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Gegen das Vergessen – das erste Corona-Archiv der Schweiz

Ein neues digitales Archiv sammelt Erinnerungen der Bevölkerung an die Zeit von Covid-19. Dabei interessiert auch die Perspektive der Landwirtschaft.


Der Ausbruch des Coronavirus hat das Leben der Schweizerinnen und Schweizer in vielerlei Hinsicht abrupt verändert – für viele ist der Ausnahmezustand in den letzten Wochen zum Alltag geworden. Die digitale Gedächtnisdatenbank corona-memory.ch will diese aussergewöhnliche Zeit aus der Perspektive der Schweizer Bevölkerung dokumentieren. Damit möchte das Projektteam der Öffentlichkeit eine nationale Plattform bieten, um Erfahrungen, Geschichten und Erinnerungen auszutauschen.

Die gesellschaftliche Vielfalt virtuell abbilden

Auf der Website des Projekts können Videos, Bilder, Text- und Audiobeiträge sowie Social-Media-Posts geteilt werden. Seit der Lancierung im April 2020 sind fast 200 Beiträge aus allen Landesteilen auf die Website hochgeladen worden. Sie geben Einblicke in die vielfältigen Wahrnehmungen der 'Corona-Zeit'. Der Historiker Tobias Hodel, Professor der Digital Humanities an der Universität Bern, betont, dass das Projekt an möglichst vielen, möglichst unterschiedlichen Beiträgen interessiert ist: «Unser Archiv soll die gesellschaftliche Breite widerspiegeln, entsprechend hoffen wir auf eine grosse Beteiligung.»

Von der Bevölkerung für die Bevölkerung

Die Gedächtnisdatenbank Corona-memory.ch ist ein sogenanntes «partizipatives Archiv». «Im Unterschied zu den meisten anderen Archiven erstellt das Projektteam keine Archivalien und sucht auch nicht aktiv danach. Würden wir das tun, würden wir die Breite unserer Perspektive verengen.» Das Projekt ist also auf die Teilnahme der Landesbevölkerung angewiesen.

Auf der Websites des Projekts können persönliche Erinnerungen als Bilddatei, Text oder in Form eines Links hochgeladen werden. (Bild corona-memory.ch)

Bewahrung der kollektiven Erinnerung

Vergleichbare Archive und Erinnerungsdatenbanken sind schon mehrfach nach kollektiven traumatischen Ereignissen eingerichtet worden. Diese Katastrophenarchive haben sich darin bewährt, nach einschneidenden Ereignissen die Solidarität innerhalb von Gesellschaften zu festigen: Mit dem Austausch von Erinnerungen und dem Erzählen von folgenreichen Erlebnissen können individuelle Erfahrungen mit denen der Gemeinschaft verknüpft und so die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit gestärkt werden.

Das Projekt ist auch in den sozialen Medien präsent. So soll die Sammlung möglichst schnell wachsen. (Bild corona-memory.ch)

Die Landwirtschaftliche Perspektive ist von Interesse

Die Landwirtschaft war und ist sehr stark von der Corona-Krise betroffen; entsprechend ist sie stärker in den Fokus der öffentlich-medialen Aufmerksamkeit gerückt. Themen wie der Versorgungslage und Einkaufsmöglichkeiten wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt. Doch vom bäuerlichen Alltag in der Krise, vom Leben auf den Höfen und den individuellen Erfahrungen der Bauern wurde wenig gesprochen. «Da die Landwirtinnen und Landwirte ein integraler Bestandteil unserer Gesellschaft sind, darf ihre Perspektive in unserem Archiv nicht fehlen», ist der Historiker Tobias Hodel überzeugt. «Ausserdem war es für die Landwirtschaft eine turbulente Zeit voller Unsicherheiten, laufenden Veränderungen und unerwarteten Wendungen. Es wäre deshalb sehr zu begrüssen, wenn sich auch Bäuerinnen und Bauern an unserem Archiv beteiligen würden.»

Was geschieht nach der Krise?

Schon bald soll die Sammlung zu einem wichtigen Zeugnis der Ausnahmesituation und so auch zu einem interessanten Forschungsobjekt werden. Die Daten sind frei verfügbar und werden dauerhaft gespeichert, um der Wissenschaft und einer interessierten Bevölkerung langfristig die Beschäftigung mit den gesellschaftlichen Erfahrungen der Pandemie zu ermöglichen. Die Erweiterung des Archivs und eine grosse Vielfalt an Beiträgen liegen daher nicht nur im gesellschaftlichen, sondern auch im wissenschaftlichen Interesse. Corona-memory.ch ist eine Kooperation der Digital Humanities (Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern), infoclio.ch (Fachportal für die Geschichtswissenschaft der Schweiz) und dem Istituto di media e giornalismo (Università della Svizzera Italiana). Die Beiträge werden in Kooperation mit dem Schweizerischen Bundesarchiv und dem Schweizerischen Sozialarchiv aufbewahrt.

Wie bleibt Ihnen die Zeit von Covid-19 in Erinnerung?

Beiträge auf www.corona-memory.ch lassen sich in kurzer Zeit auch bequem vom Smartphone aus erstellen. Als Beiträge können Erinnerungen in Form von Bildern, Text oder Links hochgeladen werden. Alle persönlichen Erinnerungen sind willkommen, denn das Archiv soll die gesamte gesellschaftliche Breite abbilden.

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