Verbandspräsident Simon Niederberger konnte nach einem zweijährigen Unterbruch über 130 Bäuerinnen und Bauern zur ordentlichen Generalversammlung begrüssen. Er erinnerte die Anwesenden daran, dass seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine die Rohstoffmärkte verrückt spielen. Schon während der Corona-Krise hätten die Preise stark angezogen. Nun schossen sie nochmals sprunghaft in die Höhe. Für die Landwirtschaft bedeute das höhere Kosten auf den Betrieben. So für Treibstoff, Futtermittel, Dünger, Spritzmittel und selbst Siloballenfolien, kurz: «Auch für die Bauern wird alles teurer», betonte der Verbandspräsident.
Kulturland schützen
Im Jahresbericht erwähnte Simon Niederberger die Zunahme der Rotwildbestände, welche in grosser Zahl bis ins Tal vordringen, und die gefragte Dienstleistung «Bäuerliche Beratung und Vermittlung in schwierigen Situationen».
Im laufenden Jahr soll die Zusammenarbeit unter den bäuerlichen Organisationen gestärkt werden.
Beim Hochwasserschutzprojekt Sarneraatal will sich der Bauernverband für den Schutz des Kulturlandes einsetzen.
Präsidentenwechsel 2023
Einstimmig wurden die statutarischen Geschäfte gutgeheissen. Die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt, nämlich Simon Niederberger, Alpnach, Albert von Deschwanden, St. Niklausen, Michael Spichtig, Melchtal, und Petra Rohrer, Sachseln. Simon Niederberger kündete seinen Rücktritt als Verbandspräsident auf die GV 2023 an. Seit acht Jahren ist er im Vorstand des Bauernverbandes Obwalden, davon während sechs Jahren als Präsident. Mit der Wahl von Peter Abächerli, Giswil, in den Vorstand wurden bereits die Weichen für den künftigen Verbandspräsidenten gestellt. Abächerli erklärte sich bereit, nach der einjährigen Einarbeitung im Vorstand per 2023 das Präsidium zu übernehmen.
«Auch für die Bauern wird alles teurer.»
Präsident Simon Niederberger zu den Folgen von Corona und Ukraine-Krieg.
Abächerli wird Ehrenmitglied
Eine besondere Ehre erfuhr Bruno Abächerli, dipl. Ing. Agr ETH, Giswil. Für seine 35-jährige Tätigkeit für die Obwaldner Landwirtschaft erhielt er die Ehrenmitgliedschaft des Bauernverbands Obwalden.
Er war von 1986 bis 1999 Lehrer und Berater an der Landwirtschaftlichen Schule Giswil, von 1999 bis 2005 Leiter des Landwirtschaftsamts Obwalden und von 2005 bis 2021 übernahm er zusätzlich die Leitung des Amts für Umwelt. Das Amt heisst nun Amt für Landwirtschaft und Umwelt. Als Amtsleiter stand er 18 Mitarbeitenden vor. Von 1995 bis 2003 war er Präsident der Landi Obwalden, und von 1999 bis 2004 Vizepräsident des Bauernver-bandes Obwalden. Auf Ende des Jahres 2021 erfolgte seine Pensionierung. Seit 1990 führt er den elterlichen 8 Hektaren grossen Landwirtschaftsbetrieb mit Mutterkuhhaltung. Der Bezug zur Praxis sei ihm immer sehr wichtig gewesen, betonte er in seinem Dankesvotum zur Ehrenmitgliedschaft. Seit Anfang dieses Jahres ist Bruno Abächerli ehrenamtlich Experte bei der Schweizer Berghilfe und betreut das ganze Entlebuch. Sein Nachfolger als Leiter des Obwaldner Amts für Landwirtschaft und Umwelt ist André Windlin.
Zahlreiche Ehrungen
Geehrt wurden zahlreiche neue Landwirte, Meisterlandwirte und Agrotechniker für ihren Abschluss im Vorjahr. Kurt Sigrist, Stalden, trat nach 20 Jahren als Mitglied der Berufsbildungskommission zurück. Familie Vogler, Flüeli-Ranft, ist seit 16 Jahren Anbieter von Schule auf dem Bauernhof, in dieser Zeit haben sie 5000 Schüler unterrichtet. Der Landfrauenverband Obwalden feiert am 4. September sein 75-Jahr-Jubiläum. Bereits 162 Jahre alt ist der Bauernverband Obwalden und zählt 520 Mitglieder.
Martin Rufer, Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes, wies auf das Jubiläum 125 Jahre Schweizer Bauernverband hin und begründete das Nein zur Massentierhaltungs-Initiative.

