Die Zukunft der gesamten Landwirtschaft steht aus heutiger Sicht stark im Zeichen neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, die ein effizienteres und noch stärker ressourcenschonendes Arbeiten ermöglichen sollen. Zusammengefasst wird diese Entwicklung unter den Schlagworten «Smart Farming» oder «Landwirtschaft 4.0».

Landtechnik 4.0 - ein neues Zeitalter?

SonderbeilageLandtechnik Special 2021Freitag, 26. November 2021 Ein Blick in die aktuellen Kataloge der Landtechnik-Hersteller zeigt: Wir befinden uns tatsächlich an der Schwelle zu einem neuen Landtechnik-Zeitalter, stehen am Übergang zu einer «Landtechnik 4.0». Bloss fragt man sich: Wie viel davon kann auf einem durchschnittlichen Betrieb überhaupt zum Einsatz kommen? Viele neue Technologien klingen auf den ersten Blick stark nach Zukunftsmusik. Autonom arbeitende Feldroboter oder unbemannt fahrende Traktoren sehen für viele Augen eher nach Science-Fiction aus und weniger nach einer guten Investitionsmöglichkeit.

Vielfach erfordern neue Technologien tatsächlich Betriebsgrössen und Flächen, die sich in der kleinräumig strukturierten Schweiz kaum je finden. Und dennoch: Wer hätte vor 20 Jahren das Smartphone kommen gesehen? Und wer hätte die zentrale Rolle vorausgeahnt, welche die handlichen Geräte in unserem Alltag heute einnehmen? Diese Entwicklung sollte man vor Augen haben, wenn man über Modernisierungsprozesse in der Landwirtschaft nachdenkt.

Grosser Nutzen am richtigen Ort

Aller Modernisierungs-Euphorie zum Trotz: Die hiesige Landwirtschaft stellt Anforderungen und Probleme, die nach wie vor mit lokalem bäuerlichem Tüftler-Geist gemeistert werden wollen. Nur so können sinnvolle und passende Lösungen entwickelt werden. Nicht immer sind deshalb die modernsten Geräte und Maschinen nötig; oft reichen kleine, aber feine Anpassungen von bereits Bestehendem, um zum Ziel zu kommen.

Am richtigen Ort eingesetzt, ist moderne Technik viel wert. Entsprechend gross sind die Nachfrage nach neuer Landtechnik und der Wille zu zukunftsorientierten Lösungen. Ein gutes Beispiel dafür ist die neueste Anschaffung der Familie Gerber aus dem bernischen Schangnau. Ihr «Siloking», ein moderner Futtermischwagen, bringt eine deutliche Qualitätssteigerung für die Tiere und eine beträchtliche Arbeitserleichterung für den Landwirt mit sich.

Nun braucht es Geduld

Wie alle Branchen kämpft auch die Landtechnik aktuell mit beträchtlichen Herausforderungen. Die Corona-Pandemie hat die internationalen Märkte erfasst und stark durcheinandergebracht. Wie Jürg Minger, Präsident des Schweizerischen Landmaschinenverbandes, im Interview mit der BauernZeitung erklärt, ist die Pandemie der Hauptgrund für weltweite Produktionsausfälle, Lieferengpässe und zahlreiche Verzögerungen.

Zusätzlich verunmöglichen die immer neuen Covid-Wellen zahlreiche Messen wie etwa die Agrama, die heuer schon zum zweiten Mal in Folge verschoben werden musste. Somit fehlen wichtige Plattformen zum Austausch und zur Information, aber auch zum Verkauf. Aber: Innovative Geräte und Maschinen stehen bereit und der Bedarf und die Lust auf neue Technik sind vorhanden. Alles, was es jetzt braucht, ist Geduld.