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Spezialkulturen als Alternative zur Tierhaltung: Luzerner Bauern können sich beraten lassen

Spezialkulturen ermöglichen auf kleiner Fläche eine hohe Wertschöpfung und können eine Alternative zur Tierhaltung sein. Das BBZN Hohenrain bietet Luzerner Betrieben kostenlose Beratung bei Bewilligungen, Umweltauflagen und Fördergeldern für den Einstieg in Spezialkulturen.

Spezialkulturen ermöglichen auf kleiner Fläche eine hohe Wertschöpfung. Damit könnten sie eine echte Alternative oder Ergänzung zur Tierhaltung sein.

Zumal sich die Landwirtschaft in einem anspruchsvollen Spannungsfeld zwischen Produktivität, nachhaltiger Ressourcennutzung und steigenden gesellschaftlichen Erwartungen befinde, wie Adrian Seeholzer, Berater für Spezialkulturen beim BBZN Hohenrain, erklärt.

Hürden für Spezialkulturen abbauen

Mehr pflanzliche Produkte könnten eine Chance sein. Deshalb wurde vor rund drei Jahren die Offensive Spezialkulturen gestartet. Allerdings seien die Rahmenbedingungen für eine Umstellung oft nicht einfach zu erfüllen, baurechtliche und raumplanerische Hürden hoch.

«Für die einzelnen Betriebe ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten», sagt Seeholzer. Deshalb biete das BBZN eine fundierte und praxisnahe Beratung entlang zentraler Fragestellungen im Spezialkulturenbau an. Die behördenbegleitende und in der Regel kostenlose Beratung helfe mit, Vorgaben korrekt einzuordnen und effizient umzusetzen.

«Von Bewilligungen über Umweltauflagen bis hin zu betrieblichen und marktbezogenen Anforderungen», erklärt Adrian Seeholzer. Dabei arbeitet das BBZN eng mit der Bauberatung des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes zusammen.

Zuerst abklären, dann im Detail planen

Zu Beginn gehe es beispielsweise um Abklärungen zur Zonenkonformität, DB- oder TS-Bilanz oder Kompensationen von Fruchtfolgeflächen. «Das sollte möglichst frühzeitig erfolgen, sonst können Vorhaben nach viel Aufwand und kostenintensiver Planung gar scheitern», rät Adrian Seeholzer.

Unterstützung werde auch für weiterführende Unterlagen geleistet, wie Arbeitsaufrisse, Detailpläne oder Berechnung von Lagerkapazitäten. «Wir sind auch in engem Austausch mit den involvierten Dienststellen wie Lawa, Rawi oder Uwe.» Dieser Austausch könne die Verfahren wesentlich verkürzen.

Positive Rückmeldungen allerseits

Bisherige Rückmeldungen aus der Praxis zu diesem Beratungsangebot seien positiv. So meint Armin Lang aus Retschwil, dass er bei Detailfragen in der Projektplanung vom BBZN schnell, kompetent und lösungsorientiert Unterstützung erhalten habe. Und Patrick Galliker aus Gunzwil schätzte die fachkundige Begleitung und Unterstützung bei den Baugesuchsunterlagen für seine Beerenhalle.

Die Beratung wolle auch die Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette fördern. So bei der Suche nach einer neuen Kultur oder nach Produkten zur Verarbeitung. Seeholzer erwähnt ein Beispiel, in dem einem Unternehmen mit Bedarf für grössere Mengen an Früchten zur technischen Verarbeitung, mehrere Produzenten vermittelt werden konnten.

Spezialkulturen als Alternative zur Tierhaltung: Luzerner Bauern können sich beraten lassen
Wasserspeicher für die Bewässerung im Obstbau.

Viele Fördermassnahmen sind wenig bekannt

Zu wenig bekannt seien vielen Bauern die vielfältigen Förderinstrumente von Bund und Kanton. Dazu hat das BBZN eine Übersicht erstellt:

Zusammenstellung von Förderbeiträgen

Die reichen von Geldern für robuste Apfelsorten, Feldroboter oder Verarbeitungsräume. «Investitionen in Wasserspeicherung und Bewässerungsinfrastrukturen können beispielsweise derzeit mit bis zu 50 Prozent unterstützt werden», sagt Seeholzer. Gezielte Fördermassnahmen bieten ergänzend auch das kantonale Projekt Absenkpfad Pflanzenschutzmittel.

«Die Reduktion von negativen Auswirkungen auf Umwelt und Mensch ist ein zentraler Beitrag zur Weiterentwicklung des Spezialkulturenanbaus im Kanton», so Seeholzer.

Das Beratungsangebot des BBZN baue auf Erfahrung, Fachwissen und dem Respekt vor der gewachsenen bäuerlichen Tradition. Mit dem Ziel, tragfähige und nachhaltige Lösungen zu finden, welche die Betriebe langfristig stärken.

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