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Studie: Nebenprodukte als Tierfutter verhindert den Verlust wertvoller Nährstoffe

73 Prozent der anfallenden pflanzlichen Nebenprodukte werden in der Schweiz über Mischfutter von Nutztieren verwertet.


Bei der Verarbeitung pflanzlicher Urprodukte fallen jährlich grosse Mengen Nebenprodukte an. Es handelt sich bei den pflanzlichen Nebenprodukten beispielsweise um Ölkuchen aus der Speiseölgewinnung, Zuckerrübenmelasse und Zuckerrübenschnitzel aus der Zuckerproduktion, Nebenprodukte aus der Mehlproduktion, oder Obsttrester und Biertreber, die bei der Herstellung von Obstsäften und Bier anfallen.

Verfütterung an Nutztiere

Bei der Produktion von Mehl aus Brotgetreide beträgt die Ausbeute beispielsweise rund 80 Prozent. Die übrig bleibenden 20 Prozent fallen als Nebenprodukte an, die kaum in der Humanernährung Einzug finden. Durch deren Verfütterung an Nutztiere in Form von Mischfutter, können die Nährstoffe der Nebenprodukte aber immerhin weiter für die Lebensmittelproduktion nutzbar gemacht werden.

Im Durchschnitt 365000 Tonnen

Forschende der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) haben in einer kürzlich veröffentlichten Studie die Menge jährlich anfallender Nebenprodukte anhand von
Anbau- und Importmengen von Urprodukten, sowie der durchschnittlichen Lebensmittelausbeute in der Schweiz geschätzt. Im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 fielen jährlich rund 365 000 Tonnen Nebenprodukte aus der Inlandverarbeitung von pflanzlichen Urprodukten an.

Genaue Mengenerhebung

Die Studie zeigt, dass der bedeutendste Anteil hierbei auf die Nebenprodukte aus der Mehlmüllerei fiel (142 81 Tonnen), wovon rund 43 Prozent aus importierten Rohwaren stammen. Mit einem Inlandanteil von 95  Prozent betrug der Anfall aus Ölkuchen aus der Speiseölgewinnung 65 053 Tonnen. Während der anfallende Obsttrester (5748 Tonnen) gänzlich aus inländischem Obst gewonnen wird, stammen die 20 00 Tonnen Biertreber ausschliesslich von Importware, da die Schweizer Braugerstenproduktion mengenmässig unbedeutend sei, so die Studie.

38 Prozent der Nebenprodukte landen im Schweinefutter

Bei der Zuckerproduktion fallen rund 46 000 Tonnen Zuckerrübenmelasse sowie 86 000 Tonnen Zuckerrübenschnitzel an. Über die mengenmässige Verfütterung der Nebenprodukte an die Schweizer Nutztiere gibt die HAFL-Studie  ebenfalls Aufschluss.  Im Schweinefutter lassen sich rund 38 Prozent der Nebenprodukte verwerten. Beim Geflügel hingegen nur 16 Prozent. Die übrig bleibenden 46 Prozent gelangen in die Rindviehfütterung. Die anfallenden Nebenprodukte aus der Mehlmüllerei, die mengenmässig am grössten sind, konnten im Schweine- und Geflügelfutter nur etwa zur Hälfte verwertet werden.

Nährstoffe durch Mischfutter erhalten

Gründe hierfür sehen die Forschenden unter anderem bei dem für den Futtereinsatz oft zu hohen Phosphorgehalt der Mühlennebenprodukte. Um diese restlos zu verwerten, müssten etwa 65 00 Tonnen ihren Weg in die Rindviehfütterung finden, wo sie praktisch vollständig über die Mischfutterherstellung zum Einsatz kommen. Milchvieh stellt, anhand der Studie, mit Abstand die wichtigste Möglichkeit der Verwertung dar.

300 kg pflanzliche Nebenprodukte pro Kuh und Jahr

Wird der Milchkuhbestand von 570 000 Tieren berücksichtigt, ergibt sich eine theoretische Menge von 300 kg pflanzlicher Nebenprodukte pro Kuh und Jahr. Betrachtet man ausschliesslich die Mühlennebenprodukte, müsste jede Milchkuh pro Jahr 120 kg davon verzehren, um diese Nebenprodukte vollständig zur weiteren Produktion von Lebensmitteln nutzen zu können, anstatt es in der Biogasanlage entsorgen zu müssen. Insgesamt verwertet das Schweizer Nutzvieh über Mischfutter mindestens 270 00 Tonnen pflanzliche Nebenprodukte. Gingen die Tierbestände in der Schweiz deutlich zurück, könnte die vollständige Verwertung der pflanzlichen Nebenprodukte in der Tierernährung möglicherweise nicht mehr sichergestellt werden, so schlussfolgern die Forschenden der Hochschule.

Schweizer Nebenprodukte im Tierfutter:

 

Verwertung im
Schweinefutter (t)

Verwertung im
Geflügelfutter (t)

Verwertung im
Rinderfutter (t)

Mühlennebenprodukte

52 75

26 50

64 56

Ölkuchen

21 50

31 25

12 78

Zuckerrübenmelasse

15 25

0

30 43

Zuckerrübenschnitzel

43 25

0

42 12

Obsttrester

5748

0

0

Biertreber

0

0

20 00

Total

138 23

57 75

169 89

Pflanzliche Nebenprodukte und deren Verwertung im Futter verschiedener Nutztiere. Quelle: HAFL

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