Koni Meier, Präsident der Mitgliedorganisation Bioring Appenzellerland, konnte am Höck bei Andreas Zuberbühler und seiner Partnerin Tanja in Urnäsch zahlreiche Biolandwirt(innen) begrüssen. Aber auch konventionell wirtschaftende Betriebsleiter wollten Bio-Luft schnuppern.
30 Rappen mehr für Biomilch
«Ich habe mich bei den Abnehmern kundig gemacht. Der Biomilchpreis ist durchschnittlich bis zu 30 Rp./kg höher als der konventionelle Molkereimilchpreis», sagte Irene Mühlebach, Beraterin am Landwirtschaftsamt Appenzell Ausserrhoden.
Der Biomilchpreis ist für reine Futterbaubetriebe natürlich verlockend. Aber es gibt Stolpersteine, die Mühlebach aufzählte:
- Zwei Jahre nach der Umstellung gilt der konventionelle Preis. Aber gleichwohl müsse man die Richtlinien von Bio Suisse einhalten.
- Raus muss erfüllt sein. Also muss man über genügend Flächen verfügen, die man weiden kann.
- Strenge Fütterungsrichtlinien: Bio-Knospe-Futter ist teuer – und das Raufutter muss von Bio-Suisse-Betrieben kommen.
- Tiere zukaufen dürfe man nur von anderen Schweizer Biobetrieben.
«Es braucht von der Genetik her robuste Rassen und eine gute Futtergrundlage», so das Fazit von Irene Mühlebach. Bio-Molkereimilch für die Herstellung von Trinkmilch, Joghurt, Quark oder Frischkäse ist begehrt – speziell in den Sommermonaten.
«Im Gegenzug harzt der Absatz von Biokäse», so die Beraterin. Sie machte auf den Generationenwandel aufmerksam. Auf vielen Biobetrieben steht die Hofübergabe an. «Ob die Nachfolger weiterhin Milchvieh halten oder auf Mutterkühe umstellen, ist offen, sodass auch in Zukunft Bio-Milchproduktion begehrt sein könnte», fügte sie an.
Milchwirtschaft und Bio-Weide-Beef
Milchvieh beizubehalten und zu züchten, ist für den Betriebsleiter Andreas Zuberbühler keine Frage. Er ist mit Leidenschaft dabei. 2004 ist er in Form einer Generationengemeinschaft in den Betrieb seines Vaters eingestiegen. Dieser hatte einige Jahre zuvor, als die nahegelegene Milchsammelstelle ihren Betrieb einstellte, auf Bio umgestellt.
Dann ging es Schlag auf Schlag weiter: 2006 baute Andreas Zuberbühler einen Laufstall, 2012/2013 wurde das Haus ausgekernt und umgebaut und 2016 entstand eine Remise – eben dort, wo sich am vergangenen Freitag die Bäuerinnen und Landwirte zum Bio-Höck trafen.

Insgesamt bewirtschaftet Zuberbühler rund 30 ha LN – aufgeteilt in 20 ha auf dem Heimbetrieb und 10 ha in Lütisburg (SG), wo noch seine Eltern einen Betrieb erworben hatten. Gehalten werden rund 30 Milchkühe und 18 Bio-Weide-Beef.
Ein Drittel seiner Herde besamt der Betriebsleiter mit Brown Swiss immer in der Hoffnung auf ein Kuhkalb, zwei Drittel mit einer Fleischrasse. «Aber seit dem DV-Entscheid von Bio Suisse zu Spermasexing kann man ja nachhelfen», so Zuberbühler. Nach dem Abtränken gehen die Kälber auf den Betrieb in Lütisburg, wo sich vor allem sein Vater um Aufzucht und Ausmast kümmert.
Lüftungsschlauch hat sich bewährt
Seine Milchkühe füttert Andreas Zuberbühler mit Silage, Heu, Emd, Mais, Gras- und Getreidewürfeln. Die Milchleistung von durchschnittlich 6500 kg erreicht er, indem er Qualität verfüttert und auch das beste Gras von Lütisberg herholt.
Parallel zur Fressachse und den Liegeboxen verläuft auf 28 m Stall längsseits ein Lüftungsschlauch, sodass jede Liegebox mit Frischluft versehen wird. «Ist nicht ganz billig, aber es hat sich bewährt», sagte Zuberbühler.
Viermal jährlich kommt ein Gülleseparator auf den Betrieb
Nicht so häufig auf Betrieben anzutreffen sind Gülleseparatoren. Andreas Zuberbühler mietet diese Maschine etwa viermal jährlich. Abgerechnet werden 50 Franken pro Stunde. «Das lohnt sich für mich in Feld und Stall», sagte der Landwirt.
Auf den Wiesen seien keine Güllemädli, und im Stall nutzt er die Feststoffe zusammen mit Kalk und etwas Stroh für die Einstreu der Boxen – nicht ohne beim Milchabnehmer, der Züger Frischkäse AG, abzuklären, ob das in Ordnung sei. Koni Meier machte darauf aufmerksam, dass dieser Schritt unumgänglich sei. «Käsereien wie beispielsweise jene für Appenzeller Käse, wollen das aus Hygienegründen nicht», so Meier.

Einsatz von umweltfreundlichem Treibstoff
Weiter ging’s beim Betriebsrundgang zur Tankstelle. Andreas Zuberbühler verwendet keinen Diesel mehr, sondern HVO-Kraftstoff, den er von der Laveba bezieht. HVO besteht aus erneuerbaren Rohstoffen wie Altfetten und Speiseölen und soll Treibhausemissionen senken. Sein Fazit: «Gleichbleibende Leistung und weniger lärmig, aber ca. 10 Rp./l teurer.»


