Beim Geflügel sind die Tränkelinien über den ganzen Stall verteilt. Bei Mastställen in der gesamten Einstreufläche, in Aufzucht- und Legeställen sind siein die Volierensysteme integriert. Erika Jenni, Leiterin Ausbildung beim Aviforum, weist auf die Unterschiede zwischen konventioneller und Bioproduktion hin. In der konventionellen Produktion wird mit Nippeltränken gearbeitet. Die Bio-Suisse-Vorgaben verbieten dies bei Legehennen, in der Aufzucht ist ab einem gewissen Alter eine offene Wasserfläche vorgeschrieben.
Die Tränken sind aus Kunststoff, die Nippel aus Edelstahl. Meistens ist unter dem Tränkenippel eine Auffangschale, um Tropfwasser aufzufangen. Das verhindert, dass die Einstreu feucht wird.
Die Höhe der Tränken der Grösse der Tiere anpassen
Wichtig ist, die Höhe der Tränken der Grösse der Tiere anzupassen: Bei Küken ist der Nippel in den ersten Tagen auf Augenhöhe, damit sie das Wasser rasch finden. Später sollen die Tiere (Mast- und Legegeflügel) zum Trinken den Hals leicht strecken müssen. Ist die Tränke zu tief eingestellt, verschwenden die Tiere Wasser und die Einstreu wird feucht. Erika Jenni rät, nach Möglichkeit auch den Wasserdruck dem Alter der Tiere anzupassen.
«Wasser ist das wichtigste Futtermittel in der Geflügelhaltung», sagt sie. Deshalb braucht es einwandfreie Trinkwasserqualität. Stammt das Wasser aus dem öffentlichen Verteilnetz, unterliegt es einer regelmässigen Qualitätskontrolle.
Nutzt ein Betrieb eine eigene Quelle, sollte er die Qualität regelmässig durch ein spezialisiertes Labor prüfen lassen, besonders im Hinblick auf mikrobiologische Parameter. Ein besonderes Augenmerk muss auf den Mineralstoffen liegen. Sind zum Beispiel die Eisenwerte erhöht, kann das die Wirksamkeit von Impfstoffen, die über das Wasser abgegeben werden, beeinträchtigen.
Tränkeleitungen zwischen zwei Herden gründlich reinigen
Die Wasserqualität ist das eine, die Reinigung das andere. Erika Jenni sagt, dass die Reinigung sinnvollerweise in der Leerzeit zwischen zwei Herden erfolgt. Dabei werden die Tränkeleitungen gründlich mit geeigneten Reinigungsmitteln (Säuren oder Chlorlösungen) behandelt. Dieser Vorgang entfernt Ablagerungen und mikrobiellen Bewuchs. Bei Küken empfiehlt das Aviforum, die Leitungen auch in den ersten Masttagen zu spülen. In dieser Phase ist die Temperatur im Stall hoch und der Wasserdurchfluss gering, dies begünstigt die Bildung von Biofilm.

Es gebe Betriebe, die Desinfektionsmittel wie Chlordioxid gezielt einsetzen würden, sagt Jenni. Dies stabilisiere die Wasserhygiene in den Leitungen. In der Praxis erfolgt der Einsatz häufig nur bei Gesundheitsproblemen, insbesondere bei Darmerkrankungen.

