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Gegner des Jagdgesetzes geben viel Geld aus und profitieren von der Corona-Krise

Noch selten ist eine Abstimmungsvorlage mit derart vielen Inseraten bekämpft worden, wie das Jagdgesetz. Die Gegner beziffern den Mitteleinsatz auf gut 2 Mio Fr. Das halten die Befürworter für unmöglich.


Die Untersuchung des «Année Politique Suisse» des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Bern spricht eine klare Sprache: Zum Jagdgesetz wurden deutlich mehr Inserate geschaltet als zur Begrenzungsinitiative, obwohl diese medial stärker behandelt wird. Die Forschenden fanden 650 Inserate – was der siebthöchste Wert seit dem Start der Analysen 2013 ist.

Was auffällt: Die Gegner des Jagdgesetzes haben alleine 538 Inserate geschaltet, auf die Pro-Seite entfallen lediglich 108 Inserate. Das ist eine deutlich grössere Diskrepanz als bei den anderen anstehenden Abstimmungen. Insider sprechen im Falle der Jagdgesetz-Nein-Kampagne von geschätzten Kosten von über 5 wenn nicht gar 10 Mio Fr.

«Alle Mittel scheinen recht zu sein»

Die Befürworter des neuen Jagdgesetzes zeigen sich überrascht über den unerwartet hohen Einsatz von finanziellen Mitteln gegen das neue Jagdgesetz. «Mit emotionalen Sujets und irreführenden Botschaften gehen die Gegner auf Stimmenfang. Alle Mittel scheinen Recht zu sein, um ein Volks-Nein zu erreichen», kritisiert Urs Schneider, Leiter der Ja-Kampagne. Aus einem vom Parlament verabschiedeten, ausgewogenen Gesetz sei durch die Kampagne ein Abschussgesetz gemacht worden. Die Ja-Kampagne mit einem Budget von 1,3 Mio Fr. sehe sich einer vielfachen, hochdotierten Gegenkampagnen gegenübergestellt, so Schneider.

Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär von Pro Natura Schweiz und Präsident des Vereins «Jagdgesetz Nein» sagt auf Anfrage, es sei noch verfrüht, um die Kosten detailliert anzugeben, aber er gehe von 2 bis 2,5 Mio Fr. aus. Der Umfang des Inseratevolumens in den Printmedien sei auch begünstigt worden durch die Corona-Krise, welche die Publikumspresse in die Krise stürzte und den Kunden grosse Rabatte ermöglichte.

«​Viele kleine Beträge und grosse Rabatte»

Was die Zusammensetzung der Gelder angeht, vereinten die Organisationen hinter dem Referendum deutlich über 500'000 Mitglieder. Die Gelder für die Kampagne stammten aus freiwilligen Zahlungen. «Das ergibt wenige Franken pro Mitglied für die Abstimmung. Dazu kommen Spenden von Einzelpersonen, Stiftungen und wenigen Firmen für die Abstimmung», so Leugger. Der grösste Teil der Gelder stamme aus dem Kreis der Pro Natura-Mitglieder.

Die Motivation zum Einzahlen begründet er wie folgt: «Das Jagdgesetz ist für die Biodiversität unseres Landes, für unseren Umgang mit den geschützten Arten sehr relevant; dessen Auswirkungen auf die Tierwelt beschäftigt die Mitglieder von Pro Natura, BirdLife, WWF Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz und anderen.» Gleichzeitig verneint er die Vermutung, dass der hohe Mitteleinsatz nicht wegen inhaltlichen Fragen beim Jagdgesetz, sondern zur Erlangung der allgemeinen Deutungshoheit in ökologischen Themen geleistet werde. 

«Absolut unmöglich»

Urs Schneider bezweifelt Urs Leuggers Aussagen in Sachen Finanzierung. Diese Kampagne mit gut 2 Mio Fr. zu finanzieren hält er angesichts des Umfangs von Inseraten, Plakaten, Werbung in Bussen und Direktversänden für «absolut unmöglich». Damit gehe er mit vielen ähnlich Kampagnen-erfahrenen Beobachtern einig. Wahrscheinlich seien hier dezentrale Aufwände nicht mit eingerechnet.

Hier widerspricht Urs Leugger, die genannte Summe beinhalte auch die Aufwände der Kantonalsektionen des Vereins. Urs Schneider wiederum kontert, «dass ein Komitee, das derart hemmungslos irreführende Botschaften und Falschaussagen verbreitet, es wohl auch hier mit der Wahrheit nicht so genau nimmt».

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