Aussergewöhnlich gute Ernten, die Blauzungenkrankheit und die Gefahr der nodulären Dermatose hätten das Jahr 2025 geprägt. Das sagte Eric Perrin, der Präsident des Verbandes, an der Delegiertenversammlung von Swissherdbook Fribourg, am 12. März in Sâles. Die Situation auf dem Milchmarkt beunruhigt ihn ebenso wie die aktuelle Weltlage. Ein Trost sind ihm die regionalen und nationalen Ausstellungen mit den qualitativ sehr guten Viehbeständen und den hohen Besucherzahlen.

In Sâles leben 4500 Rinder und stehen vier Käsereien

«Im Dorf Sâles fehlt es nicht an Glocken, und auch nicht an Arbeit», mit diesen Worten begrüsste Gemeindepräsident (Syndic) Nicolas Hassler die Anwesenden in seiner Gemeinde, die er kurz vorstellte. In seinem Dorf leben über 4500 Stück Rindvieh und stehen vier Käsereien.

Der Verband Swissherdbook Fribourg umfasst 47 Viehzucht-Genossenschaften mit insgesamt 663 Züchtern und 42 Einzelmitgliedern. Mit einem hohen Anteil von 44,4 % dominiert die Rasse Red-Holstein (RH). Die freiburgischen Milchproduzenten sind sehr leistungsstark. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 7776 kg Milch/Kuh, dagegen erreicht der Kanton Freiburg 7914 kg/Kuh.

Viele Kühen mit 100 000 kg Milch ausgezeichnet

43 Kühe schafften im letzten Jahr die beeindruckende Leistung von 100 000 kg Milch (siehe Kasten). Und fünf Kühe erreichten sogar 125 000 kg Lebensleistung. Die Halter dieser Tiere erhielten eine Anerkennung auch über die Direktzahlungen.

Am Zuchtfamilienwettbewerb wurden zwanzig Zuchtfamilien vorgeführt; davon erreichten fünfzehn die Klasse A und fünf die Klasse B. Beim Zuchtprogramm behaupteten sich Stiere aus dem Kanton Freiburg; ein neu geprüfter Stier, VAGOR HO, und fünf genomisch getestete Jungstiere sind bei Swissgenetics.

Ausstellungen für Fachleute und positive Brücken zur Bevölkerung

Bei den Veranstaltungen war die 50. Expo Bulle ein absoluter Höhepunkt. Auch am 125. Zuchtstierenmarkt in Bulle, erschienen mehr als 2500 Besucher. Dabei wurden 62 Zuchtstiere verkauft und 3 Stiere über den überwachten Schlachttiermarkt vermarktet. Im letzten Jahr fanden auch fünf Regionalschauen, nicht zuletzt als Treffpunkte mit der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung, statt.

Die Freiburger Jungzüchter organisierten die 35. Junior Bulle Expo mit viel Erfolg. An nationalen Ausstellungen machten vier überragende Kühe aus dem Kanton Freiburg, als Botschafterinnen der freiburgischen Zucht, grossen Eindruck. Sechs Betriebsleiter und eine Betriebsleiterin wurden vom Verband für ihr herausragendes Management geehrt.

Arnaud Donzallaz neu gewählt

Für den austretenden Adrian Bertschy, wurde Arnaud Donzallaz aus Guschelmuth, neu in den Vorstand gewählt. Er führt einen Betrieb mit 25 Hektaren, Pflanzkartoffeln, Saatgetreide und 25 Milchkühen, deren Milch zu Vacherin AOP verarbeitet wird.

Die Versammlung wählte die bisherigen Vorstandsmitglieder mit Applaus. Die Rechnung, das Budget und das Jahresprogramm des Verbandes, wurden kommentarlos genehmigt.

Es folgten Informationen zur neuen Tierzucht-Verordnung von Michel Geinoz, dem Direktor von Swissherdbook Zollikofen und Adrian Weber, dem Vizepräsident. Er sprach über das Projekt Alliance, das eine Vereinheitlichung der einzelnen Zuchtverbände anstrebt.

Die erhöhte Seuchengefahr macht den Tierhaltern Sorgen

Die Tierärztin Emma Mathur, vom Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit, referierte über die Seuchengefahr für die nächste Saison. Die Gefahr der jeweiligen Seuche wird in einem Ampelsystem definiert; im roten Bereich sind die noduläre Dermatose DNC/LSD und die afrikanische Schweinepest. 

Diese Krankheiten sind im nahen Ausland ausgebrochen und haben dort zu grossen Problemen geführt. Ein Ausbruch in der Schweiz würde grosse Ertragseinbussen nach sich ziehen, da der Export von Milch- oder Fleischprodukten sofort eingestellt werden müsste.

Krankheitsausbrüche hätten verheerende ökonomische Folgen

Im gelben Bereich steht die Maul- und Klauenseuche (fièvre aphteuse). Diese Krankheit ist in Deutschland Ungarn und in der Slowakei aufgetreten. Die Distanz zur Schweiz ist grösser, und die Übertragung erfolgt nicht durch stechende Insekten. Trotzdem ist hohe Wachsamkeit geboten, um eventuelle Krankheitsherde sofort isolieren zu können. 

Die Blauzungenkrankheit steht im grünen Bereich. Obwohl sie grundsätzlich als Gefahr gilt, senkt die neue und sichere Impfung den Krankheitsdruck und schützt die Bestände. Als Blitzgefahr aus heiterem Himmel gilt die Vogelgrippe.

Umsichtiges Handeln, gerade bei Tierverkehr und im Alpbetrieb ist zwingend nötig. Jeder Bauer kann etwas zur Biosicherheit beitragen. Eindringlich bat Frau Mathur die anwesenden Züchter, sich zu informieren und dann nach den Vorschriften zu handeln.

Kühe mit 100 000 kg Milch

43 Freiburger Kühe schafften die beeindruckende Hürde von 100 000 kg Milch.

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