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Bauen ausserhalb der Bauzone: Neue IG soll starke Stimme für Luzerner Bauherren sein

Die Stimmung bei Luzerner Bauern gegenüber den Baubehörden liegt schon länger blank. Deshalb schlossen sich Kreise aus der Landwirtschaft und Baufachleute zur «IG Bauen ausserhalb Bauzone» zusammen. Sie wollen sich gegenüber den Baubehörden für praxistaugliche Rahmenbedingungen einsetzen.

Sursee. Die Stimmung in der Luzerner Landwirtschaft gegenüber den Behörden wegen der strengen Auflagen zum Bauen ausserhalb der Bauzone ist schon lange schlecht. An zahlreichen Versammlungen ist das stets ein Thema, und davon zeugen auch viele Medienberichte:

Und die BauernZeitung berichtete in den letzten Wochen von mehreren Fällen, wo Landwirte mit ihren Bauprojekten nicht weiterkommen:

Interessensgemeinschaft am 1. April gegründet

Der Kanton hat auf die vehemente Kritik aus der Land- und Bauwirtschaft reagiert: Der zuständige Regierungsrat Fabian Peter hat Ende März eine Task Force eingesetzt, welche bereits erste Entscheide fällte (siehe Kasten).

Aktiv geworden ist auch der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband (LBV). Am 1. April wurde die «IG Bauen ausserhalb der Bauzone» gegründet, wie den Medien diese Woche mitgeteilt wurde. Diese soll eine starke Stimme für betroffene Eigentümer, Planer, Bauunternehmer und Gemeinden sein.

Die aktuell «miserable Situation rund um das Bauen ausserhalb der Bauzone» habe eine Gruppe engagierter Fachpersonen und Betroffener mit dem LBV zu diesem Schritt veranlasst, heisst es in der Mitteilung. Ziel sei es, die Anliegen der Betroffenen wirkungsvoll zu vertreten und sich aktiv in die politischen und fachlichen Diskussionen einzubringen.

Sie unterstützt bei Bauprojekten

Die Mitglieder sollen bei konkreten Bauprojekten unterstützt werden und die IG wolle sich für praxistaugliche und faire Rahmenbedingungen einsetzen. Gefördert werden soll auch der Dialog und die Vernetzung zwischen Bauherren, Planern, Bauunternehmen und der Politik.

Präsident der neuen IG ist Erich Joller, der ein Architekturbüro mit Standorten im Kanton Luzern und Nidwalden führt. Im Vorstand mit dabei sind Markus Kretz, Präsident LBV (Vizepräsident), LBV-Bauberater Marcel Hodel (Aktuar), Marie-Louise Koller vom LBV (Sekretariat), Kantonsrat Martin Birrer (Finanzen), Bernhard Steiger (Recht), Treuhänder Lukas Walthert (Ökonomiebauten) und Bauplaner Fabian Dubach (Wohnhäuser). Wie die IG mitteilt, sollen rasch weitere Mitglieder gewonnen werden.

Vorstoss im Kantonsrat einreichen

Auch auf der politischen Ebene soll Druck gemacht werden. So wollen demnächst die Kantonsräte Hella Schnider (Mitte), Martin Birrer (FDP) und Fritz Gerber (SVP) einen dringlichen Vorstoss einreichen. Im Fokus sind dabei die kürzlich eingeführten Gestaltungsvorgaben des Kantons.

Diese stossen bei Bauherren ausserhalb der Bauzone auf grosse Kritik, seien übertrieben und sollen wieder aufgehoben werden.

Weitere Infos

Erste Ergebnisse der Task Force

Eine Task Force soll die Bewilligungspraxis überprüfen und Verbesserungen ermöglichen. Bereits hat diese offenbar erste Lockerungen beschlossen: So werden keine Geruchsgutachten mehr verlangt, wenn bei erhöhten Immissionen das Einverständnis der Nachbarschaft vorliegt. Deswegen sistierte Verfahren würden wieder aufgenommen. Und demnächst wird auch das Merkblatt «betriebsnotwendiger Wohnraum» überarbeitet. Dies ist einer Mitteilung der Task Force vom 21. April zu entnehmen. Über Aktualitäten wird laufend auf der Website www.baurecht.lu.ch orientiert.

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