösser Ernst Wandfluh zuständig. «Am Anfang hatten viele Bedenken, dass wir die Kosten des Projekts nicht stemmen könnten», sagt er. Denn zuerst habe man mit 1,8 Millionen Franken gerechnet, schlussendlich wurden es 2,1 Mio Fr..
Grosse Unterstützung
«Wir hatten aber immer grosse Unterstützung von unserer regionalen Bank», bilanziert Ernst Wandfluh. Auch Albert Rösti hat nur lobende Worte übrig, vor allem auch gegenüber den Behörden und Ämtern, die immer nach dem Willen der Alpkorporation kooperierten.

Stromnetz wurde übergeben
Das Stromnetz wurde nun dem Licht- und Wasserwerk Kandersteg (LWK) übergeben. «Den Strom bezahlen aber die Bezüger selber. Der Unterhalt wird vom LWK gemacht», so Albert Rösti. Das Leitungsnetz ist rund 9,2 Kilometer lang. So wurde von der Transformatorenstation Alpbach eine Leitung beim Restaurant Lohner verlegt. Von dort wird das Verteilnetz betrieben, welches insgesamt sieben Verteilkabinen umfasst. Der letzte Verteilerkasten steht auf fast 2000 m ü. M. unterhalb von Längenböden.
Jetzt noch die Natelantenne
Die Alp Ueschinen zählt mit 389,5 Kuhrechten zu einer der grössten Alpen in der Schweiz. Rund 500 Stück Vieh und 550 Schafe werden dort gesömmert. In über 34 Alphütten verbringen rund 20 Älplerfamilien den Sommer im Ueschinental. Seit dem letzten Sommer sind alle Alpen mit Strom erschlossen. Ende dieses Jahres soll nun auch noch die neue Natelantenne in Betrieb genommen werden.

