Einige bäuerliche Organisationen und Branchenverbände geben sich geschlagen und nehmen die geplante Einführung von Digiflux, der neuen Plattform zur Umsetzung der Mitteilungspflicht für Pflanzenschutzmittel und Nährstoffhandel, zähneknirschend zur Kenntnis. Teils werden noch weitere Vereinfachungen gefordert.
Die Vereinigung der Schweizer Futtermittelfabrikanten (VSF) hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie in ihrem Bereich– also bei den Futtermitteln – nichts hält von dieser gläsernen Wertschöpfungskette. Diese dringe weit in den Datenschutz und Wettbewerbsgeheimnisse ein.
«Ohne Futter – keine Tiere»
Dies bekräftigte Präsident Damian Müller, Luzerner FDP-Ständerat, an der Generalversammlung vergangene Woche in Nottwil LU am Sempachersee nochmals deutlich. Wer das geopolitische Umfeld beobachte, dem werde vor Augen geführt, dass eine leistungsstarke Land- und Ernährungswirtschaft von grösster Bedeutung sei für die Schweiz.
Ernährungssicherheit beginne auf dem Feld und im Stall. «Ohne Futter – keine Tiere», so Müller. Rund 60 Prozent mache die tierische Produktion an der landwirtschaftlichen Wertschöpfung aus und rund zwei Drittel der Fläche seien Grasland. Daraus gebe es weder Teigwaren noch Tofu.
Der Fleischkonsum der Schweizer(innen) nahm im letzten Jahr zu. Vor allem Pouletfleisch und Eier sind im Trend. Die Realität zeige ein anderes Bild, als gewisse politische Ideologien es ausmalen würden. «Wer die Tierproduktion schwächt, schwächt die Ernährungssicherheit», so Damian Müller. Die Schweizer Futtermittelproduzenten dürften selbstbewusst auftreten, die Qualität sei top, die Produktion nachhaltig. Laut werde der Verband selten.

Kampf gegen die Bürokratie
Doch dann kam Digiflux. Dafür hat man extra die Geschäftsstelle personell etwas hochgefahren, bestätigte später auch Geschäftsführer Beat Röösli. Im Bereich des Pflanzenschutzes sei politisch wenig Bereitschaft vorhanden, Digiflux zu entschärfen. Im Bereich der Nährstoffe gebe es aber mehr Möglichkeiten. «Steigt der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand?», habe man sich beim Verband gefragt. Die Antwort sei klar: Nein.
Versorgungssicherheit entstehe nicht mit Datensammlung.
Der VSF werde bis zuletzt gegen Digiflux kämpfen. Konkret weibelt man aktuell auf politischer Bühne. Ziel: Zwei entsprechende Initiativen im Ständerat durchbringen. Hier würden die Ständerätinnen und Ständeräte der Mitte das Zünglein an der Waage spielen. Diese seien «leider», so Damian Müller, gespalten. Alle seien aufgerufen, hier noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Auf dem Markt seien die Futtermittelfabrikanten Konkurrenten, beim Kampf gegen mehr Bürokratie würden aber alle im gleichen Boot sitzen.
Leichtes Umsatzplus für die Futtermittelfabrikanten
Die meisten Futtermittelfabrikanten hatten 2025 ein gutes Jahr, zumindest bezüglich des Absatzes. Denn die Erfolgsrechnung des Verbands weist mehr Einnahmen bei den Liegenschaften und den Mitgliederbeiträgen aus. Und diese Beiträge sind eben umsatzabhängig. Die VSF-Mitglieder produzierten gemäss Geschäftsbericht im vergangenen Jahr 796 050 Tonnen Mischfutter, Eiweisskonzentrate und Futterzusätze. 46 Aktivmitglieder sind im Verband organisiert. Ein Umsatzplus von 2,2 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr.
Der VSF schätzt, dass seine Mitglieder rund 45 % Marktanteil in der Schweiz haben. Dazu kommt ein ähnlicher Anteil von genossenschaftlichen Mischfutterherstellern (z.B. UFA). Der Rest falle auf «Trittbrettfahrer», die nicht verbandlich organisiert sind. Die Mischfutterumsätze verteilen sich grob zu je einem Drittel auf Grossvieh, Schweine und Geflügel. Unter «diverse Tiere» fallen etwa Pferde, Schafe, Ziegen oder Kaninchen. Dieses Segment sorgt für lediglich 2 % des Gesamtumsatzes. Beim Import-Futterweizen stammen 100 Prozent aus Europa, beim Soja 98 Prozent.
Präsident Damian Müller und seine neun Vorstandskollegen und eine Kollegin wurden für zwei weitere Jahre wiedergewählt.

