Zu den Grundanforderungen der Landschaftsqualität gehören nebst der ordentlichen Siloballenlagerung und Ordnung auf dem Betrieb die obligatorische Teilnahme an einer Einzel- oder Gruppenberatung. Per Ende 2021 hatten 438 Luzerner Betriebe diese Beratungspflicht noch nicht erfüllt, die BauernZeitung hat darüber berichtet.

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Die Liste wurde kleiner. Aktuell sind es gemäss Carol Federer von der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) noch rund 100 Betriebe, denen die Massnahme «Beratung stattgefunden» im Agate beim Programm Landschaftsqualität fehlt. Die Zeit drängt. Erfüllt ein betroffener Betrieb diese Anforderung nicht bis Ende August 2022, werden sämtliche Grundbeiträge aus der Landschaftsqualität zurückgefordert. Bei einer achtjährigen Teilnahme am Programm kostet das immerhin Fr. 2400.–.

Das Lawa hat Ende Juli per Mail den säumigen Betrieben nochmals eine letzte Erinnerung verschickt. «Bitte lassen Sie sich durch einen unserer anerkannten Berater bis Ende August 2022 beraten», steht dort geschrieben. Auf der Internet-Seite des Lawa ist eine entsprechende Liste mit Beratern verfügbar. Einzelberatungen werden durch eine schöne Anzahl von Landwirtschaftsbeauftragten wie auch Projektverantwortliche Vernetzung durchgeführt. Ebenfalls noch möglich ist eine Gruppenberatung in Hohenrain. Das BBZN Hohenrain führt eine Liste, bei genügend Anmeldungen werden laufend Kurse durchgeführt. Auch noch vor Ende August, versichert die zuständige Fachperson Isabelle Falconi. Fixiert ist bereits der 18. August und dort habe es noch freie Plätze.

Alle Möglichkeiten bei den LQB ausschöpfen

«An den Gruppenberatungen stellen einige Landwirte immer wieder fest, dass sie gar nicht alle Möglichkeiten der Landschaftsqualität auf ihrem Betrieb genutzt und angemeldet haben», so die Erfahrung von Falconi. Beispiele seien Durchgänge in Weiden, Kleinstrukturen oder siedlungsnahe Biodiversitätsförderflächen. Zu Letzteren gehören etwa extensive Wiesen, Hecken mit Krautsaum oder alle mehrjährigen Brachen, deren äusserste Ecke nicht weiter als 100 m von einer Wohn-, Arbeits- oder Mischzone, einer Weiler-, einer Kernzone oder einer Zone für öffentliche Zwecke entfernt ist.

85 Prozent machen mit in Luzern

Zur Erhaltung, Förderung und Weiterentwicklung attraktiver Landschaften wurden 2014 im weiterentwickelten Direktzahlungssystem Landschaftsqualitätsbeiträge als neue Direktzahlungsart eingeführt. In den meisten Regionen sind Projekte seit 2014 am Laufen. Die Teilnahme ist freiwillig. Rund 85 Prozent der Luzerner Betriebe machen mit. Beliebte Massnahmen sind etwa die zeitlich gestaffelte Futterbaunutzung oder das Pflanzen oder Erhalten von Einzelbäumen.

In der Verlängerungsphase bis Ende 2025 muss keine weitere Beratung erfüllt werden. Neueinsteiger ab diesem Jahr haben die Beratung hingegen gleich im Einstiegsjahr zu erfüllen.