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Gabi Mettler-Kühne: Holsteinzüchterin engagiert sich im VMMO-Vorstand

Die 45-jährige Meisterlandwirtin bewirtschaftet im Linthgebiet einen Milchviehbetrieb. Ein wichtiges Anliegen ist ihr die Öffentlichkeitsarbeit.

«Neben den vielen Vorschriften und Krankheiten wie Blauzunge ist die Marktlage für uns eine der grössten Herausforderungen», stellt Gabi Mettler-Kühne klar. Die St. Gallerin bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann Alois in Benken SG einen Milchviehbetrieb mit 45 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche und 80 Kühen.

Im Frühling wurde sie zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern in den 14-köpfigen Vorstand der Vereinigung Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) gewählt. Ihre Motivation für das Engagement in der Verbandsarbeit sieht Mettler in der Möglichkeit, selbst etwas zur Situation der Bauernfamilien beitragen zu können.

Nicht direkt in die Landwirtschaft eingestiegen

Die Landwirtschaft stand für Gabi Mettler-Kühne schon immer im Zentrum. Als Kind hatte sie zusammen mit ihren beiden Schwestern auf dem elterlichen Betrieb mitgeholfen. «Mir war bereits damals klar, dass ich beruflich in die Fussstapfen meines Vaters treten wollte», erzählt sie. Doch auf Wunsch der Eltern lernte sie nicht direkt Landwirtin, sondern ging zunächst für ein Haushaltslehrjahr in die Westschweiz und absolvierte anschliessend eine Lehre als Charcuterie-Verkäuferin. 

Dann endlich packte Mettler die Ausbildung zur Landwirtin an, die sie mit der Meisterprüfung krönte. Bis zur Geburt des ersten Kindes war sie bei der UFA als Schweinezuchtberaterin im Aussendienst tätig. Zu Hause folgte eine aktive Zeit: Sie übernahm mit ihrem Mann in Reichenburg SZ den Betrieb seines Onkels mit 12 Milchkühen; dazu kam der Start in den Beerenanbau.

Etwas später bot sich die Gelegenheit, auch in den Betrieb der eigenen Familie einzusteigen. Zunächst gründete das Ehepaar zusammen mit den Eltern eine Betriebsgemeinschaft. 2013 konnten die beiden dann auch den Betrieb ihrer Eltern übernehmen. «Und heute steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern», sagt die vierfache Mutter. Einer der Söhne sei bereits Landwirt, ein zweiter mitten in der Ausbildung.

Besondere Freude an den Kühen und Kälbern

«Auf dem Betrieb bin ich vor allem für das Organisatorische zuständig», sagt Gabi Mettler-Kühne. So sei sie für die Administration, den Einkauf, die betrieblichen Berechnungen sowie die Kühe und deren Herdenmanagement verantwortlich. «Besondere Freude habe ich an den Kühen und Kälbern», sagt die 45‑Jährige.

Früher hätten sie eine reine Braunviehherde gehabt. «Doch seit wir zur Hochzeit ein geflecktes Kalb geschenkt bekamen, lässt mich das Holstein-Virus nicht mehr los», sagt sie lachend. An der Rasse schätze sie nicht nur die Milchleistung, ihr gefalle die Kuh an sich. Inzwischen ist sie begeisterte Züchterin und führt die Besamungen selbst durch. Die Milch geht an Züger Frischkäse AG zur Produktion von Frischkäse und Mozzarella.

Gastgeberfamilie für das Hof-Theater

Ein wichtiges Anliegen von Gabi Mettler-Kühne ist die Öffentlichkeitsarbeit: Die Familie nimmt beispielsweise am Programm «Schule auf dem Bauernhof» (SchuB) teil und stellt sich seit Jahren als Gastgeberbetrieb für das Hof-Theater zur Verfügung. «Dies mit dem Hintergrund, dass mein Mann Laienschauspieler ist und ich gerne ins Theater gehe», sagt die Betriebsleiterin.

Der Anlass, zu dem jeweils auch ein Essen gehört, sei jedes Mal ein Riesenaufwand und nur mit einer Vielzahl von Helfer(innen) zu bewältigen. Doch gerade dieses Miteinander sei auch schön. Zudem kämen zum Theater Leute auf den Hof, die kaum einen Bezug zur Landwirtschaft haben. «Das gibt immer interessante und aufklärende Gespräche rund um die Landwirtschaft», sagt Mettler. 

Generationenwerk an die Jungen weitergeben

Zwar habe sich die Landwirtschaft stark in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt, sagt die St. Gallerin. «Dennoch kommt sie nicht aus dem Spannungsfeld zwischen zunehmenden Vorschriften und zerfallenden Preisen heraus.»

In dieser Situation sei es manchmal herausfordernd, den Jungen die Motivation für das Weiterführen eines Landwirtschaftsbetriebs zu vermitteln. «Trotz allem ist es doch wichtig, die Freude für ein solches Generationenwerk weiterzugeben.»

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