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Auch im Wald entscheidet die Kundschaft über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Ein Bericht im Auftrag des Bundesamts für Umwelt kommt zum Schluss, dass es Möglichkeiten gibt, den Pflanzenschutzmittel-Einsatz im Wald zu reduzieren. Die verwendeten Mengen sind allerdings bereits heute klein.


Pflanzenschutzmittel (PSM) im Wald zu verwenden, ist grundsätzlich verbunden. Es gibt aber Ausnahmen, in denen mit einer kantonalen Bewilligung Holz im Forst gespritzt werden darf. Dabei geht es um die Werterhaltung, denn durch abgestorbene Pilze verbläutes Holz mindern Verwendungsmöglichkeiten und Verkaufswert. Im schlimmsten Fall halbiert sich der Erlös, schreibt das Bundesamt für Umwelt Bafu in einer Mitteilung.Insektenfrass ermöglicht es Pilzen, ins Holz einzudringen, weshalb Insektizide eingesetzt werden. 

Geringe Menge, aber sehr giftige Stoffe

Nur gerade 0,02 Prozent des Gesamtverbrauchs an Pflanzenschutzmitteln kommen in Schweizer Wäldern zum Einsatz. Meist handelt es sich um Cypermethrine, die auch im Weinbau und der Landwirtschaft verwendet werden, aber als stark gewässergefährdend gelten. Im natürlichen Ökosystem Wald können diese Insektizide – trotz Auflagen zur Anwendung – Schaden anrichten. Daher sei eine Reduktion im Sinne der Branche.

Es gibt Alternativen

Der Bericht, der von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL im Auftrag des Bafu erstellt worden ist, nennt folgende Alternativen zu PSM:

  • Rinde gefällter Nadelbäume entfernen (hält Käfer ab)
  • Geschlagenes Holz ausserhalb des Waldes, in mindestens 500 Metern Abstand zum nächsten Nadelwald (so liegt es ausserhalb der Flugweite von Käfern)
  • Nasslager: Hier wird Holz besonders wertvoller Sortimente regelmässig beregnet oder im Wasser gelagert (Aufbewahrung ohne Wertverlust möglich bis zu sechs Jahre lang)

Das Bafu hat mögliche Alternativen für PSM im Wald grafisch zusammengefasst. (Grafik Bafu)

Optimal sei es, geschlagenes Holz innert zwei bis drei Wochen aus dem Wald wegzubringen. Da in der Wertschöpfungskette einzelne Schritte der Holzverarbeitung heute noch nicht genügend aufeinander abgestimmt seien, gebe es aber Probleme mit der Logistik. Als Folge davon bleiben die Stämme länger liegen und die Gefahr für Insektenbefall, der Pilze ins Holz bringt, steigt. 

Die Logistik liesse sich verbessern

Gemäss Bafu gibt es Hilfsmittel wie Computerprogramme, die für eine bessere Übersicht über die Wertschöfpungskette sorgen können. Man habe ausserdem gute Erfahrungen damit gemacht, wenn Organisationen das  Holzangebot mehrerer Forstbetriebe zusammenführen und professionell vermarkten oder die Koordination zwischen den verschiedenen Betrieben der Holzbranche sicherstellen.

Oft verlangt der Käufer eine Behandlung

Wie so oft sind es nicht in jedem Fall die Anwenderinnen oder Anwender selbst, die über den Einsatz von PSM entscheiden. In rund der Hälfte der Fälle sei es die Kundschaft, die eine Behandlung des gelagerten Holzes verlange, schreibt das Bafu. «Wäre die Endkundschaft bereit, verbläutes Holz zu akzeptieren, dann wären diejenigen, die das Holz weiterverarbeiten (z.B. Säger und deren Kunden wie Schreinereien, Zimmerleute und Holzbauer) bereit, solches Holz als gleichwertig wie das nicht verfärbte zu akzeptieren.» 

Verbläutes, also durch Pilze verfärbtes Holz, sei in seinen sonstigen Eigenschaften wie weisses, frisches Holz. Daher wäre es an nicht sichtbaren Stellen wie beispielsweise Verschalungen auch problemlos einsetzbar. Manche empfinden den optischen Mängel sogar als schön.

Sensibilisierung wichtig

Um PSM im Wald zu reduzieren, müssten Anwender, Holzkäufer oder Architekten sensibilisert werden. Sie alle müssten erfahren, dass verfärbtes Holz für genauso Vieles geeignet ist, wie makelloses, so das Bafu.  

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