«Der Orange Knirps ist der Renner», sagt Silvia Rohner. Diesen Kürbis müsse man nicht schälen, er schmecke gut und sehe ausserdem schön aus. Doch der Hokkaido, wie er auch heisst, ist bei weitem nicht die einzige Sorte auf dem Landwirtschaftsbetrieb in Gossau SG.
Über 160 verschiedene Kürbisse bauen Rohners an: Die Palette reicht von populären Arten wie Halloweenkürbis, Butternut und Muskat bis hin zu weniger bekannten wie «Pink Jumbo Banana». Bei letzterem handelt es sich – wie bereits der Name andeutet – um einen Kürbis beachtlicher Grösse, der in der Form ein wenig an eine Banane erinnert und eine rosafarbene Schale hat.
Auch im Geschmack überzeugt er, so Silvia Rohner. «Wir nutzen ihn gerne für unsere Suppe», verrät sie. So auch dieses Jahr, etwa am Kürbisfest, welches Ende September stattfand. Im «Kürbis-Beizli» gibt es jeweils Spezialitäten, die man sonst kaum je aufgetischt bekommt: darunter Kürbis-Vermicelles, Kürbis-Panna-Cotta und Kürbis-Toast.

Freiwillige helfen bei Aufbau und Dekoration
Ein weiterer Höhepunkt ist die Kürbis-Ausstellung, die am Festtag eröffnet wurde und noch bis Ende Oktober dauert. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein jährlich wechselndes Motto. Diesmal haben Rohners den gesamten Vorplatz in eine chinesische Kulisse verwandelt, einschliesslich einer Pagode und einigen Metern chinesischer Mauer – dekoriert mit mehreren Tausend Speise- und Zierkürbissen.

Für Idee und Aufbau sind jeweils die Söhne zuständig, seit Jahren mit Unterstützung aus dem Freundeskreis. «Und dies alles erst kurz vor der Eröffnung», meint Silvia Rohner lachend. Zudem helfen zahlreiche Freiwillige beim Dekorieren und Einrichten der Festwirtschaft. So auch die Floristin, welche die einzigartigen Kürbis- und Blumenbouquets gestaltet, sowie die Köchin, die für die Kürbissuppe zuständig ist.
Kürbis-Ausstellung
Die Ausstellung mit Verkauf auf dem Kürbishof Rohner ist bis 31. Oktober 2026 täglich offen. Öffnungszeiten Kürbis-Beizli: Mittwoch 14 bis 18 Uhr, Sa/So 11 bis 18 Uhr (bis 31. Oktober).
Heutzutage haben Kürbisse zahlreiche Fans
Dieses Jahr findet die Kürbis-Ausstellung auf dem Betrieb, den inzwischen Sohn Stefan übernommen hat, zum 30. Mal statt. Silvia Rohner blickt zurück auf das Jahr 1996: Damals brachte ihr Vater den ersten Kürbissetzling, um einen Erdwall zu begrünen.
Dieser breitete sich mehr aus als erwartet und es folgten weitere Pflanzen. «Ein Jahr später gab es bereits eine gute Ernte und ein erstes Fest mit 20 Litern Suppe», erinnert sich die Bäuerin. Seither habe sich der Kürbisanbau auf dem Viehbetrieb längst zu einem eigenständigen Bereich etabliert.
Anfänglich seien Kürbisse noch nicht so bekannt gewesen, so Rohner. «Die Kundschaft war dankbar, wenn wir Rezepte mitlieferten.» Doch in den letzten 10–15 Jahren habe sich die Popularität gewandelt: Im Internet seien inzwischen viele Ideen für schmackhafte Gerichte zu finden und die Nachfrage nach Kürbissen steige nach wie vor. Für die Ausstellung kommen die Kunden auch. Von weit her.

Die meisten Sorten brauchen 100 Tage bis zur Reife
Im Mai nach den Eisheiligen pflanzen Rohners von Hand jeweils auf 2,5 ha rund 6000 Kürbissetzlinge, die sie ab Ende April im Treibhaus vorziehen. Dünger braucht es kaum, eine Zugabe vom Mist der betriebseigenen Truthennen reicht aus.
Die meisten Sorten benötigen etwa 100 Tage bis zur Erntereife. Manche asiatischen Kürbisse brauchen länger und haben hierzulande Mühe, auszureifen, weil es gegen Herbst zu kalt wird.

Auswahl an Kürbissen
Oranger Knirps: Publikumsliebling, guter Geschmack, mit Schale essbar, sieht gut aus.
Halloweenkürbis: Gilt vom Aussehen her als Kürbis schlechthin, eignet sich jedoch weniger für die Küche.
Tetsukabuto: Schale grünlich, Fleisch orange, leichter Marronigeschmack, für Suppe oder zum Braten und Backen.
Pink Jumbo Banana: gross, rosa Schale, bananenähnliche Form, eignet sich gut für Suppen.
Delicata: sehr feiner Geschmack, Lieblingskürbis von Silvia Rohner.

Dieses Jahr war es sogar den Kürbissen zu trocken
«Ich bin jedes Jahr von Neuem fasziniert, was die Natur an Vielfalt und Farben hervorbringt», sagt Silvia Rohner. Allerdings probiere sie kaum mehr neue Sorten aus, da es kaum mehr wirklich Neues gebe. Allein vom Butternut gibt es über 70 Sorten. Sie bezieht das Saatgut vom Kürbis-Club-Basel (KCB). Dieser hat mehr als 600 Sorten im Sortiment.
Für die Produzentin sind vor allem die Kriterien Geschmack, Aussehen und Haltbarkeit entscheidend. Insgesamt seien die heutigen Sorten robuster. «Was jedoch Kürbisse nicht vertragen, ist Nässe», so Rohner. Darunter leidet das Pflanzenwachstum und der Pilzdruck steigt.
Mit Trockenheit dagegen kommen Kürbisse gut zurecht. «Doch dieses Jahr war es so extrem, dass wir die Felder bewässern mussten», erzählt die St. Gallerin. Das sei erst zum zweiten Mal nötig geworden. Ansonsten ist sie zufrieden mit der diesjährigen Ernte, die mengenmässig etwas über dem Durchschnitt ausfällt.
Rezept für Kürbis-Toast
Zutaten: 400 g Kürbisfleisch (z.B. Butternut, Greys, Delica), geraffelt (Röstiraffel), 1 Knoblauch (gepresst), 250 g Appenzeller-Käse, geraffelt, Brotscheiben.
Zubereiten: Kürbisfleisch mit Knoblauch vermischen, in etwas Butter weichdämpfen. Auskühlen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit geraffeltem Käse mischen und auf die Brotscheiben streichen. Ca. 20 Min. bei 200 Grad backen.
Konfitüre, Chutney und Eingemachtes mit Kürbis
Rohners vermarkten den Grossteil ihrer Kürbisse direkt ab Hof. Dabei spielt der Hofladen eine grosse Rolle: Wenn Ende August die ersten Kürbisse reif geerntet werden, beginnt Silvia Rohner mit der Produktion der ersten Kürbisprodukte.
In ihrem Produktionsraum stellt sie Eingemachtes wie Konfitüre, Chutney oder süss-sauer Eingemachtes her. Zudem trocknet sie Kürbisstücke für Risotto, Polenta oder Linsen-Mischungen. Das Sortiment im Hofladen, der ganzjährig geöffnet hat, wird durch Produkte weiterer Hersteller ergänzt. So gibt es unter anderem auch Kürbiskernöl, Teigwaren, Apfelsaft und Glace zu kaufen.

