„Landwirtschaft und Umwelt – gemeinsame Herausforderungen“, lautete der Titel des Referats von Marc Chardonnens am vergangenen Donnerstag vor der Konferenz der operativen Leiter des Schweizer Bauernverbands (SBV).
Als eine dieser Herausforderungen betrachtet Chardonnens die emmissionsmindernde Gülleausbringung oder die Verminderung des Eintrags von Nährstoffen und Pflanzenschutzmittelrückständen in die Flüsse und Seen. Zwar gibt es heute im Ressourceneffizienzprogramm des Bundes bereits einen Beitrag für emissionsmindernde Ausbringverfahren. Dieser beträgt aber lediglich 30 Franken pro Hektare, was noch nicht zu einem Teilnehmer-Boom geführt hat.
Chardonnens erklärte, im umliegenden Europa sei man schon deutlich weiter. Als Beispiele die Niederlande und Dänemark, wo die Gülleausbringung dank staatlicher Vorschriften bereits flächendeckend emissionsmindernd ist. Zu einer Forderung in Richtung Obligatorium liess sich Chardonnens aber nicht hinreissen.
Dieses zurückhaltende Argumentieren kam bei den Bauern gut an. Offensichtlich kennt Chardonnens als Agronom die Sorgen und Nöte der Landwirte. Er wies darauf hin, dass Landwirtschaft und Umweltschutz im Grunde gleiche Ziele verfolgten, es gebe aber zwangsläufig Konflikte gibt, weil die Bauern intensiv produzieren müssen, um über die Runden zu kommen, während die Gesellschaft die Ammoniakemissionen und den Pestizideinsatz zunehmend kritisch sieht.
Dass Chardonnens‘ Potentiale und Zielsetzungen in diesen Spannungsfeldern aufzeigte, war deshalb wertvoll, weil im Anschluss ans Referat ein direkter aber freundlicher Austausch stattfinden konnte. Zu spezifischen Themen konnten Fachwissen und Erfahrungen beider Seiten dargelegt werden.
SBV-Präsident Markus Ritter zeigte sich erfreut über die Landwirtschaftskenntnisse des neuen Direktors. Er hoffe auf Lösungen, die durch gegenseitiges Zuhören und Profitieren gefunden werden können.
Mehr Informationen zum Lebenslauf von Marc Chardonnens auf http://www.bafu.admin.ch/org/02314/02321/index.html?lang=de
sw