Herbstzeit ist Maiszeit. Und nachdem der Mais geerntet ist, bleiben nur noch die Stoppeln übrig. Damit aber Maiszünsler nicht darin überwintern können, gilt es, diese Stoppeln entweder mit dem Pflug einzuarbeiten oder zu mulchen. Nun gibt es eine neue technische Lösung dazu. Ein Maisgebiss mit integriertem Mulcher. Eines der ersten solchen Gebisse mit dem Namen Stalkbuster ist auf dem Betrieb der Lohnunternehmung Röthlisberger in Rüegsau BE im Einsatz.
Luftdruck führt Mulcher
Diese neuste Anschaffung wollte Beat Röthlisberger seinen Kunden vorführen. So trafen sich am Donnerstagabend vor zwei Wochen, kurz vor Sonnenuntergang zahlreiche Landwirte und andere Interessierte auf dem Otzenberg.
Den Maishacker John Deere 8300i kaufte Röthlisberger schon vor einem Jahr, und nun ist endlich auch noch das neue Gebiss dazu gekommen. Röthlisberger sagte zu den Zuschauern: «Ich dachte schon lange, man sollte die Maisstängel direkt mulchen können beim Hacken». Sie hätten sogar schon selber etwas bauen wollen, doch nun kommt die Lösung ab Stange von der Firma Kemper. Hinter jeder Maisreihe ist ein Mulcher. Diese werden einzeln mit Luftdruck auf dem Boden geführt. Und tatsächlich, nachdem der Maishacker über die Reihe gefahren ist, bleiben nur noch die ausgefransten Überreste der Maisstoppeln auf dem Feld.
Keine Stoppeln überfahren
Das integrierte Mulchsystem hat den Vorteil, dass keine Stoppeln von den Rädern des Hackers überfahren werden und somit nicht gemulcht werden können.
Die ideale Mähhöhe beträgt etwa 20 cm. Höher als 30 cm ist nicht empfehlenswert, dann erwischt der Mulcher die Stängel nicht mehr richtig.
Der 8-reihige Maishacker ist wegen des zusätzlichen Mulchers 550 kg schwerer. Insgesamt wiegt das Gefährt nun 20 Tonnen. Der Mehrpreis für den Stalkbuster beträgt etwa 40 000 Franken.
Gehalte laufend gemessen
Bisher seien alle Kunden sehr zufrieden gewesen mit der neuen Dienstleistung, berichtet Röthlisberger. Der selbstfahrende Maishacker JD 8300i verfügt über 490 PS und ist reihenunabhängig. Dank Reihensensor lenkt er selbstständig. Auch hat er eine aktive Höhensteuerung und sorgt automatisch für den Hangausgleich.
Dieser Maishacker ist zudem mit einem «Harvestlab» ausgerüstet. Das ist ein System, das laufend das Gewicht sowie Trockensubstanz und Gehalt vom Mais analysiert. «Diese Daten kann ich meinen Kunden direkt per Whatsapp übermitteln», erklärt Röthlisberger. Dank einer Umrechnungstabelle vom Strickhof und Robert Aebi kann er auch direkt das Milchproduktionspotenzial (MPP) berechnen. Dies schickt die Unternehmung den Landwirten jeweils mit der Rechnung zu.
Mit einer Presse fing es an
Maishacken ist nur eines der Standbeine der Lohnunternehmung. Angefangen hat alles damit, dass Beat Röthlisberger vor 20 Jahren eine Rundballenpresse gekauft hat. Seither hat sich die Unternehmung ständig vergrössert. Auch heute ist das Kerngeschäft immer noch das Pressen. Mit fünf Rundballenpressen und zwei Quaderballenpressen ist das Team die ganze Saison unterwegs. Ein weiterer Dienst, der immer mehr gefragt sei, ist der Muldenservice, sagt der Betriebsleiter. In der Dreschsaison ist ein Fahrer den ganzen Tag lang am Mulden Bringen, Abholen und auch Erntegut Abliefern.
Mitarbeiter sind zentral
Hauptsaison ist für das Team von Mitte April bis Mitte Oktober. Wobei die Arbeit in Wellen kommt. Im Frühling gehts los mit ein paar Tagen Gras silieren, dann ist wieder eine Spitze bei der Getreideernte mit Strohpressen und zuletzt noch im Herbst beim Maishacken.
«Die Mitarbeiter sind der Kern unserer Unternehmung. Da sind wir sehr froh, dass sie so treu sind», sagt Beat Röthlisberger. Ja, drei von ihnen arbeiten gar schon über zehn Jahre im Betrieb.
Zudem ist für Röthlisberger auch der Maschinenservice wichtig. Weil sie mit Huber Mechanik Oppligen einen guten Partner gefunden haben, sind sämtliche Traktoren auf dem Betrieb grüngelb. «Das ist nicht, weil wir John-Deere-Fans sind», stellt Röthlisberger klar. «Aber ein zuverlässiger Service ist das A und O».Jasmine Baumann
Betriebsspiegel Röthlisberger
Name Beat und Marianne Röthlisberger
Ort Rüegsau BE
LN 21 ha
Viehbestand 26 Milchkühe, 590 Mastschweine
Kulturen Grasland, Weizen, Gerste, Silomais
Traktoren John Deere 2 × 6155, 6150, 6830, 6430, 6125R, 6420 und 5820, 5125
Maschinen Maishäcksler John Deere 8300 mit 8-Reihen-Gebiss und Mulcher, 5 Rundballenpressen McHale, 2 Quaderballenpressen New Holland, Mähwerk Pöttinger, Heckaufbereiter Kurmann,3 Wickler, 2 Dosierwagen Gigant, Ladewagen Strautmann 29 m3, Maisgebläse Strebel, Pumpfass Eckart 10 500 l, Transportfass 19 000 l, Feldspritze Bargam 800 l, Kranwagen, Hackengerät, Tiefbettanhänger, LKW-Anhänger, 3 Kipper (19 t, 15 t, 6 t), Thermosilo zum Aufbau auf Kipper, Wischmaschine mit Wassertank
Angestellte 4 Festangestellte, 2 Lehrlinge, Teilzeitmitarbeiter
Weitere Informationen: www.lohnunternehmen-roethlisberger.ch