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Bernsteinketten gegen Zecken: Kopfüber in die Kontroverse

Um über konkrete Praxiserfahrungen mit natürlichen Mitteln gegen Zecken zu informieren, testet Redaktorin Lisa McKenna diese gemeinsam mit ihrem Labrador-Rüden Paul. In ihrem monatlichen Beitrag berichtet sie über Anschaffungspreis, Anwendung und Wirksamkeit der verschiedenen natürlichen Mittel. Im Mai haben die beiden eine Bernsteinkette als Hilfsmittel zur Zeckenabwehr getestet.


Der Mai stand für meinen Labrador-Rüden Paul und mich ganz im Zeichen einer grossen Kontroverse. Die einen rollen mit den Augen, die anderen schwören seit Jahren darauf: die Bernsteinkette zur Zeckenabwehr. Während Paul seine Spaziergänge und Streifzüge im Mai einfach nur mit Bernstein geschmückt durchlebte, begab ich mich in ein Minenfeld aus Esoterik, Pseudo-Wissenschaft, Glauben und Meinungen, die gegensätzlicher nicht sein könnten.

Was ist Bernstein?

Im Grunde ist Bernstein kein richtiger Stein, sondern versteinertes Harz, welches in der Wissenschaft als Succinit bezeichnet wird. Es gibt mehrere fossile Harze, die von unterschiedlichen Pflanzen stammen. Der älteste gefundene Bernstein stammt aus etwa 310 Millionen Jahre alten Steinkohlen. Seit langer Zeit wird Bernstein traditionell als Schmuck genutzt. In Ägypten beispielsweise fand man Schmuckstücke die mehr als 6000 Jahre alt sind. Wissenschaftler schätzen Bernstein wegen seiner Eigenschaft als «Zeitkapsel». Immer wieder finden Forscher im Harz eingeschlossene Fossilien von kleinen Tieren oder Pflanzenteilen, die im versteinerten Harz über Jahrmillionen perfekt erhalten werden und Aufschlüsse über die damalige Zeit bieten. 

Warum soll Bernstein gegen Zecken wirken?

Zunächst zur Theorie: Durch die Bewegung beim Tragen der ungeschliffenen Bernsteine reiben diese aneinander. Die Reibung soll einerseits für eine statische Elektrizität sorgen. Das Fell lädt sich sozusagen elektrisch auf, was wiederum die Zecken fernhält. Befürworter sagen, die Zecke bekäme die elektrische Ladung ab und meide deshalb den bernsteinbehangenen Hund.

Die Reibung der Bernsteine aneinander sorgt zudem für die Freisetzung des sogenannten «Terpene» aus dem Baumharz. Dessen Geruch soll für die Zecke sehr unangenehm sein, was sie am Stechen hindert. Für viele Menschen riechen die Bernsteine sehr «harzig-würzig». Für mich ist die Kette eher geruchlos.  

Zecken haben keine Nase

Soweit, so gut. Nun stellte sich bei meiner Recherche heraus: Zecken haben keine Nase – können also auch nicht im klassischen Sinne riechen. Das sogenannte «Hallersche Organ» am Vorderbein des Parasiten ermöglicht es, im Schweiss enthaltene Duftstoffe wie Ammoniak und Buttersäure, sowie Kohlendioxid aus der ausgeatmeten Luft eines Beutetieres wahrzunehmen. Ob die Zecken den «Geruch» des Bernstein-Harzes überhaupt wahrnehmen können ist sehr zweifelhaft, da es ihnen weder einen Überlebensvorteil verschafft, noch eine Gefahr darstellt.  

«Wer heilt, hat Recht»

Auch die Theorie der statischen Elektrizität lässt kritische Stimmen laut werden. Ob die elektrische Aufladung des Hundefells ausreicht um die Zecke abzuwehren ist bislang unerforscht. Müsste die Zecke nicht auch geerdet sein, damit sie die Elektrizität zu spüren bekommt, frage ich mich? Fragen über Fragen, auf die es keine wissenschaftlich untermauerten Antworten gibt. Aber, frei nach einem meiner damaligen Professoren: «Wer heilt, hat recht.» Und viele Menschen haben mit der Bernsteinkette zur Abwehr von Zecken bei ihren Hunden gute Erfahrungen gemacht. Dazu gehöre nun auch ich. Obwohl ich die Wirkungsweise persönlich nicht verstehe, kann ich berichten, dass Paul im Mai keine einzige Zecke hatte. Demgegenüber steht meine Shepherd-Hündin Teak, die ohne Zecken-Repellent unterwegs ist und von der ich im Mai wieder zahlreiche Zecken abzupfen musste.

Indirekte Wirkung der Bernsteine als Zeckenabwehr

Vielleicht trägt der recht hohe Anschaffungspreis aber auch zur Wirksamkeit der Bernsteinkette bei. So mancher Hundehalter erlaubt seinem Vierbeiner keine Streifzüge ins tiefste Unterholz, einfach weil er vermeiden möchte dass der Hund das teure Ding verliert. Das mindert natürlich auch den möglichen Zeckenbefall.

Mein Fazit: Ob nun Harzgeruch, elektrische Ladung oder doch der Zufall, bei uns hat die Bernsteinkette gewirkt. Dazu kommt, dass die Kette Paul nicht gestört hat und recht ästhetisch aussieht.

Im folgenden Kasten ist die Nutzung einer Bernsteinkette gegen Zecken noch einmal knapp zusammengefasst:

Bernsteinkette gegen Zecken:

Vorteile:

  • Naturprodukt
  • Für alle Hunde geeignet (auch trächtige Hündinnen oder junge Hunde)
  • Die Anwendung ist nicht zeitaufwändig.

Nachteile:

  • Die Steine sind auf dünnen Schnüren aufgefädelt. Wenn der Hund sich kratzt gehen regelmässig Steine verloren oder die Kette reisst.
  • Die Kette ist generell eher fragil. Bei aktiven Hunden, die viel im Gelände unterwegs sind, ist die Gefahr die Kette zu verlieren klar gegeben.
  • Der recht hohe Anschaffungspreis.

Anschaffungspreis:

  • Für grosse Hunde kostet eine Kette von 50 Zentimeter Länge rund 40 Franken.

Anwendung:

  • Eine Kette in verstellbarer Grösse bietet sich an. Die Anwendung ist dabei gänzlich einfach. Anziehen, und fertig. Allerdings wird in manchen Foren empfohlen, die Kette bereits einige Wochen vor der Zeckensaison schon anzuziehen, da die Kette etwa drei Wochen benötigt um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Wirksamkeit:

  • Paul hatte im Mai keine Zecken. Ob das wirklich auf die Bernsteinkette zurückzuführen ist, ist aufgrund der tatsächlichen Studienlage schwer zu sagen. Allerdings muss ich auch anführen: Nur weil Gesetzmässigkeiten noch nicht nach dem modernen wissenschaftlichen Standard bewiesen sind, verlieren sie natürlich nicht ihre Gültigkeit. Demnach ziehe ich ein positives Fazit aus unserer Zeit mit der Bernsteinkette und bin froh, diese Form der Zeckenabwehr mal ausprobiert zu haben.

Der nächste Monat hat bereits begonnen. Im Juni teste ich mit Paul ein weiteres natürliches Mittel zur Zeckenabwehr: Schwarzkümmelöl.

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