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Temperaturen auf Achterbahnfahrt - wie kommt es eigentlich zu Aprilwetter?

Der Hauptgrund für die Wetter-Kapriolen im April ist, dass die Temperaturunterschiede zwischen den Polarregionen und dem Süden im Frühling am grössten sind.

Immer wieder im Frühjahr zeigt sich das Wetter in der Schweiz von der sehr wechselhaften Seite. Milde, trockene und frühlingshafte Phasen wechseln sich oft in rascher Folge mit Regen- und Schneefällen ab. Die Temperaturkurve gleicht einer Achterbahnfahrt, man spricht vom typischen Aprilwetter. In diesem Artikel schauen wir etwas genauer auf die Ursachen dieses Phänomens und die aktuelle Situation im laufenden Jahr.

Grösste Unterschiede

Der Hauptgrund für das wechselhafte Wetter mit grossen Temperaturschwankungen ist, dass die Temperaturunterschiede zwischen den Polarregionen und dem Süden im Frühjahr am grössten sind. Dann geht in den Polarregionen die Polarnacht zu Ende. Während dieser erhalten die Regionen im hohen Norden nur sehr wenig bis sogar gar keine Energie durch Sonnenstrahlung.

Als Folge kühlen diese Regionen im Winter sehr stark ab, und es bildet sich ein grosses Reservoir an kalter Luft. Gegen Ende des Winters ist dieses in der Regel am grössten.

Gleichzeitig erwärmt sich die Luft in mittleren Breiten im Frühjahr viel rascher als im Norden. Als Folge nehmen die Temperaturgegensätze zwischen dem Norden Europas und den Regionen um das Mittelmeer zu.

Jetstream schwankt

Diese grossen Temperaturunterschiede haben nun zur Folge, dass der Jetstream (das Starkwindband in etwa 10 Kilometern Höhe), der die kalten und die warmen Luftmassen trennt, im Frühjahr in der Regel stark ausgeprägt ist. Gleichzeitig zeigt er oft auch grosse Wellenbewegungen. Durch die Wellenbewegung schwankt die Position des Jetstreams stark in nord-südlicher Richtung.

Entscheidend für unser Wetter ist nun, auf welcher Seite des Jetstreams wir uns befinden. Sind wir als Folge der Wellenbewegung des Jetstreams unter einem «Wellenberg», weitet sich die meist schon sehr milde Luft aus Süden nach Norden und auch in die Schweiz aus. Frühlingshafte Temperaturen sind die Folge.

In einem «Wellental» hingegen gelangt kalte Luft aus dem Norden weit in den Süden. Diese Kälterückfälle können dann bis weit in den Frühling nochmals Schnee bis in tiefe Lagen und Fröste mit sich bringen. Durch den raschen Wechsel dieser Wellenbewegungen im Frühjahr entsteht dann die Achterbahnfahrt der Temperaturen. Nun können sich frühlingshaft warme Tage in rascher Folge mit winterlich anmutendem Wetter abwechseln.

Ab ins Wellental

Wie sieht nun momentan die Situation in der Schweiz aus? Zurzeit befinden wir uns unter einem Wellenberg und somit ist das Wetter bis am Wochenende mild mit Temperaturen von gut 15 Grad. Zum Wechsel der Woche wechselt dann auch das Wetter. Der Jetstream verschiebt sich nach Süden, die Schweiz gelangt in ein Wellental und somit wieder in kalte Luft. In der Folge sinkt die Schneefallgrenze wieder auf 1000 Meter oder knapp darunter.

Mit Frost rechnen

Wenn sich dann in der Folge auch noch klare Nächte zu der kalten Luftmasse gesellen, ist in der nächsten Woche wieder verbreitet mit Bodenfrost (Frost direkt am Boden) oder sogar Luftfrost (Frost auf einer Messhöhe von zwei Metern) zu rechnen.

Wir erleben also auch dieses Jahr wieder den Kampf der kalten und der warmen Luftmassen um die Vorherrschaft in der Schweiz mit dem typischen Aprilwetter als Folge.

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