Der Wald als multifunktionales und diverses Ökosystem steht im Zentrum des vom Bund neu veröffentlichen Massnahmenplans. Die bisherige Stossrichtung der Waldpolitik habe sich bewährt und soll auch in Zukunft weiterverfolgt werden, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Umwelt. Die neuen, ergänzenden Massnahmen sollen die von der Gesellschaft geforderten Funktionen und Leistungen weiterhin gewährleisten. Zumal man dem Wald eine zentrale Rolle bei der Bewältigung des Klimawandels zuspricht.

Prägend in der Bau- und Wohnkultur

Bisher ist das nachhaltige Nutzungspotenzial der Wälder in der Schweiz nicht ausgeschöpft, im europäischen Vergleich stehen hierzulande laut Bafu die höchsten Holzvorräte. Mit diesem Ziel sollen unter anderem regulative Hemmnisse für eine verstärkte und nachhaltige Holzernte abgebaut werden. Damit Holz ein «prägender Teil der Schweizer Bau- und Wohnkultur» wird, will der Bund ausserdem neue Verarbeitungs- und Vermarktungswege insbesondere für Laubholz fördern.

Da zur nachhaltigen Nutzung auch eine passende Nachfrage gehört, wolle man diese durch Information und Sensibilisierung steigern (konkret um 20 Prozent), wobei der Bund bei seinen eigenen Bauten mit gutem Beispiel vorangehe. Insgesamt will man die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Waldwirtschaft verbessern, sodass 90 Prozent der Betriebe Gewinn schreiben.

Entschädigungen für Biodiversitätsleistungen

Auch in seiner Rolle als Hotspot der Artenvielfalt soll der Wald gestärkt werden, und zwar über Förder- und Schutzflächen. Letztere sollen bis 2030 mindestens 10 Prozent betragen und im Minimum 15 Reservate über 500 Hektaren umfassen. Neben einem System zur Wirkungskontrolle ist begleitend auch Finanzierungssystem geplant, das die Bewirtschaftenden für ihre Leistungen entschädigt.   

Ähnlich wird nach Plan des Bundes künftig auch mit anderen Waldleistungen verfahren. Dank neu zu erarbeitenden Grundlagen und Rahmenbedingungen ist eine Inwertsetzung z. B. von Leistungen für die Erholung, die CO2-Speicherung oder den Trinkwasser-Kreislauf vorgesehen.

Stabile Fläche und fit für die Zukunft

Mit Forschungsprojekten will der Bund genügend Wissen für einen klima-fitten Schweizer Wald erarbeiten lassen, dessen Funktionen auch im Angesicht des Klimawandels nicht zusammenbrechen. Als Ziel für die Anpassung an das sich ändernde Klima wurde ein um 10 Prozent höherer Anteil Mischwaldflächen festgelegt (gegenüber dem Stand 2013).

Zu einem gesunden Wald gehört auch ein ausreichender Schutz vor (eingeschleppten) Schädlingen und übermässigem Nährstoffeintrag. Bei letzterem Punkt stehen beispielsweise die Stickstoff-Emissionen aus Verkehr, Landwirtschaf und Industrie im Fokus. Weiter soll die Fläche der Forste hierzulande stabil gehalten, die natürliche Verjüngung (Stichwort Wildverbiss) sichergestellt und Wälder schweizweit nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet werden.

Die Publikation «Waldpolitik: Ziele und Massnahmen 2021 bis 2024» finden Sie hier.