Gewürze und Kräuter sind viel mehr als nur das Salz in der Suppe. Sie bringen eine Speise, egal ob süss oder salzig, erst richtig zur Geltung und geben Tiefe. Neben dem Geschmack bieten Kräuter und Gewürze einen wohltuenden Nebeneffekt: Sie können heilend und wohltuend wirken. Schon unsere Grossmütter wussten um die unterschiedliche Wirkung von Kräutertees. Ob Pfefferminztee oder Thymiantee bei Bauchbeschwerden oder starker, kalter Salbeitee zum Gurgeln bei Halsschmerzen – die Möglichkeiten sind gross. Dasselbe gilt für Gewürze. So sagt man etwa Zimt nach, dass er von innen wärmt, die Verdauung ankurbelt und auch bei Krämpfen helfen kann.
Ein anderes Beispiel für gesundheitliche Vorzüge ist Kurkuma. Auf der Website der Rheumaliga Schweiz heisst es dazu: «Studien zeigen, dass der Wirkstoff Curcumin entzündungshemmend wirkt und Beschwerden bei Arthrose und Arthritis lindern kann.» In Experimenten seien unter anderem die folgenden Effekte nachgewiesen worden: anregend auf den Gallenfluss, krebshemmend, entzündungshemmend, knorpelschützend, antioxidativ, gerinnungshemmend, antimikrobiell und antidepressiv.
Haltbarkeit von Gewürzen verlängern
Bei Gewürzen ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Damit bezeichnete Lebensmittel sind oft auch länger haltbar. Das Datum gibt lediglich an, bis wann das Produkt qualitativ in Bezug auf Geschmack, Geruch und Konsistenz einwandfrei bleibt. Dies, sofern es richtig, also trocken, luftdicht und dunkel, gelagert wurde. Ist dieses Datum abgelaufen, sind Gewürze immer noch geniessbar. Es kann jedoch zu qualitativen Einschränkungen und vermindertem Geschmack kommen, da das Aroma und die Würzkraft mit der Zeit abnehmen.
Dennoch sind Gewürze nicht unbegrenzt haltbar. Es lohnt sich vor allem bei gemahlenen Produkten, regelmässig einen Geruchs- und visuellen Test vorzunehmen. Denn gemahlene Gewürze verlieren rascher das Aroma als unzerkleinerte. Um die Haltbarkeit nicht unnötig zu verkürzen, ist es wichtig, Gewürze mit einem Löffel aus dem Glas zu entnehmen und nie direkt in die Pfanne zu geben. Denn der Wasserdampf der Speisen kann das Gewürz verklumpen lassen und es kann sich giftiger Schimmelpilz bilden.
Vanille geht auch herzhaft
Laut Rheumaliga scheinen die Wirkstoffe von Kurkuma auch ein Segen für die Leber zu sein. «Sie stärken die Leberfunktion und schützen die Leberzellen gegen giftige Substanzen», heisst es. Das aus Indien stammende Gewürz kann zum Würzen von Gemüse-, Linsen- und Fleischgerichten verwendet werden. Auch Süssspeisen lassen sich mit Kurkuma verfeinern. Zudem werden sie gelb gefärbt.
Oftmals werden Gewürze traditionell eher entweder der süssen oder der herzhaften Küche zugeordnet. Doch viele Gewürze lassen sich auf beiden Seiten einsetzen. So etwa Chili in Schokolade, das eine gewisse Schärfe mitbringt. Oder schwarzer Pfeffer – frisch über Erdbeeren gemahlen – verstärkt das Fruchtaroma. Umgekehrt funktioniert das auch. Vanille, meist eher in Süssspeisen eingesetzt, verstärkt den Eigengeschmack von herzhaften Speisen und verleiht ihnen eine gewisse Tiefe. Probieren Sie gerne einmal, die Kohlrabi mit ein wenig Vanille abzuschmecken. Sofern Sie Vanille mögen, wird Sie das Ergebnis sicherlich begeistern.

Rezepte und Warenkunde vereint
Von Gewürzen begeistert ist auch die Schweizer Kochbuchautorin Dorit Türck. Ihr neustes Werk ist ganz den Gewürzen dieser Welt gewidmet. Das Buch beinhaltet zahlreiche süsse, salzige und alltagstaugliche Rezepte, allesamt vegetarisch. Neben hierzulande bekannten Speisen wie Nusskuchen oder Risotto gibt es auch Rezepte, die in die Richtung der orientalischen und asiatischen Küchen gehen. Daneben beinhaltet das Buch viele wertvolle Informationen über die Warenkunde der Gewürze und ihre möglichen Einsatzgebiete. Eine Gewürzmengen-Tabelle hilft zudem, wenn ein Gewürz für ein bestimmtes Rezept in einer anderen Form, als benötigt vorhanden ist. Etwa Fenchelsamen ganz statt gemahlen.
Das Buch mit der ISBN 978-3-906869-56-8 kann im Shop der Schweizer Landliebe unter http://landliebe.ch/shop bestellt oder im Fachhandel gekauft werden.

