Recherchen der BauernZeitung haben gezeigt: Die bisherigen Hilfen des Bundes sind keine Unterstützung, wenn schnell Geld auf den Betrieb kommen muss. Leere Kassen, lange Fristen und bürokratische Hürden bremsen zinslose Darlehen, vorgezogene Direktzahlungen und Fondszahlungen.
Nun kommt aus Bundesbern eine Hiobsbotschaft hinzu: Der Bundesrat plant, die für die Landwirtschaft vorgesehenen Mittel um 2,7 Prozent zu senken. Allein für die Direktzahlungen sind im Budget 2027 knapp 85 Millionen Franken weniger vorgesehen.
Leere Kassen, lange Fristen: Die Grenzen der Trockenheitshilfe
Zinslose Darlehen, vorgezogene Direktzahlungen, Fonds Suisse: Der Bund verspricht Hilfe für trockenheitsgeplagte Betriebe. Die Praxis zeigt jedoch: Wer schnell Geld braucht, kommt oft nicht darum herum, andere Wege zu gehen – zum Beispiel über Crowdfunding.Keine schlüssige Argumentation
«Der Bundesrat begründet die Kürzung unter anderem mit dem zusätzlichen Finanzbedarf der Armee», teilt der Schweizer Bauernverband (SBV) mit. Für ihn ist das allerdings nicht schlüssig, da zur Sicherheit der Bevölkerung im Krisenfall auch die inländische Lebensmittelversorgung gehört.
Zudem erfolgen die geplanten Kürzungen mitten in einem Extremsommer, der viele Betriebe in finanzielle Nöte bringt. Und, während die Bundesausgaben insgesamt um 2,6 Milliarden Franken oder 3,1 Prozent steigen, ergänzt der SBV. Der Verband lehnt die Kürzungen im Agrarbudget entschieden ab. Nicht zuletzt, weil der Bund in den letzten 20 Jahren für die Landwirtschaft – im Gegensatz zu anderen Bereichen – nie mehr Mittel bereitgestellt hat.
Migros überweist Geld an Stiftung zum Verteilen
Neben drohenden Kürzungen um rund 85 Millionen Franken bei den Direktzahlungen im kommenden Jahr wirken zwei Millionen wie ein Tropfen auf die verbrannte Weide. Aber dieser Betrag soll direkt von der Trockenheit stark betroffenen Betrieben zugutekommen. Es handelt sich um Hilfe von unerwarteter Seite, bzw. in unerwarteter Form: Die Migros überweist die zwei Millionen an die Bucher-Grossweiler-Stiftung, zur Verteilung.
Wiederum informiert darüber der SBV – diesmal allerdings erfreut und dankbar für die Solidarität des Detailhändlers. Wobei der Verband festhält, diese Unterstützung erfolge unabhängig von der Diskussion über Preisanpassungen. Diese stünden weiterhin im Zentrum, da sie der wichtigste Hebel zur Vermeidung von Härtefällen und Betriebsaufgaben seien.
Gesuche ab 31. August 2026 einreichen
Ab dem 31. August nimmt die Bucher-Grossweiler-Stiftung Anträge von Landwirtschaftsbetrieben entgegen. Die Stiftung leistet gemäss ihrem Zweck Sozial- und Nothilfe für Landwirte und ihre Familien sowie landwirtschaftliche Angestellte. Die Verteilung der zwei Millionenspende der Migros erfolge gemäss definierten Kriterien, so der SBV. Weitere Spenden von Privaten oder Firmen zur Unterstützung von trockenheitsbetroffenen Betrieben nimmt die Bucher-Grossweiler-Stiftung gerne unter dem Stichwort «Trockenheit» entgegen.
«Jede Unterstützung ist wichtig und sehr willkommen», schreibt der SBV. Der Verband hat auch andere mögliche Hilfsmöglichkeiten online zusammengefasst und betont: «Keine Lage ist aussichtslos, auch wenn es im Moment so scheinen mag.»


