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Die zweite gute Ernte in Folge und trotzdem Importe: Fenaco erklärt die Lage

Es geht das Gerücht um, kurz vor der Ernte importiertes Futtergetreide blockiere die Annahme von Schweizer Ware. Das stimme so nicht.

Die Getreidemühle Biblis in Herzogenbuchsee BE könne kein Erntegut mehr annehmen, weil die Lager mit Importgetreide gefüllt seien. Dieser empörte Vorwurf erreichte die BauernZeitung dieser Tage. Auf Anfrage dieser Redaktion sagt Samir Mejri, Ressortleiter Handel Getreide/Ölsaaten von Fenaco GOF, diese Aussage treffe so nicht zu. «Wir haben uns auf die diesjährige Inlandernte vorbereitet und entsprechend Lagerkapazitäten für deren prompte Abnahme geschaffen», versichert er. Mit dem Start der Ernte habe man unmittelbar begonnen, inländische Rohware in die Werke und Lagerstandorte zu transportieren.

Gewisse Lager dürfen nie leer sein

Aber auch wenn die Getreideernte in der Schweiz heuer zum zweiten Mal in Folge mengenmässig gut ausfällt, Importe gibt es trotzdem. Das bestreitet Fenaco GOF nicht. Samir Mejri erklärt: «Die Versorgung der UFA-Werke muss an 365 Tagen im Jahr sichergestellt werden. Zudem bestehen gesetzliche Pflichtlagermengen, die jederzeit vorhanden sein müssen – auch unmittelbar vor Beginn der neuen Ernte.»

Erntefrische Rohware wie Gerste oder Weizen könne nicht sofort der Verarbeitung zugeführt werden, sagt der Ressortleiter weiter. «Diese Getreidearten benötigen nach der Ernte eine Lager- beziehungsweise Reifezeit, bevor sie optimal in den Rezepturen eingesetzt werden können», so Mejri. Deshalb sei zum Zeitpunkt der neuen Ernte ein Überhang aus der Vorjahresernte notwendig. Und unabhängig davon müssten einzelne Rohstoffe auch während der Sommermonate importiert werden, da sie in der Schweiz noch nicht oder nicht in ausreichender Menge verfügbar seien. «Dies betrifft insbesondere Körnermais.» 

Internationale Bahnwagen mit Schweizer Getreide an Bord

Bereits mit dem Start der Ernte habe die Fenaco damit begonnen, die angelieferte Ware laufend in ihre Werke und Lagerstandorte zu transportieren. Da die diesjährige Ernte rund zwei Wochen früher als üblich startete, seien die Mengen aber sehr konzentriert eingetroffen. «Entsprechend sind unsere Logistik- und Lagerkapazitäten derzeit stark ausgelastet», schildert Samir Mejri.

Es sei indes zu beachten, ergänzt er, dass die von Fenaco GOF gemieteten GATX-Bahnwagen ausschliesslich für den Inlandtransport eingesetzt würden. Seit dem 1. Januar 2026 mietet die Agrargenossenschaft 145 solcher Gefährte von der SBB-Cargo-Tochter Chemoil Logistics AG. Obwohl diese Fahrzeuge sonst auch im Ausland unterwegs sind, handle es sich in diesem Fall also nicht um Importware. «Die GATX-Bahnwagen dienen vielmehr dazu, Schweizer Getreide effizient zwischen den Standorten der Fenaco GOF zu transportieren», bekräftigt Mejri.

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