Gemüsebauer Fritz Hagn und sein Team kippen im unterfränkischen Segnitz eine Tagesernte Minigurken aufs Feld, um sie anschlissend unterzupflügen. Warum? Der Landwirt aus Stegniz erzählt im Video, einige Supermarktketten wie Rewe und Edeka nähmen nur noch in Plastik verpackte Gurken an - deshalb bliebe er auf seiner Ware sitzen. «Keine offene Ware mehr, wie wir das die ganze Zeit in fünf Kilo lose geliefert haben». Für den Gemüsebauer, der seit 14 Jahren Minigurken anpflanzt, lohne sich der Anbau nicht mehr, «weil es keinen Sinn hat, immer nur 10, 20 Prozent von der Menge zu verkaufen.» Die entgangene und vernichtete Ernte habe einen finanziellen Schaden von «weit über 100.000 Euro» angerichtet.
Als das Video veröffentlicht wurde, waren in Hagns Kühllager noch zwischen sechs bis acht Tonnen Minigurken, die der Landwirt für zehn Euro pro zehn Kilo an Direktkunden verkaufte.
Video sorgt für Furore
Das von der «Fränkischen Illustrierten» am 10. Juni veröffentlichte Video erreichte mittlerweile über vier Millionen Aufrufe und löste viel Solidarität, aber auch Protest aus. Kai Fuchs, stellvertretender Geschäftsführer der Genossenschaft, zu der Hagn gehört, ärgerte sich gegenüber der «Augsburger Allgemeinen»: «Wir haben vom Film nichts gewusst und distanzieren uns von der Aktion.» Die Supermarktketten Edeka und Rewe wehren sich gegen die im Video erhobenen Vorwürfe und betonen in Stellungnahmen, sie würden seit Jahren sowohl unverpackte als auch verpackte Gurken anbieten. Franz Hagn zeigte sich seinerseits vom grossen Zuspruch gerührt und meinte laut der «Augsburger Allgemeinen», er habe niemanden angreifen wollen.
Das ganze Video finden Sie hier.
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