Bei der Lagerung von Gülle und Mist entsteht Methan, ein Treibhausgas. Durch die Vergärung in geschlossenen Biogasanlagen lässt sich diese Emission jedoch sinnvoll nutzen. Heute wird allerdings erst ein kleiner Teil der vorhandenen Hofdünger auf diese Weise verwertet. Die Herausforderung dabei: Hofdünger liefern wegen ihres hohen Wassergehalts nur vergleichsweise geringe Gaserträge und fallen dezentral auf vielen verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben an. Dennoch sollten solche Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können.
An der HAFL wird an der technischen und wirtschaftlichen Umsetzung solcher Hofbiogasanlagen geforscht. Dafür wurde in den letzten Jahren im Kanton Bern eine modulare Demoanlage errichtet, die mit moderner Messtechnik ausgestattet ist. Sie setzt sich aus einem fluiddynamisch optimierten Fermenter und einem aus Holzmodulen gefertigten Technikgebäude zusammen. Gemessen wird unter anderem die Gasproduktion während der verschiedenen Phasen des Fermentierungsprozesses. Die gewonnenen Daten sollen zeigen, wie Hofdünger-Kleinbiogasanlagen künftig optimal konzipiert sein müssen.
Darüber hinaus sucht die HAFL neue Nutzungspfade für das gewonnene Biogas: Sei dies durch die Aufbereitung zu Biomethan inklusive der Nutzung des abgetrennten biogenen CO₂ oder durch die Verarbeitung zu anderen Kohlenstoffträgern, was die Wertschöpfung auf dem Hof steigert.
Hofdünger-Kleinbiogasanlagen müssen auch wirtschaftlich funktionieren
In der Pilotphase des Projekts «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» (KNL) hat sich gezeigt: Biogasanlagen sind eine sehr wirksame Möglichkeit, um Treibhausgase in der Landwirtschaft zu reduzieren. Herausfordernd ist jedoch die Wirtschaftlichkeit bei kleinen Anlagen mit Substrat von weniger als 100 GVE.
Die Vorteile fürs Klima sind reduzierte Emissionen bei der Güllelagerung und heute vor allem erneuerbarer Strom und Wärme aus Biogas. Speziell die Flexibilität bei der Stromproduktion – diese kann zeitlich gesteuert werden – macht Biogasanlagen zu einer sehr interessanten Technologie für die Energiewende.
In den Bergregionen sind die Landwirtschaftsbetriebe eher klein und abgelegen. Umso wichtiger sind Systeme zur Biogasproduktion und -nutzung, die auch mit kleiner Gülle- und Mistmenge und ohne Co-Substrate nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich funktionieren. Nur so kann das grosse Biogaspotenzial der (Berg-)Landwirtschaft erschlossen werden.

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