Über das Pfingstwochenende konnten viele Landwirte endlich ihre Heuernte einbringen. Auf Milchviehbetrieben in tieferen Lagen ist das wohl zwei bis drei Wochen später als die letzten Jahre. Vorneweg das Positive: Die Futtermenge dürfte vielerorts überdurchschnittlich ausgefallen sein. So hört man viele Landwirte bereits jetzt über volle Heustöcke berichten.
Nochmals mähen?
Die Futterqualität dürfte im Talgebiet aber wohl unterdurchschnittlich sein. Zudem sehen die gemähten Wiesen heuer oftmals etwas weniger gepflegt aus als in anderen Jahren. Die teils liegenden Grasbestände waren schwer zu mähen, so dass auch die heutigen Mähsysteme an ihre Grenzen kamen. Wo kein sauberer Schnitt erfolgte, sieht der Wiederaustrieb nicht gut aus. Oft stellt sich die Frage, ob die Wiesen nochmals nachgemäht oder gemulcht werden sollten, damit der Wiederaustrieb regelmässig auflaufen kann.
Aus wirtschaftlicher Betrachtungsweise dürften sich diese Arbeits- und Maschinenstunden aber kaum rentieren. Zudem ist das Mulchen nicht empfehlenswert, da Mulchgeräte für eine saubere Arbeit oft zu tief eingestellt werden müssen. Eine dadurch beschädigte Grasnarbe ist das Letzte was man für die bevorstehenden heissesten und vielleicht auch trockenen Monate haben möchte.
Weiterhin positiv bleiben
Es bleibt also wahrscheinlich nichts anderes übrig, als die Bestände so aufwachsen zu lassen und auch im zweiten Schnitt eine leichte Minderqualität in Kauf zu nehmen. Die effektive Qualität lässt sich wahrscheinlich erst im Winter überprüfen. Die Zucker- und vor allem Rohproteingehalte werden wohl etwas tiefer als gewohnt ausfallen. Bezüglich Fressbarkeit ist der erste Schnitt allerdings oft trotzdem noch gut. Ausserdem sind etwas höhere Rohfasergehalte nicht nur schlecht und durchaus wünschenswert in der Wiederkäuerfütterung. Vielleicht dürfte die wohl etwas tiefere Grundfutterleistung im kommenden Winter ja durch ebenfalls tiefere Tierarzt-/Besamungskosten wieder wettgemacht werden. In dem Sinne positiv bleiben und abwarten.

