«Schon als Jugendliche hatte ich den Wunsch nach einem eigenen Gastrobetrieb», sagt Katja Krech. Zwischendurch mal hatte sie eine Frittenbude, aber das sei nicht wirklich ihr Ziel gewesen. Vor rund einem Jahr wurde der Traum wahr: Auf ihrem Nebenerwerbsbetrieb ausserhalb von Frauenfeld TG eröffnete sie ein Hofcafé.
Den Anstoss dazu gab, dass sie und ihr Partner Manuel Metzger eines Tages den Charme der alten Scheune, in der seit Langem Fahrzeuge parkiert waren, wiederentdeckt hatten. «Wir realisierten, dass der hohe Raum mit den Backsteinwänden das Potenzial hat, um etwas daraus zu machen», erzählt die Thurgauerin weiter.
Die beiden dachten zunächst an einen Hofladen, um regionale Produkte zu vermarkten. «Dafür ist der Standort am Stadtrand geradezu ideal.» So begannen sie, den Raum eigenhändig umzubauen und zu gestalten.

Mit etwas Übung zum schönen «Schümli»
Einige geschichtsträchtige Elemente vom Hof erhielten dabei einen neuen Verwendungszweck, zum Beispiel mehrere Holzbalken, Fenster sowie ein Scheunentor des alten Pferdestalls. Zudem machte sich Katja Krech mit Vergnügen an die Inneneinrichtung und stöberte dazu in den umliegenden Brockenhäusern nach passenden Möbeln, Bildern und Geschirr. Auf die Regale kam eine regionale Produktvielfalt, wie etwa der eigene Apfelsaft, Wein, Kaffee (in der Region geröstet), Eingemachtes, Süssigkeiten und Spirituosen.
Schliesslich ging das Ehepaar noch einen Schritt weiter, und aus dem ursprünglich geplanten Selbstbedienungs-Laden wurde ein bedientes Café mit Personal. «Ein schöner Raum mit hochwertigen Produkten will belebt sein», begründet die Betriebsleiterin den Entscheid. Deswegen machte sie das Wirtepatent und erstand eine 25-jährige «La Cimbali»-Siebträgermaschine.
Hofcafé Bühler
Öffnungszeiten: Do und Fr 8 bis 11.30 und 13.30 bis 18 Uhr, Sa und So 8 bis 18 Uhr. Weitere Informationen: www.buehler-hof.ch.
Sie lege sehr viel Wert auf guten Kaffee, so Krech. Daher habe sie auch extra zwei Mühlen, eine für Kaffee und eine für Espresso. Zwar habe sie keinen Barista-Kurs absolviert, doch mit etwas Übung sei auf dem Cappuccino ein schönes «Schümli» zu schaffen, ergänzt sie lachend.

Der Kachelofen stammt von den Ururgrosseltern
Ein gemütliches Café soll es sein, fand Katja Krech. So laden gemütliche Sofas und Sessel zum Verweilen ein, als hätten sie schon immer hier gestanden. Geöffnet hat das Lokal, das jeweils von einer von insgesamt drei Angestellten aus der Region bedient wird, von Donnerstag bis Sonntag. Drinnen hat es Platz für 10 Gäste, draussen unter dem Vordach gibt es weitere 20 Sitzplätze.
Bereits innert weniger Monate konnten Krechs auf ein Stammpublikum zählen. Viele Gäste stammen aus der unmittelbaren Umgebung, andere sind im Grünen unterwegs und unterbrechen den Spaziergang oder die Velofahrt für eine willkommene Erholungspause.
Zudem: Wer mit dem ÖV aus der Stadt kommt, ist von der Bushaltestelle aus in wenigen Schritten beim Hofcafé. Sonntags wird ein Brunch aufgetischt, und täglich gibt es selbst gebackenen Kuchen. Eine wichtige Rolle nimmt der alte Kachelofen ein, der aus dem Haus der Ururgrosseltern stammt und nun mitten im Lokal thront: «Mit ihm heizen wir nicht nur den Raum, er dient auch als Herd», erklärt Krech. Auf dem altehrwürdigen Ofen wird Suppe gekocht und zu besonderen Gelegenheiten auch ein Fondue aufgemischt.

Auf dem Programm steht auch «Weihnachts-Chranzen»
Weil sie mehr als nur eine Gelegenheitsbeiz möchte, hat die Juristin für ihr Hofcafé bewusst eine Gastrobewilligung gelöst. Diese erlaubt mehr Spielraum, zum Beispiel, Events anzubieten. Dazu bietet der hintere, an das Lokal angrenzende Raum weiteren Platz. Im Winter etwa steht ein «Weihnachts-Chranzen», das von einer Floristin geleitet wird, auf dem Programm.
Zudem finden auf dem Hof Anlässe wie Apéro mit kalten Platten, Firmenanlässe oder Geburtstage statt. Ausserdem bietet die zweifache Mutter, die den Hof in fünfter Generation gemeinsam mit ihrer Schwester Carol Krech führt, Betriebsführungen und neu auch Schule auf dem Bauernhof (Schub) an.
Viele Betriebssparten
Eine Stärke des Hofs ist die Biodiversität: «Bei uns trifft man auf zahlreiche Fördermassnahmen», sagt Katja Krech, die seit Kurzem auch als Beraterin Betriebswirtschaft und Agrarrecht am Arenenberg tätig ist. Sie nennt Beispiele dafür: 180 Hochstamm-Obstbäume, einen Weiher, eine Wasserlandschaft sowie eine Altholzinsel. Das wiederum passt zum Hauptbetriebszweig, der Pferdezucht und ‑pension: Die 10 Pferde, die auf dem Hof leben, fressen das Ökoheu der Biodiversitätsflächen.
Krech, die gerne in der Natur unterwegs ist, mag geschlossene Kreisläufe und packt auch selbst an: So stellt sie etwa aus den Quitten eine Maische her, die sie zu Schnaps destillieren lässt und im Hofcafé vermarktet.
Betriebsspiegel
Bühler Hof
Katja und Carol Krech, Frauenfeld TG
LN: 6,5 ha
Kulturen: 180 Obstbäume (u.a. Äpfel, Birnen, Quitten)
Produkte: Apfelsaft, Quittenschnaps
Angebot: Pferdepension, Hofcafé, Schule auf dem Bauernhof (Schub)

