Die Urnerinnen fragten sich an der GV: Was ist eigentlich normal?

Die Urner Bäuerinnen freuten sich über eine «normale» Zusammenkunft. Die letzte GV fand 2019 statt, während der Pandemie wurde schriftlich kommuniziert.

Die Generalversammlung der Urner Bäuerinnen war gut besucht. Der Vorstand sowie die Gäste freuten sich, wieder im normalen Rahmen zusammenzukommen. Doch was heisst schon normal? Dieser Frage widmete sich Präsidentin Margrith Gisler in ihrer Eröffnungsrede. Ihr Sinnieren: «War denn die letzte GV vor Ort im Jahr 2019, als es schneite und viele nicht kommen konnten, normal? Was ist eine normale Bäuerin? Bin ich normal?», sorgte für Lacher im Saal.

Kaum Mitgliederschwund

Wie bei anderen Verbänden mussten die letzten Generalversammlungen schriftlich abgehalten werden, doch die Freude über die vielen positiven Rückmeldungen per Post linderten die Wehmut. Neu soll die GV jährlich stattfinden, so spare man Zeit und Informationen sind auf dem neusten Stand, meinte Gisler.

Nach 19 Austritten und 15 Neueintritten zählen die Urner Bäuerinnen aktuell gegen 460 Mitglieder. Gisler freute sich, dass sie keinen grossen Mitgliederschwund verzeichnen musste über die letzten Jahre. Das dürfte so bleiben. Die Präsidentin begrüsste die drei neuen Vorstandsmitglieder Helen Ziegler aus Flüelen, Erika Imholz aus Isenthal und German Betschart aus Schattdorf. Sie machen den zehnköpfigen Vorstand komplett.

Beisammensein wichtig

Geselligkeit wird bei den Urner Bäuerinnen grossgeschrieben. Es sei wichtig, Anlässe für Bäuerinnen zu organisieren, um den Alltag und die Arbeit für ein paar Stunden vergessen zu können. Ideen für zukünftige Events würden gerne entgegengenommen.

Dass in den letzten beiden Jahren nicht viel zusammengesessen wurde, zeigt sich auch in der Jahresrechnung. Diese ist in einem leichten Plus, da viele Versammlungen abgesagt und dank Online-Aktivitäten Spesen gespart wurden. Weiter verfügen die Urner Bäuerinnen über ein Weiterbildungs- und Sozialkonto. Das Geld auf dem Sozialkonto ist für Bäuerinnen in finanzieller Not gedacht. Hervorzuheben sei, dass es in den letzten Jahren stets gute Abschlüsse gab. Gerne geben die Urner Bäuerinnen den aktiven Mitgliedern etwas zurück, in dem sie Kurse oder Reisen etwas günstiger anbieten.

Der Haushaltsservice der Urner Bäuerinnen konnte auf ein weiteres erfolgreiches Jahr zurückschauen. Mitglied der Geschäftsleitung, Annalies Arnold, freute sich über die grosse Wertschätzung der Kunden für die Arbeit. Sie betonte, dass der Haushaltsservice seit 2005 stetig wächst. Und das rein nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda, gross Werbung werde nicht gemacht. So laufen momentan ungefähr 500 Daueraufträge, dazu kommen Bau- sowie Endreinigungen. Mittlerweile sind 92 Frauen angestellt, das macht 18 Vollzeitstellen. 37 der beschäftigten Frauen haben einen bäuerlichen Hintergrund.

Bäuerinnen im Schaufenster

Auch erfreulich waren die Abschlüsse der Bäuerinnen an der Bäuerinnenschule Gurtnellen. Veronika Arnold, Regina Furger, Lydia Kempf und Daniela Loretz haben erfolgreich die Ausbildung zur Bäuerin FA abgeschlossen.

Weiter bedankte sich die Präsidentin bei Edith Gisler, die im letzten Jahr die Website der Urner Bäuerinnen sowie das Layout des Jahresprogramms auf Vordermann brachte. Anerkennung erhielten auch Erika Arnold und Andrea Herger. Arnold präsentierte 2021 in der «Landfrauenküche» ihre Kochkünste und Herger zeigte in der Sendung «z Alp» spannende Einblicke in ihr Leben. Die beiden Bäuerinnen tragen mit ihren öffentlichen Auftritten einiges zur Imagepflege der Landwirtschaft bei, erklärte Margrith Gisler.

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