«Wir müssen zusammenhalten, sonst schwächen wir uns alle.» Dazu forderte Katharina Allenbach, die Gastgeberin und Initiantin des öffentlichen Anlasses in Adelboden Ende Oktober die Anwesenden unabhängig von Produktionsform, Aufstallungssystem, Tiergattung usw. auf. Allenbach sieht sich als Vertreterin der bäuerlichen Basis. Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie einen Mutterkuhbetrieb.
Der Basis Gehör veschaffen
Zusammen mit dem St. Galler Kantonsrat Sepp Sennhauser hat Katharina Allenbach eine Resolution für eine praxistaugliche Nahrungsmittelproduktion verfasst. Ihr Engagement beruht darauf, der bäuerlichen Basis Gehör zu verschaffen.
Ständerat Werner Salzmann referierte am Anlass zum Thema «Welche Bedeutung hat die Landwirtschaft in Zukunft?» Zum Einstieg zeigte er die Geschichte der Agrarpolitik in der Schweiz auf. Angefangen 1984 mit der 1. Phase: «Die Schweizer Produktion muss erhöht werden», über den Schutz, sowie die Regelung der Schweizer Produktion. In den 80er Jahren eine neue Richtung mit: «Es muss weniger produziert werden – Abschaffung der Preisgarantie» und Anfangs 21 Jahrhundert die 5. Phase: «Es muss ökologischer angebaut werden.»
Der Selbstversorgungsgrad ist nicht wirklich hoch
Eingehend ging Werner Salzmann auf den Selbstversorgungsgrad in der Schweiz ein, aktuell steht dieser bei 57 Prozent. Nur jeder zweite Einwohner kann in der Schweiz ernährt werden und das bei einer täglichen Zunahme von Einwohnern und täglich weniger Land das zur Bewirtschaftung zur Verfügung steht. Der Ukrainekrieg hat massive Folgen und wirkt sich unter anderem auch auf die Versorgungssicherheit bei uns und in vielen anderen Ländern aus.
Der SVP-Ständerat aus Mülchi wies auf die mangelhaften Schweizer Pflichtlager bei Nahrungs- und Futtermittel hin. Während es bei den Nahrungsmitteln für wenige Monate reicht, sieht es bei Saatgut und Dünger schwarz aus. Auf die Frage aus dem Publikum ob die Landwirtschaft die nötige Kraft hat um in Zukunft zu reüssieren, antwortet Werner Salzmann mit einem bestimmten «Ja, wir haben die Kraft, ich glaube daran». In diesem Sinne steht auch sein Fazit am Schluss: «Die Schweizer Landwirtschaft hat eine Zukunft! »
Der Wolf bewegt weiterhin
Thomas Knutti ist Präsident der Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren vor Grossraubtieren im Kanton Bern. Seine Vereinigung zählt rund 600 Mitglieder und hat am 1. Oktober die kantonale Volksinitiative «Für einen Kanton Bern mit regulierbarem Grossraubtierbestand» lanciert. Bis spätestens 15. März 2023 sollen die nötigen 15 000 Unterschriften gesammelt sein. Einmal mehr zeigte sich, wie emotionsgeladen die Wolfsthematik ist und aus dem gut besetzten Saal des Hotel Hari, Schlegeli, in Adelboden gab es manch ein zustimmendes Raunen und Kopfnicken auf die Ausführungen von Thomas Knutti.

