Innere Parasiten zählen zu den grössten Herausforderungen in der Haltung von Kleinwiederkäuern. Da die Tiere keine vollständige Immunität entwickeln können, tragen sie stets eine gewisse Parasitenlast. Solange der Befall moderat ist, stellt dies für die Tiere in der Regel kein gravierendes Problem dar.
Vor allem bei der Weidehaltung mit begrenztem Platzangebot nimmt die Verwurmung jedoch durch die hohe Dichte an Parasitenlarven auf der Weide zu. Ein übermässiger Parasitenbefall beeinträchtigt die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Tiere. Um wirtschaftliche Verluste zu vermeiden, ist in solchen Fällen der Einsatz von Anthelminthika erforderlich. Resistenzen der Parasiten gegenüber Anthelminthika treten aber zunehmend häufiger auf. Jede Behandlung erhöht das Risiko einer weiteren Resistenzbildung.
Nicht die ganze Herde behandeln
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollten Behandlungen nur bei nachgewiesenem Befall erfolgen und nie die ganze Herde betreffen. Denn glücklicherweise scheinen diese Resistenzen innerhalb der Wurmpopulation nicht vererbt zu werden.
Die Nachkommen der Paarung zwischen einem resistenten und einem empfindlichen Parasiten sind in der Regel wieder empfindlich. Solange ein sogenanntes Refugium vorhanden ist, also noch empfindliche Parasiten im Bestand, besteht die Chance, dass sich die Resistenzentwicklung abschwächt.
Prävention spielt eine grosse Rolle
Das Parasiten-Überwachungsprogramm des BGK hilft bei der Entscheidung, welche Tiere mit welchem Wirkstoff behandelt werden sollen. Grundlage dafür ist die regelmässige Untersuchung von Kotproben, um den Befallsgrad verschiedener Tiergruppen – beispielsweise Jungtiere, laktierende Tiere, trockengestellte Tiere oder kranke Tiere – zu bestimmen und den optimalen Behandlungszeitpunkt festzulegen. Dadurch wird sichergestellt, dass Entwurmungen nur dann erfolgen, wenn sie wirklich notwendig sind, und gezielt auf betroffene Tiere beschränkt bleiben.
Eine zusätzliche Kotuntersuchung als Wirksamkeitsprüfung ein bis zwei Wochen nach der Behandlung liefert wichtige Hinweise darauf, ob das eingesetzte Entwurmungsmittel im Bestand noch ausreichend wirksam ist (idealerweise mind. 90–100 %) und zeigt auf, ob ein bestimmter Wirkstoff künftig nicht mehr eingesetzt werden sollte.
Neben der medikamentösen Behandlung spielt auch die Prävention eine zentrale Rolle. Ein angepasstes Weidemanagement, die Nutzung von Alpweiden sowie eine bedarfsgerechte Fütterung und tiergerechte Haltung tragen wesentlich dazu bei, den Parasitenbefall nachhaltig zu begrenzen.


