Kompost gezielt ausbringen: Warum Timing, Witterung und Logistik entscheidend sind

Kompost fällt regional in grossen Mengen an – auf die Felder gelangt er jedoch nur mit entsprechender Planung. Timing mit Witterung, Kulturstand und befahrbaren Böden entscheidet über Einsatz und Nutzen für den Humusaufbau.

«Entscheidend ist, dass der Kompost dann auf die Felder kommt, wenn es für den Betrieb und die Kultur passt», sagt Patrick Schödler, Geschäftsführer der Kuhn GmbH. Die Kuhn GmbH in Zürich übernimmt diese Aufgabe für Landwirtschaftsbetriebe und bringt jährlich rund 10 000 Tonnen Kompost und festes Gärgut aus.

Breites Tätigkeitsfeld als Lohnunternehmung

Patrick Schödler ist seit 3 Jahren im Unternehmen tätig. Zuvor arbeitete er je rund zehn Jahre in der Holzindustrie und in der Elektronikbranche. Parallel absolviert er am Strickhof die Ausbildung zum Landwirt EFZ, die er voraussichtlich in zwei Jahren abschliessen wird. «Die Ausbildung hilft mir, die Abläufe in der Landwirtschaft besser zu verstehen», sagt er.

Die Kuhn GmbH ist seit rund 25 Jahren als Lohnunternehmung tätig. Zum Angebot gehören Fällarbeiten, Baum- und Heckenpflege, Grünflächenunterhalt, kommunale Arbeiten, Spezialholzerei, Transport- und Ladearbeiten, Säarbeiten sowie Winterdienst. Insgesamt stehen rund 30 Grossgeräte zur Verfügung.

Zehn Mitarbeitende sind ganzjährig beschäftigt, im Winter wird das Team mit Stundenangestellten zeitweise fast verdoppelt. Im Betrieb arbeiten ausgebildete Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen – darunter Landwirt(innen), Forstwarte, Personen aus dem Gartenbau sowie ein Mechaniker. Für die Tätigkeiten sei zudem eine ausgeprägte Maschinenaffinität von Vorteil, sagt Schödler.

«Je nach Jahreszeit verschieben sich unsere Schwerpunkte», erklärt er. «Im Winter stehen Fällarbeiten und der Winterdienst im Vordergrund, im Sommer sind es Mäharbeiten, Saaten und die Kompostlogistik.»

Kompost aus der Region

Ein zentraler Betriebszweig ist die Ausbringung von Kompost und festem Gärgut. Das Material stammt aus Anlagen in Zürich und Volketswil und wird zunächst zwischengelagert. Auf dem Lagerplatz befinden sich zeitweise bis zu 2000 Kubikmeter Material.

«Wir versuchen, den Kompost möglichst in der Region zu halten», sagt Patrick Schödler. «Das reduziert Transportwege und erleichtert die Logistik.»

Die Kuhn GmbH schliesst Abnahmeverträge über festgelegte Mengen ab. Anschliessend organisiert sie die Auslieferung und Ausbringung auf den Feldern verschiedener Landwirtschaftsbetriebe.

Von der Lieferung bis zur Ausbringung

Die Logistik folgt einem eingespielten Ablauf: Lastwagen liefern den Kompost direkt auf die Felder, wo zunächst Haufen angelegt werden. Danach wird das Material mit einem Streuer mit Kran gleichmässig verteilt.

«Mit diesem leistungsstarken System können stündlich bis zu 150 m³ Material effizient auf den Feldern ausgebracht werden», sagt Patrick Schödler. Pro Auftrag werden durchschnittlich vier bis fünf Hektaren mit Kompost oder festem Gärgut versorgt. Die Abnehmer erhalten den organischen Dünger kostenlos und tragen lediglich die Kosten für dessen Ausbringung.

Die Koordination ist dabei zentral: Je nach Verfügbarkeit des Materials, Witterung und Kulturzustand muss kurzfristig entschieden werden, wann und wo ausgebracht werden kann.

Saisonale Schwankungen und Lagerung

Die Nachfrage nach Kompost ist über das Jahr unterschiedlich verteilt. Besonders hoch ist sie nach der Ernte, wenn die Felder frei sind. Zwischen Mai und Juli hingegen ist die Ausbringung deutlich geringer, da die Kulturen auflaufen.

«Grundsätzlich kann Kompost das ganze Jahr über ausgebracht werden», erklärt Patrick Schödler. «Anspruchsvoll wird es jedoch, wenn die Böden über längere Zeit nicht befahrbar sind – dann stellt die Lagerlogistik eine besondere Herausforderung dar.»

Regelmässigkeit statt Einmaleffekt

Für die landwirtschaftlichen Betriebe steht laut Patrick Schödler nicht die einmalige Menge im Vordergrund, sondern die kontinuierliche Anwendung.

«Der Nutzen entsteht vor allem dann, wenn Kompost regelmässig eingesetzt wird», sagt er. Ziel sei ein langfristiger Beitrag zum Humusaufbau sowie eine Verbesserung der Bodenstruktur und der Wasserspeicherfähigkeit.

Auch die Rückführung organischer Substanz in den Boden spiele eine zentrale Rolle. Sie unterstütze geschlossene Nährstoffkreisläufe und trage zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei. Entscheidend sei deshalb nicht der einzelne Einsatz, sondern die Wiederkehr im System über mehrere Jahre hinweg, erklärt Schödler.

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