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Der Genossenschaftsmonitor 2020: Viel Eigenlob für ein Erfolgsmodell

Die Schweizer Genossenschaften treten seit kurzem unter dem Dach der neu gegründeten "Idée Coopérative" auf. Sie soll den Gesellschaften als Plattform zum Austausch untereinander dienen und vor allem auch jungen Firmen, die sich für diese Rechtsform entscheiden, bei offenen Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Die frisch aus der Taufe gehobene Idée Coopérative werde zu einem Kompetenzzentrum aufgebaut, das sich für kooperatives Unternehmertum engagiere, erklärte Migros- und Idée-Coopérative-Präsidentin Ursula Nold am Montag vor den Medien. Die Idée Coopérative war im Dezember aus dem früheren Verein IG Genossenschaftsunternehmen (IGG) hervorgegangen.

Zu den Mitgliedern zählen sowohl Grossfirmen wie die Migros, die Mobiliar, Raiffeisen, Reka oder die Fenaco-Landi-Gruppe, aber auch eine Vielzahl kleinerer Firmen. «Da die Idée Coopérative selbst eine Genossenschaft ist, gilt unter den Mitgliedern das Prinzip 'one man one vote', egal wie gross eine Firma ist», sagte Nold.

Jungfirmen unterstützen

Die Genossenschaft sei in der Schweiz historisch tief verankert, diene aber dennoch auch jungen Firmen als geeignete Rechtsform, fuhr die Präsidentin fort. Ein Beispiel dafür sei die Musikgenossenschaft Label Red Bricket Chapel, die rund 35 Musikern als Plattenfirma diene und diese etwa bei Produktionen und der Vermarktung unterstütze. Der Profit stehe dabei nicht an erster Stelle.

Die Idée Coopérative soll Genossenschaften fördern und gegen aussen vertreten, ergänzte Henrik Schoop, der die Geschäftsleitung übernommen hat. Er will die Firmen unter anderem in fachlichen Fragen unterstützen. So sei beispielsweise ein Handbuch zum Genossenschaftsrecht geschrieben worden und bald soll ein Leitfaden zum Thema Corporate Governance folgen, sagte Schoop.

Wichtiger Wirtschaftspfeiler

Die Idée Coopérative liefert darüber hinaus weiterhin wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten zur Entwicklung der Genossenschaften hierzulande, wie das bereits die IGG getan hatte. Als Instrument dazu dient etwa der ebenfalls am Montag vorgestellte "Genossenschaftsmonitor 2020". Darin wurden über 170 Genossenschaften zu verschiedenen Themen befragt. Die Autoren kommen im Bericht unter anderem zum Schluss, dass Genossenschaften:

  • ... die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in der Schweiz stärken. Die 10 grössten Genossenschaften trugen 2018 mit ihrem Umsatz mehr als 11 Prozent zum Schweizer Bruttoinlandprodukt bei; die 20 grössten gar über 15 Prozent.
  • ...eine breite Präsenz in der Schweiz haben. Genossenschaften seien mit ihrer regionalen Verankerung wichtige Treiber für eine «nachhaltige und ausgewogene Wirtschaftsinfrastruktur in der Schweiz», heisst es weiter.
  • ...gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. So würden sich Genossenschaften vor allem durch ihre Werteorientierung auszeichnen. Dazu gehörten «gesellschaftliche Verantwortung, Nachhaltigkeit, Förderung regionaler Strukturen» sowie Kundennähe.
  • ...beziehungsorientiert arbeiten. Genossenschaften würden kooperatives Wirtschaften in der Schweiz fördern.
  • ... ein Modell für die Zukunft sein könnten. Wie es im Bericht heisst, hätten Genossenschaften «im Angesicht aktueller Trends grosses Potenzial, Innovationen zu schaffen, die für das langfristig nachhaltige Funktionieren der Gesellschaft erforderlich sind.» Gemeint sind damit unter anderem Energiegenossenschaften, die wichtige Akteure bei der Entwicklung regionaler Infrastruktur seien und zur Nutzung erneuerbaren Energien in der Schweiz beitragen würden.

Im Monitor komme unter anderem die Bedeutung der Genossenschaften für die Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft zum Ausdruck, erklärte Gerhard Fehr, der für die Durchführung verantwortlich ist.

Die Genossenschaften würden zudem von jungen Menschen als attraktive Arbeitgeber gesehen, die auf der Suche nach einer "sinnstiftenden Arbeit" seien, hielt Fehr weiter fest. Und die Umfrage habe auch gezeigt, dass Genossenschaften "frauenfreundlich" seien. Der durchschnittliche Frauenanteil unter den Mitarbeitenden liege bei guten 37 Prozent, während der Anteil von Frauen in Führungspositionen hohe 26 Prozent betrage.

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