Aktuell sieht es marktmässig  düster aus auf dem Schweinemarkt. Im Oktober wurde pro geschlachtetes Schwein im Schlachthof 91 kg gewogen, das sind 2,4 Kilo mehr als der Jahresschnitt 2016 betrug. Die 91 Kilo sind ein neuer Rekord! Mit den 91 Kilo Schlachtgewicht kommen wöchentlich rund 120 Tonnen zusätzliches Schweinefleisch auf den Markt. Das ist der wahre Grund, weshalb wir einen Rückstau auf dem Schweinemarkt haben! Das Übergewicht stört die Verarbeiter nicht, denn höhere Schlachtgewichte bedeuten mehr Fleisch je Arbeitstag gleich gesteigerte Arbeitsproduktivität. Fazit: Der Schlachtschweine-Preis bleibt ab heute 17. November bei Fr. 3.60 je Schlachtgewicht ab Hof. Abgehende Mutterschweine schlagen um 20 Rappen ab auf neu Fr. 1.60 bis Fr. 1.80 je Kilo Schlachtgewicht ab Hof. 

Qualität: Trotz hohen Gewichten stimmt die Fleischqualität beim Schweinefleisch nach wie vor. Laut Suisseporcs stieg der Magerfleischanteil auf 57,8 Prozent und das ist ein guter Wert. Schweinefleisch ist gut und tut gut. Schweinefleisch ist nicht fett. Ein Kotelett hat weniger Fett als ein Pouletschenkel, nur weiss das niemand. Schweinefleisch hat auch viel Vitamin B1 und B12. Nur weiss auch das niemand und die Leute kaufen dafür lieber Vitamin-B12-Tabletten beim Drogist. Beim Kauf von Schweinefleisch gibt es Vitamin B1 und B12 gratis dazu! Das Fazit lautet: Schweinefleisch wird ganz einfach unter seinem Wert verkauft! Leider sinkt der Konsum, allein 2016 um 330 Gramm pro Kopf, und das erst noch in einem Tiefpreisjahr. 

Ferkel: In sämtlichen Teilmärkten bestehen Angebotsüberhänge. Gemäss den Meldungen vom Handel und Vermarktern stehen im QM- und IPS-Jagermarkt gut mittlere Angebote einer mittleren Nachfrage gegenüber. Im CNf-Jagermarkt verläuft das Angebot leicht über Plan und die Nachfrage ungefähr nach Plan. Die Produktion ist deutlich über als die Absatzmöglichkeiten. Jetzt ist die letzte Gelegenheit einen drohenden Jagerrückstau im nächsten Frühjahr zu vermeiden. Der Preis für 20-kg-Jager bleibt bei Fr. 3.90 je kg lebend ab Stall.

Grosses Bankvieh: Der Wochenpreis bleibt bei Fr. 9.30 pro kg Schlachtgewicht (SG). Es hat weiterhin genügend Bankvieh im Angebot. Die Nachfrage ist normal. Auf den öffentlichen Märkten wurden mehr Tiere aufgeführt als angemeldet waren. Bisher wurden 4`536 t Nierstücke und High Quality Beef importiert. An der heutigen Sitzung Proviande wurden nochmals 600 t Rindsnierstücke zum Import beantragt für die Festtage.

Verarbeitungsvieh:  Weiterer Preisabschlag um 10 Rp. auf Fr. 8.20 pro kg SG. Das Schlachtkuh-Angebot ist normal, die Nachfrage gut. Es wurden wieder über 1`000 Verarbeitungstiere auf die öffentlichen Märkte aufgeführt und verkauft. Bisher wurden 12`148 t brutto Kühe in Hälften zum Import freigegeben. Im Vorjahr betrug das Jahrestotal 10`177 t brutto.

Bankkälber: Der Preis konnte stabil bei Fr. 16.20 pro kg SG gehalten werden. Es ist kein Zug im Markt, aber alle schlachtreifen Bankkälber können zum Wochenpreis verkauft werden.

Kleine Tränkekälber: Unveränderte Preise bei den Tränkern. AA Tränker gelten Fr. 9.50 und A-Tränker Fr. 4.10.

Schlachtschafe: Unveränderter Preis von Fr. 11.80 pro kg LG für Lämmer T3. Die Nachfrage ist schwach.

Das Angebot auf den öffentlichen Märkten ist gross. Der Detailhandel wird von den Schafhaltern aufgefordert in den kommenden Wochen Aktivitäten durchzuführen. Es lohnt sich hingegen  für die Schafhalter, die Tiere korrekt fertig zu mästen. Nicht fertig ausgemästete Tiere auf die öffentlichen Märkte zu bringen, im Wissen dass sie zugeteilt werden müssen, reisst die Schaf- und Lämmerpreise zusammen.

Hans Rüssli