Und wieder wird Butter importiert

Das Bundesamt für Landwirtschaft erhöht das Zollkontingent Butter um 1’000 Tonnen. Der Grund für den Buttermangel ist altbekannt: Nach wie vor macht man aus Schweizer Milch lieber Käse.

Schweizer Käse ist ein Exportschlager, die Nachfrage im Ausland ist im vergangenen Jahr stark gewachsen. 2021 wurde eine Rekordmenge von 82'470 Tonnen Käse mit und ohne Löcher exportiert. Im Schatten des brummenden Käsemarkts ist Butter bei den Verarbeitern ein unbeliebtes Produkt. Daran konnten die vor zwei Jahren neu ausgerichteten Instrumente der Branchenorganisation Milch (BOM) offensichtlich auch nichts ändern. Die Folgen sind seit Jahren dieselben: Es herrscht Mangel an Schweizer Butter.

Knappheit ab Spätsommer

Wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) mitteilt, rechnet die Branche mit einer Butterknappheit im Spätsommer 2022. Bereits jetzt wird eine Importmenge von 1'000 Tonnen freigegeben. Dies, um dem Handel und den Verarbeitern ein kontinuierliches Absetzen der Butter zu ermöglichen, schreibt das BLW. Daher habe man den entsprechenden Antrag der BOM gutgeheissen.

Für eine Woche

Nach Angaben des BLW reichen 1'000 Tonnen Butter, um den Schweizer Bedarf einer Woche zu decken. Die jährliche Nachfrage belaufe sich auf über 40'000 Tonnen.

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  • Die BOM hat mit der neuen MPC-Box (Milchproteinkonzentrat) ein Instrument bei Buttermangel. Dann wird die Butterexportstützung zum Milcheiweiss hin verlagert. Da tiefe Eiweisspreise die Produktion von Butter drosseln, erhofft man sich dadurch mehr Butter im Inland. (Grafik BOM/Bauz)

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    Die einst auf die Förderung des Milchfett-Exports ausgerichteten Instrumente der Branchenorganisation Milch (BOM) mussten neu ausgerichtet werden. Unter dem Strich sei es aber ein gutes Geschäft, hochpreisigen Käse zu exportieren und dafür Butter zu importieren, sagt Stefan Kohler.
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