Swissherdbook Wallis bilanzierte Mitte Februar an der Generalversammlung ein insgesamt erfreuliches Geschäftsjahr 2025. Präsident Fabian Lengen schaute in seinem Jahresbericht auf mehrere Highlights zurück. Eines war der gemeinsame Besuch einiger Viehzüchter an der Olma in St. Gallen, wo der Kanton Wallis Ehrengast war.
Auch die Rinderausstellung zählte für Lengen zu den Highlights im Jahr 2025. Die Organisation sei für die Verantwortlichen aber nicht einfach gewesen, da ein neuer Standort gesucht werden musste. Fündig wurde man in der Arena des Veranstaltungsorts Goler in Raron. «Die Auffuhr hat unsere Erwartungen übertroffen», freute sich Fabian Lengen.
Nächste Verbandsausstellung steht ins Haus
Die nächste Verbandsausstellung findet am 12. April statt. Das Datum sei wegen der gleichzeitig stattfindenden nationalen Fleckviehausstellung in Thun BE nicht ideal, ist sich der Walliser Präsident bewusst. Die für den Verband kostengünstige Nutzung der Infrastruktur im Goler sei aber nur an diesem Datum möglich. Um Tiere ausstellen zu dürfen, sei die Mitgliedschaft in einem Oberwalliser Viehzuchtverein Voraussetzung, betonte Fabian Lengen.
In Bern zeigen, dass das Wallis mehr als zwei Züchter hat
Kurz nach der Verbandsausstellung steht am 14. April die Delegiertenversammlung von Swissherdbook in Bern auf dem Jahresprogramm. «Im Bernbiet haben sie das Gefühl, dass das Wallis nur zwei Züchter hat», scherzte Präsident Fabian Lengen. Dies in Anspielung auf die jeweils wenigen anreisenden Walliser Teilnehmer. «Kommt doch einmal mit, es hat noch Platz im Zug», forderte er seine Züchterkollegen auf.
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Vorstand und Präsident machen weiter
Auch aus finanzieller Hinsicht hat Swissherdbook Wallis ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Rechnung schliesst mit einem Plus von 5187 Franken und verfügt nun über ein Vermögen von 87 896 Franken. Fabian Lengen machte aber unmissverständlich klar: «Dieses positive Ergebnis ist nur dank freiwilliger Arbeit möglich.» Neben den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an den Anlässen arbeite auch der Vorstand ohne Entschädigung. Dieser und auch Präsident Lengen wurden einstimmig für eine weitere Amtszeit gewählt.
Zwei Zuchtfamilien vom selben Betrieb
Mit Stolz konnten die Walliser Züchter diverse Ehrungen vergeben. Bei Swissherdbook Wallis ist es Tradition, dass austretende Vorstandsmitglieder erst an der Versammlung im Nachfolgejahr geehrt werden. Daher konnten Albert Mathieu aus Albinen sowie Gabriel Ammann aus Turtmann für ihre Amtszeit von 2018 bis 2025 ein Geschenk und Dank entgegennehmen. Beide hatten neue Ämter angenommen und daher dasjenige bei Swissherdbook Wallis abgegeben.
Eine weitere Ehrung erhielt Ammann für zwei Zuchtfamilien. Die BZG der Gebrüder Gabriel und Christian Ammann vom Lerchenhof in Turtmann konnte letztes Jahr gleich zwei Zuchtfamilien präsentieren. Die Familie um Stammkuh Quinto Shadia erzielte in der Klasse B 73 Punkte, Hardy Uriana in der Klasse A gar 87 Punkte.
Der Präsident hat Führungsqualitäten
Einen grossen Erfolg verbuchen konnte im vergangenen Jahr auch Präsident Fabian Lengen, wie Swissherdbook-Vizepräsident Adrian Weber ergänzte. Denn Fabian und Sabine Lengen erhielten die Auszeichnung «Bestes Betriebsmanagement». Weber erklärte: «Diese Auszeichnung ist für uns etwa das, was die Holstein-Awards für die Holsteinzüchter sind.» Neben diesen Ehrungen wurden auch die Besitzer der Kühe mit einer Lebensleistung von 80 000 kg Milch ausgezeichnet. Eine 100 000er- Ehrung konnte nicht vergeben werden. Doch einige Kühe seien nahe an dieser Lebensleistung dran, erläuterte Fabian Lengen.
Der Kantonstierarzt gibt Auskunft
Von weniger Erfreulichem berichtete der Walliser Kantonstierarzt Eric Kirchmeier. Er informierte über die drei Seuchen Lumpy Skin Disease (LSD), Blauzungenkrankheit und Bovine Virus-Diarrhoe (BVD). Kirchmeier machte deutlich, dass ein einziger Fall von LSD drastische Folgen hätte. Der betroffene Betrieb müsste seinen ganzen Bestand keulen. Zudem würde die Schweiz den Status «Seuchenfrei» verlieren. In diesem Falle dürfte kein Rohmilchkäse mehr exportiert werden. Davon betroffen wären rund 40 % der Schweizer Käseproduktion.
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Bei der Blauzungenkrankheit gebe es für alle drei Serotypen eine Impfempfehlung. «Eine gute Grundimmunisierung braucht zwei Impfungen. Der beste Zeitpunkt, um zu impfen, ist jetzt bis Ende März», betonte Kirchmeier. Die Finanzhilfe für die 2025 getätigten Impfungen würde 5.60 Franken betragen und im Verlaufe des Jahres über die TVD-Abrechnung ausbezahlt. Erfreulich beurteilte der Kantonstierarzt den BVD-Ampelstatus im Kanton Wallis. Knapp 99 Prozent der Betriebe seien grün. Er mahnte aber auch: «Tierhaltende müssen die BVD-Ampel vor jedem Tierverkehr überprüfen. Das ist wesentlich.»
Das Projekt Multifunktionshalle nimmt Form an
Der zuvor geehrte Gabriel Ammann ist Gemeindepräsident von Turtmann-Unterems. Er erläuterte zum Schluss das in Turtmann geplante Ringkuhkampf-Arena-Projekt mitsamt Multifunktionshalle. «Turtmann ist bereit, das Projekt nimmt Formen an», erklärte er. Die Vereinsgründung für die «Arena +» stehe kurz bevor. Noch sei unklar, wer Geld für den Namen gebe. Daher heisse das Projekt momentan noch «Arena +». Klar ist hingegen, dass die Landwirtschaft bei der künftigen Nutzung Priorität habe, machte Ammann deutlich. Das Ziel sei, 2027 mit dem Bau beginnen zu können.
Ehrungen
Geehrte 80 000er Kühe:
Samona und Redrose, beide von Val Bio Farms, Visp; Kenia und Fatima, beide von Franz Häfliger, Visp; Kendra, Herold Zimmermann, Visperterminen; Indecise, Manfred Seiler, Blitzingen; Tokyo und Unkas, beide von Peter Ruckli, Susten.