Aus 54 für den Prix Montage der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) und der Schweizer Berghilfe eingereichten Projekten hat die Jury unter der Leitung von Bernhard Russi deren sechs nominiert. Sie überzeugten in den Kriterien Wirtschaftlichkeit und Modellcharakter am besten und wiederspiegeln die unternehmerische Vielfalt im Berggebiet, freuen sich die Verantwortlichen. Allen Projekten gemeinsam sei ein starkes Konzept und, dass sie ihren ganz individuellen Beitrag zur Stärkung der Bergregion leisten.

Sie können mitbestimmen

Während der Prix Montagne selbst mit 40'000 Franken dotiert ist, sind beim Publikumspreis 20'000 Franken zu gewinnen. Letzteren stiftet die Mobiliar Genossenschaft und er wird via Online-Abstimmung vergeben. Ab sofort und bis am 18. August können Sie unter den sechs Nominierten für Ihren Favoriten abstimmen.

Folgende Projekte stehen für den Publikumspreis und den Prix Montagne zur Auswahl:

Bergkäserei Aschwanden, Seelisberg UR

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In der dritten Generation wird in der Bergkäserei Aschwanden die Milch von 31 Bergbauern aus der Region verkäst. Trotz der langen Tradition bleiben die Käser offen für Neues und haben ein Online-Chäslädeli aufgebaut. In Zukunft soll die Produktion z. B. dank eigenem Solarstrom von fossilen Brennstoffen unabhängig werden.  

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Casa del Tè, Ascona TI

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Katrin Lange, Corinne und Tobias Denzler betreiben auf dem Monte Verità im Kanton Tessin die einzige Teeplantage der Schweiz. Sie trägt den Namen Casa del Tè und liefert die Basis für verschiedene Teesorten – obwohl es sich jeweils um dieselbe Pflanze handelt: Es kommt auf die Verarbeitung an. Für die Zukunft ist in Zusammenarbeit mit lokalen Bauern eine Ausdehnung der Teeproduktion geplant. Dabei wächst auch die Produktpalette, etwa um ein Digestiv aus Grüntee.

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Puralpina-Naturprodukte, Frutigen BE

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Das bekannteste Produkt aus dem Hause von Puralpina ist die Murmeli-Kräutersalbe. Ihren Anfang nahm die Herstellung von Naturkosmetik im bernischen Frutigen in einem Kuhstall, noch heute werden nur natürliche und wenn möglich regionale Zutaten verwendet. So kommen etwa statt Aloe Vera Berg-Hauswurz, statt Palmöl Tannenharz und Bienenwachs anstelle von Kokosöl in die Tiegel. Beim Murmeltieröl für die berühmte Salbe handle es sich um ein Nebenprodukt der Jagd – ausnahmslos auf Schweizer Boden.

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Kinderkrippe Canorta Igniv, Illanz GR

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Der Verein «Canorta Igniv», auf Deutsch «Kinderkrippe Vogelnest», betreibt nach einer pädagogisch und wirtschaftlich erfolgreichen Aufbauzeit drei Kinderkrippen in der bündner Surselva. Anfangs war es ein Pionierprojekt, das mittlerweile Betreuungsplätze für 134 Kinder bietet. Künftig soll das Angebot auch aufs Wochenende ausgedehnt werden.

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7Peaks Brasserie, Morgins VS

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Das Ziel der 7Peaks Brasserie ist hoch gesteckt: Man will das beste Bier der Welt herstellen. Vorab ist es sicher ein Bier aus biologischen Zutaten, produziert mit optimiertem Energieverbrauch und lokalen Vertriebswegen. Das Unternehmen bietet die einzige Lehrstelle zum Braumeister im Kanton Wallis an und plant für 2030 ein komplett klimaneutrales Bier.

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Palp Festival et Village, Bruson VS

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Das Festival will mit Konzerten, Ausstellungen und kulinarischen Anlässen die Traditionen und das kulturelle Erbe der Berggebiete wieder aufleben lassen. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Walliser Bergregionen zu vereinen und ein kulturelles sowie touristisches Zentrum unter dem Namen Palp Village aufzubauen. Man möchte einen Tourismus der etwas anderen Art fördern.

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Die Preisverleihung des Prix Montagne findet am 6. September 2022 in Bern statt.