Tote, aufgehängte Krähen in den Feldern sorgen für Empörung

Kadaver taugen gemäss dem Schweizer Tierschutz nicht als Abwehrmassnahme gegen Krähen. Und sie auf Feldern aufzuhängen, ist ausserdem verboten.

Das Thema ist emotional, sehr emotional sogar: Tote Krähen werden als Vogelscheuchen benutzt und auf den Feldern aufgehängt. Diese Praktik soll Artgenossen vom frischgesäten Saatgut fernhalten. Kommen nun Wanderer oder Spaziergänger an den toten Krähen vorbei, ist die Entrüstung gross, die Bauern werden als Tierquäler beschimpft.

Gefahr von Tierseuchen

Fakt ist: Das Aufhängen von toten Vögeln verstösst gegen die Tierseuchengesetzgebung und ist nicht erlaubt. Diese schreibt vor, dass Tierkadaver fachgerecht entsorgt werden müssen. Einschreiten müsste hier das kantonale Veterinäramt, schreibt «20 Minuten» in ihrer Online-Ausgabe.

Tote Krähen nützen nichts

Laut dem Schweizer Tierschutz (STS) sei die Methode mit toten Krähen eigentlich nutzlos: «Krähen merken sehr schnell, dass hier keine Gefahr besteht und sind mit diesem entwürdigenden Umgang nicht nachhaltig von den Feldern fernzuhalten», heisst es in einem STS-Merkblatt. Rückfragen bei Bauern seitens der Vogelwarte Sempach haben ergeben, dass Schäden hauptsächlich dann auftreten, wenn verschiedene nachteilige Fak­toren wie späte Aussaat und schlechte Witterung zusammenwirken.

Betroffen sind vor allem Mais-, Gemüse- und Getreidefelder. Die Schadenshöhe im Feld hängt davon ab, wie lange Saatgut und Schösslinge benötigen, um zu keimen und über eine kritische Höhe (beim Mais 10 bis 15 cm) hinaus zu wachsen.

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