Für Fans der SRF-Fernsehsendung «Landfrauenküche» hat das Warten ein Ende. Denn die Jubiläumsstaffel startet Ende Oktober. Am bewährten Konzept: sieben Landfrauen aus verschiedenen Kantonen, sieben Menüs und sieben unterschiedliche Geschichten, wird festgehalten. Ab dem 30. Oktober 2026 kocht um 20.05 Uhr auf SRF 1 jede Woche eine der Teilnehmerinnen für ihre Mitstreiterinnen. In der Finalsendung vom 18. Dezember wird dann die Siegerin gekürt.
Die BauernZeitung ist auch in diesem Jahr ganz nah mit dabei. Wir besuchen die Kandidatinnen zuhause und erstellen Porträts sowie Videos. Daneben präsentieren wir die Rezepte der jeweiligen Menüs. Und auch der Wettbewerb, bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gibt, darf nicht fehlen.

«Der Garten gibt das Menü vor»
Was Claudia Kilchmann für ihre fünf Kinder und ihren Mann Hansruedi auf den Tisch zaubert, bestimmt der Garten. Die 39-Jährige ist ausgebildete Tierarztpraxisassistentin und Fachfrau Gesundheit. Heute arbeitet sie in Vollzeit auf dem Milchviehbetrieb in Obernau LU mit 90 Tieren. Zudem hat sie sich ein zweites Standbein aufgebaut: Einmal in der Woche backt sie auf Bestellung frisches Brot, Züpfe oder Gipfeli. Die Backwaren vermarktet sie über das Instagramprofil @landfieber. Dort zeigt sie ganz ungeniert ihr Leben – ihre Kuh beim Kalben oder ihre Kinder beim Mosten. «Heute ist die Distanz zur Landwirtschaft gross. Deshalb will ich einen Einblick geben.»

Bauern auf der Glarner Sonnenterrasse
«Meine Tochter Cornelia, die in ihrer Ausbildung zur Köchin steckt, hat mich zur Landfrauenküche angemeldet», gesteht die fünffache Mutter. Margrit Streiff führt gemeinsam mit ihrem Mann Köbi (59) im autofreien Bergdorf Braunwald GL einen Milchwirtschaftsbetrieb. Die Milch der 20 behornten Original-Braunen wird im Winter via Zahnradbahn zur Verarbeitung ins Tal gefahren, im Sommer übernimmt Margrit Streiff das Käsen auf der Alp selbst. «Mich reizte andere Landfrauen und Betriebe kennenzulernen, auch wenn die Anfahrt von uns oben überallhin ziemlich umständlich ist», verrät die gebürtige Flachländerin ihre Motivation.

Zwischen Alp, Betrieb und Klinik
Ihre drei Kinder hätten schon lange «gstürmt», dass sie sich anmelde, verrät Sonja Rutz. Und dies, obwohl sie und ihr Mann gleich häufig am Herd stehen und damit ein für die Landwirtschaft eher ungewöhnliches Rollenmodell leben. Hoch über Küssnacht am Rigi SZ liegt der Betrieb der Familie Rutz, direkt unterhalb der Alp, die sie im Sommer als angestellte Älpler bewirtschaften. Dort bietet die gelernte Pflegefachfrau mit ihren Lamas regelmässig Trekkings an. Während der Sommermonate pendelt sie zwischen der Alp und dem heimischen Betrieb, wo sie die übrigen Tiere versorgt. Im Winter arbeitet Sonja Rutz auswärts als Krankenschwester.

Fürs Haus zuständig
«Bei uns gibt es täglich Fleisch», verrät Monika Kern. Die Thurgauerin aus Amlikon-Bissegg kocht jeweils mittags richtig und rechnet dafür genügend Zeit ein. Zusammen mit ihrem Mann und den vier Kindern lebt sie auf einem Betrieb mit 65 Milchkühen, 100 Zuchtschweinen und 12 Mutterkühen. Zum Zuständigkeitsbereich der gelernten Innendekorateurin gehören vor allem das Haus und ein prächtiger Bauerngarten. Die «Landfrauenküche» habe sie schon immer fasziniert, erzählt die 36‑Jährige. Angemeldet hat sie schliesslich ihr Mann. Erste Erfahrungen im Rampenlicht konnte sie bereits vor 11 Jahren während ihrer Amtszeit als Thurgauer Apfelkönigin sammeln.

Der Rollentausch gefällt ihr
Viel Kaffee. Dazu weisse «Pünktlini» überall, an Kleidung, Dekorationsgegenständen, dem Briefkasten. Und viele Herzen. Diese drei Dinge gehören zum Leben von Angélique Bapst wie das Atmen. Mit ihrem Mann Manuel und den vier Kindern lebt die 36-Jährige auf einem Milchwirtschaftsbetrieb in Oberschrot im Kanton Freiburg. Sie führt eine Bauernhofspielgruppe und ist täglich im Stall anzutreffen. Wenn ihr Mann auswärts arbeitet, ist die lebensfrohe gelernte Reiseberaterin abends für das Melken zuständig. Das macht sie gerne. Als Ausgleich macht sie sich auch mal schick und verbringt Zeit in der Stadt Bern. «Ich mag die verschiedenen Rollen», sagt sie dazu.

Kürbis-Vielfalt und Spiritualität
Miriam Bienz ist Quereinsteigerin in der Landwirtschaft. Die 47-Jährige, Tochter italienischer Eltern, lernte Damenschneiderin und arbeitete später bei Swisscom als Teamleaderin. Heute lebt sie mit ihrem Mann Peter auf einem Hof in Gerzensee BE, wo sie Mutterkühe halten und rund 80 Kürbissorten anbauen. Die an Spiritualität interessierte Bäuerin begleitet Frauen, Jugendliche und Paare in persönlichen Entwicklungsprozessen. In ihren Hoftreff-Angeboten verbindet sie landwirtschaftliche Erfahrung mit Persönlichkeitsarbeit und innerer Führung. Ihr Anliegen: Trotz hoher Arbeitsbelastung sollen Körper, Seele und Lebensfreude nicht zu kurz kommen.

Staffel 20
Folge 7
Mirjam Leuenberger
2026
Copyright: SRG SSR/Marion Nitsch (Bild: SRG SSR/Marion Nitsch)
Polizistin in der Besenbeiz
«Kochen ist eigentlich nicht mein Hobby», sagt Mirjam Leuenberger, 41. Die Polizistin aus Gelterkinden sucht Herausforderungen – und die Landfrauenküche ist für sie genau das. So wie der Spagat zwischen dem Berufsleben als Polizistin in Teilzeit und dem Alltag als junge Mutter auf dem Hof Aerntholden, den ihr Mann Stephan bewirtschaftet. Gemeinsam haben sie zwei kleine Kinder. Während der Corona-Pandemie entstand eine weitere Aufgabe: Am Standort einer alten Scheune richteten die beiden ein Besenbeizli ein. Heute ist das «Leuebärgli» ihr eigener Bereich und hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. wap

