Die Augenbohne ist eine Kultur aus subtropischen Regionen, welche in Zukunft in der Schweiz als Klimaanpassung angebaut werden könnte. Sie ist an warme und trockene Klimabedingungen angepasst. Als Leguminose ist sie ausserdem proteinreich und verbessert die Bodenqualität durch Stickstofffixierung. In der Schweiz ist allerdings problematisch, dass sie sehr kälteempfindlich ist. Darum forscht das FiBL nach geeigneten Sorten in den vom BLW finanzierten Projekten AugenBlick und NAP-Augenbohne. Dabei wird vor allem nach frühreifen Augenbohnen mit aufrechtem und determiniertem Wuchs für die maschinelle Ernte gesucht.
Augenbohnen können als Reinkultur für die menschliche Ernährung angebaut werden. Gerade für den konventionellen Anbau sind sie aber auch als Futtermittel interessant. Die extrem proteinreiche Pflanze kann etwa mit Sorghum zusammen angebaut und dann von Kühen direkt abgeweidet oder gemäht werden.
Momentan ist es noch schwierig, an Saatgut zu kommen. Dieses kommt unter anderem aus Italien, wo die Pflanze traditionell schon seit Langem angebaut wird, den USA, wo frühe Sorten bereits angebaut werden, oder aus Afrika. Neben der Augenbohne sind auch ähnliche Arten der Gattung Vigna von Interesse für die Klimaanpassung der Schweizer Landwirtschaft. Dazu gehören zum Beispiel die Mungobohne, die Adzukibohne und die Urdbohne.
Vorausschauen und diversifizieren
Kommentar von Bruno Graf, Ferme du Château (VD): [IMG 2] Wir haben einen viehlosen Biobetrieb mit 20 Hektaren Ackerbau, Gemüsebau und Agroforst. Unser Fokus liegt seit einigen Jahren auf innovativen Anbaumethoden und Experimenten mit zukunftsweisenden Kulturen. Wir bauen Augenbohnen für die menschliche Ernährung seit drei Jahren als Sortenversuch auf einer Fläche von zehn Aren an. Der grosse Vorteil der Kultur ist ihre Trockenheitsresistenz. Bei uns in der Romandie nehmen heisse Sommer tendenziell zu, und diese geben der Augenbohne jeweils einen Wachstumsschub. Darum sehe ich die Augenbohne auch als extrem wichtig für die Zukunft. Zudem kann sie zu einer Diversifizierung auf dem Feld und zu einer diversen und gesunden Ernährung beitragen. Momentan kämpft die Augenbohne damit, wenn die Sommer zu feucht oder zu kalt sind, und mit grossen Wetterschwankungen. Das ist halt so – die Bedingungen der Zukunft sind noch nicht voll da, und doch muss man vorausschauen.

