Plus

Plötzlich Durchfall im Sommer: Haben unsere Kühe jetzt Corona?

Bovines Coronavirus oder doch nur Hitzestress? In den Kantonen Bern und Luzern erkranken reihenweise Milchkühe an Durchfall, Fieber und massivem Milcheinbruch – und die Fachleute sind sich uneinig, was wirklich dahintersteckt.

Frida steht müde im Laufgang. Der Blick stumpf, die Ohren hängend. Die Red-Holstein-Kuh in sechster Laktation hat vor knapp fünf Monaten gekalbt und war richtig im Schuss – nun hat sie 39,8 Grad Fieber. Am Abend zuvor hat sie noch weit über 20 Liter Milch gegeben – heute sind es noch elf. Ihr Durchfall schiesst wässrig und übelriechend aus ihr heraus. Ihr Besitzer steht ratlos daneben.

Etliche Betriebe kennen das Problem

Noch vor einer Woche zeigte das Thermometer auf dem Betrieb im Berner Mittelland über 35 Grad im Schatten, inzwischen ist es merklich kühler geworden – und ausgerechnet jetzt, nach der Hitze, wird Frida krank. Rund zwölf Stunden später erwischt es zwei junge Kühe gleich mit: Die eine gibt spürbar weniger Milch, die andere hat hohes Fieber. Frida ist nicht allein.

Im Kanton Bern kämpfen dieser Tage etliche Milchviehbetriebe mit demselben Bild: Durchfall, der wie ein Domino von Kuh zu Kuh durch die Herde geht, Fieberschübe, und ein Leistungseinbruch, der weit über das hinausgeht, was Hitze allein erklären würde. Zumal die Symptome bei einigen Tieren erst auftreten, wenn die Hitze bereits wieder abgeklungen ist.

Auch aus dem Kanton Luzern ist von ähnlichen Fällen zu hören. Mehrere Tierärztinnen und Tierärzte haben in den betroffenen Betrieben Proben genommen. Ein Ergebnis, das seither die Runde macht: das bovine Coronavirus (BCoV). Doch wie sich zeigt, ist diese Erklärung nicht unbestritten.

Nicht zu verwechseln mit dem Pandemie-Virus

Der Name sorgt regelmässig für Verwirrung, deshalb vorweg die Einordnung: Das bovine Coronavirus gehört zwar zur selben Virusfamilie wie SARS-CoV-2, der Erreger der Corona-Pandemie beim Menschen, ist mit diesem aber nur entfernt verwandt und einer anderen Untergruppe zugeordnet.

Näher verwandt ist es mit dem humanen Erkältungsvirus OC43, das seit Langem unauffällige Schnupfen verursacht. Das bovine Coronavirus ist zudem keine neue Entdeckung, sondern wurde bereits in den 1970er-Jahren als Erreger von Kälberdurchfall beschrieben – rund fünfzig Jahre vor der Pandemie. Eine Übertragung auf den Menschen ist nicht bekannt.

Für die Landwirtschaft heisst das: keine Zoonose-Gefahr, aber ein eigenständiges, wirtschaftlich relevantes Rinderproblem, das schlicht denselben Namen trägt wie das Virus, das die Welt seit 2020 beschäftigt hat.

Ein Kälbervirus wird zur Kuhkrankheit

Wer «Coronavirus beim Rind» hört, denkt zuerst an Kälberdurchfall. Zu Recht: BCoV ist einer der häufigsten Erreger von Durchfallerkrankungen bei Kälbern in den ersten Lebenswochen, mit einer Sterblichkeit, die im Ernstfall bis zu 20 Prozent erreichen kann.

Weniger bekannt ist die dritte Verlaufsform des Virus, die bei erwachsenen Rindern auftritt und in der Fachliteratur als Winterdysenterie beschrieben wird. Sie trifft vor allem jüngere Kühe und Rinder bis etwa drei Jahre – oft solche, die als Kalb keine stille BCoV-Infektion durchgemacht und dadurch keine Immunität aufgebaut haben.

Das Bild deckt sich frappant mit dem, was aktuell in Berner Ställen beobachtet wird: Nach einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen kommt es zu Appetitlosigkeit, Augen- und Nasenausfluss, Husten – und explosionsartigem, oft dunkelgrünem bis schwarzem Durchfall, der bei einem Teil der Tiere sogar blutig sein kann. Fieber zwischen 39,5 und 40,5 Grad gehört zwar zum klassischen Bild, tritt aber nicht bei allen Tieren auf: Aus den betroffenen Betrieben wird auch von Kühen berichtet, die im Gegenteil eine Untertemperatur zeigen – ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich einzelne Tiere auf die Infektion reagieren können. Die Milchleistung sackt für ein bis zwei Wochen um durchschnittlich die Hälfte ab, in Einzelfällen um bis zu 95 Prozent. Innerhalb von ein bis zwei Wochen kann eine Herde nahezu vollständig durchseucht sein.

Es trifft fast ausschliesslich die Erwachsenen

Ein weiterer Punkt fällt auf: Auf den meisten der betroffenen Betriebe scheinen ausgerechnet die Kälber verschont zu bleiben – anders als beim klassischen BCoV-bedingten Kälberdurchfall trifft es fast ausschliesslich die ausgewachsenen Kühe.

Der Name «Winterdysenterie» kommt nicht von ungefähr: Klassischerweise tritt die Krankheit nach Kälte- und Luftdruckstürzen im Winter auf. Dass ein solcher Ausbruch nun mitten im Sommer und bei dieser Hitze über mehrere Betriebe hinweg auftritt, ist ungewöhnlich. Und es wirft die Frage auf, ob nicht die Hitze selbst als Stressfaktor eine ähnliche Rolle spielt wie sonst der Kälteeinbruch: Sie schwächt das Immunsystem der ohnehin auf Hochleistung getrimmten Kühe und öffnet dem im Bestand ohnehin weit verbreiteten Virus die Tür.

Wissenschaftlich ist dieser Zusammenhang für den Sommerfall bislang kaum untersucht; was jedoch gut belegt ist, ist die enge Verwandtschaft der Darm- und Atemwegsform des Virus. BCoV wird sowohl über Kot als auch über Nasensekret ausgeschieden, die Übertragung erfolgt vorwiegend fäkal-oral, daneben auch über Tröpfchen und Aerosole aus dem Atemtrakt. Im Stall genügen damit gemeinsame Tränken, verunreinigtes Futter oder blosse Stallluft, um das Virus rasant unter engem Kontakt lebenden Tieren weiterzugeben – ein Umstand, der die explosionsartige Ausbreitung innerhalb weniger Tage erklären würde.

Was das die Betriebe kostet

Auffällig ist zudem, was in den Tanks ankommt: Mehrere Betriebe melden Zellzahlen von bis zu 400 000 in der Tankmilch – deutlich über dem Bereich von rund 300 000 bis 350 000, der noch als annehmbar gilt. Grössere Betriebe sprechen von mehreren Hundert Litern Milch, die ihnen aktuell täglich fehlen.

Bei Betrieben mit Melkroboter zeigt sich das Problem oft zuerst über die automatische Zellzahlmessung, die bei einzelnen Kühen Alarm schlägt, noch bevor diese äusserlich auffällig krank wirken. Dazu kommen happige Kosten für Entzündungshemmer, die zur Behandlung der betroffenen Tiere nötig sind.

Losgelöst von der Ursachenfrage wächst zudem die Sorge vor Folgeerkrankungen: Erste Betriebe melden Lungenentzündungen bei betroffenen Kühen, die sich als bakteriell herausstellten und mit Antibiotika behandelt werden mussten. Als Auslöser gilt auch hier der Hitzestress, der die Abwehr schwächt und bakteriellen Erregern erst den Weg bereitet.

Bemerkenswert dabei: Mit sinkenden Temperaturen scheint sich dieses Problem eher zu verschärfen als zu entspannen – ein Hinweis darauf, dass die Belastung der Tiere durch die lange Hitzephase erst mit Verzögerung sichtbar wird.

Virus oder doch nur Hitzestress?

Nicht alle sind so überzeugt, dass tatsächlich das Coronavirus hinter der aktuellen Welle steckt. Der Schweizer Bauernverband ordnet das Geschehen deutlich zurückhaltender ein: Das Problem sei bekannt, zuerst betroffen gewesen sei die Romandie in den besonders trockenen Regionen. Aus einem Gespräch mit dem Tierspital Bern geht hervor, dass man dort davon ausgeht, dass mittlerweile in der ganzen Schweiz dieselben Probleme bestehen – je trockener und wärmer, desto ausgeprägter.

Ob tatsächlich das bovine Coronavirus dahintersteckt, wird von dieser Seite allerdings bezweifelt: Grundsätzlich mag es das Virus nämlich eher kühl und tritt deshalb sonst vor allem im Winter auf. Dass es in einzelnen Betrieben trotzdem nachgewiesen wurde, schliesst das nicht aus – als eigentlicher Auslöser gilt dort aber in erster Linie der Hitzestress selbst, der die Tiere allgemein anfällig macht.

Sommergrippen im Stall habe es immer schon gegeben, einfach noch nie so ausgeprägt wie aktuell – wobei auch Hitze und Trockenheit noch nie über eine derart lange Zeit angehalten hätten. Auffällig sei zudem: Bei einem Teil der betroffenen Betriebe liess sich überhaupt kein Erreger nachweisen, bei anderen schon – was aus dieser Sicht eher für die Folge von allgemeinem Hitzestress als für eine neue, eigenständige Seuche spreche.

Wie gross die Verunsicherung in der Praxis ist, zeigt sich auch bei den Tierärztinnen und Tierärzten selbst. Mehrere Praxen, mit denen die BauernZeitung gesprochen hat, bestätigen das unabhängig voneinander – so auch Beni Wyss von der Tierarztpraxisgemeinschaft im luzernischen Willisau: Es sei zwar normal, dass Verdauungsprobleme und die damit verbundenen Leistungseinbussen in Hitzephasen vermehrt vorkämen, erklärt er – eine solche Häufung von Durchfallerkrankungen bei Milchkühen habe er in seiner 30-jährigen Praxistätigkeit als Tierarzt aber noch nie erlebt.

Im grossen Einzugsgebiet der Praxis, das sich über das ganze Luzerner Hinterland erstreckt, gebe es Betriebe, bei denen der gesamte Bestand an Durchfall erkrankt sei. Viele Tiere müssten behandelt werden, einige davon infundiert oder gar gedrencht, um den Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Besonders stark leiden Kühe mit hoher Leistung

Besonders betroffen sind laut Beni Wyss Hochleistungsbetriebe, weil der Stoffwechsel von Hochleistungstieren schon unter normalen Bedingungen stark beansprucht sei und Hitze diese Belastung zusätzlich verschärft.

Anders als bei anderen Krankheits- und Infektionswellen breiteten sich die aktuellen Durchfallerkrankungen dabei nicht von einer Region zur nächsten aus – vielmehr gebe es in fast allen Dörfern des Einzugsgebiets betroffene Betriebe. Ob die Erkrankungen tatsächlich durch das bovine Coronavirus ausgelöst würden, könne er nicht abschliessend beurteilen, da noch keine Proberesultate vorlägen.

Die BauernZeitung hat zu dieser Einschätzung bei Rindergesundheit Schweiz sowie im Tierspital Bern direkt nachgefragt. Die Antworten stehen noch aus.

Kein Fall für die Behörden – noch nicht

Wer als betroffener Betrieb Hilfe sucht, stösst zunächst ins Leere. Bei den kantonalen Veterinärbehörden war am Montagmorgen telefonisch zunächst niemand zu erreichen. Auf Anfrage bestätigt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Das bovine Coronavirus ist keine gesetzlich geregelte Tierseuche, es besteht keine Meldepflicht – und folglich liegen dem Bund auch keine Daten dazu vor, ob und wie stark sich Fälle aktuell häufen. Das bestätigt Mediensprecherin Sarah Camenisch gegenüber der BauernZeitung.

Damit bleibt das eigentliche Ausmass des aktuellen Geschehens im Dunkeln – das bovine Coronavirus ist schlicht nicht auf dem Radar der Behörden, obwohl mehrere Betriebe gleichzeitig betroffen sind.

Zur Vorbeugung verweist das BLV auf die üblichen Grundsätze bei Virusinfektionen: eine konsequente Biosicherheit im Betrieb sowie ein robustes Immunsystem gerade bei Kälbern, das sich massgeblich über eine gute Kolostrumversorgung und allenfalls eine Impfung erreichen lässt.

Für weiterführende, praxisnahe Informationen verweist das Bundesamt an Rindergesundheit Schweiz sowie an den Schweizer Bauernverband SBV – beide seien näher an der betrieblichen Praxis als der Bund selbst.

«Das ist ein Kriterium für eine Seuche»

Wie ernst die Lage einzuschätzen ist, wollte die BauernZeitung von Nicole Studer wissen, Homöopathin bei Kometian, die aktuell selbst mehrere Durchfall-Patienten betreut – bei Kühen wie bei Kälbern. Ihre Einschätzung ist unmissverständlich: Wenn mehrere Tiere gleichzeitig dieselben Symptome zeigen, sei das ein Kriterium für eine Seuche – unabhängig davon, ob eine Krankheit im Tierseuchengesetz geregelt sei oder nicht, und auch dann, wenn (noch) kein Fieber vorliege.

Solche Fälle gehörten in die Hände einer Tierärztin oder eines Tierarztes, weil eine medizinische Beurteilung nötig sei, meist verbunden mit Versorgung und Begleitung, so Studer. Im schlechtesten Fall könne eine ernsthafte Erkrankung dahinterstecken, im besten Fall treffe ein an sich harmloses Virus – oder eben blosser Hitzestress – auf eine ohnehin durch hohe Leistung vorbelastete Herde und bringe das System zum Kippen.

Frida befindet sich auf dem Weg der Genesung. Sie kämpfte in den letzten Tagen mit Durchfall, einem deutlichen Leistungsabfall und Fieber. Noch ist sie nicht auf dem Leistungsniveau angelangt, auf dem sie vor ihrer Krankheit war. Die Frage, die bleibt, ist: Woran ist Frida erkrankt?(Bild: Sonja Turtschi)

Zentral sei zudem die Wasserversorgung, betont Studer. Nehmen die Kühe bei Hitze oder eben auch bei Krankheit zu wenig Wasser auf, geben sie – biologisch sinnvoll – ihr wenig verfügbares Wasser nicht mehr in die Milch, sondern behalten es für den eigenen Kreislauf. Die Tiere trocknen aus, und der Durchfall verschärft dieses Risiko zusätzlich. Wer betroffene Kühe betreut, sollte deshalb als Erstes prüfen, ob genügend und ausreichend kühles Wasser zur Verfügung steht.

Von der klassischen Schulmedizin gibt es gegen das Virus selbst nichts auszurichten: Weil hinter der Erkrankung ein Virus vermutet wird, existiert kein spezifisches Medikament, das die Ursache bekämpft – anders als bei einer bakteriellen Infektion hilft hier auch kein Antibiotikum.

Landwirtinnen und Landwirte verbringen dieser Tage viele Stunden im Stall – füttern, pflegen, bei Fieber ein fiebersenkendes Mittel verabreichen. Ansonsten bleibt schulmedizinisch nur die unterstützende Behandlung: Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr, um den grössten Schaden – die Austrocknung – zu verhindern. Einen eigenen Ansatz gegen das Virus bietet dagegen die Homöopathie.

Was die Homöopathie beobachtet

Als Homöopathin geht Nicole Studer solche Fälle bei extremer Hitze zunächst von der äusseren Ursache her an. Für die Mittelwahl orientiert sie sich unter anderem an folgenden Leitsymptomen: Verschlimmerung durch Wärme respektive Hitze spricht für Pulsatilla, Sulfur oder Veratrum; Verschlimmerung durch trockenes Wetter für Belladonna, Mercurius oder Sulfur; Verschlimmerung durch Sonneneinstrahlung für Belladonna, Lachesis oder Pulsatilla.

Bei sommerlichem Durchfall kommen zudem China und Podophyllum infrage, bei starkem Flüssigkeitsverlust wiederum China, und beim Versiegen der Milch Belladonna, Pulsatilla, Urtica urens oder Veratrum.

In diesem Sommer hat Studer bei Durchfällen bislang vor allem mit Sulfur und Podophyllum gute Erfahrungen gemacht. Half das nicht ausreichend, kam Veratrum zum Einsatz – auffallend oft bei Tieren mit sehr grossen Kotmengen auf einmal, und mit gutem Erfolg. China setzt sie eher als Zwischengabe oder in der Erholungsphase ein. Urtica urens hat sie in ihren bisherigen Fällen noch nicht gebraucht, würde es aber bei derart starkem Milchrückgang, wie er jetzt beobachtet wird, ergänzend in Betracht ziehen.

Die Homöopathie könne solche Fälle elegant lösen, betont Studer gleichzeitig. Sie ersetze aber weder eine gute Betreuung und ausreichende Wasserversorgung noch den Beizug einer Fachperson oder des Tierarztes, wenn die Symptome nicht innert eines Tages besser werden und nicht nach zwei bis drei Tagen abklingen. Bei einem Befall mehrerer Kühe rät sie grundsätzlich, immer den Tierarzt beizuziehen. Das dürfe man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Homöopathische Mittel im Überblick

Akut, bei bestehenden Symptomen: Aktuell empfiehlt Nicole Studer in erster Linie Podophyllum und Sulfur – sie zeigten sich diesen Sommer bei den Durchfällen am zuverlässigsten. Je nach Verlauf und Symptomatik kommen ergänzend Veratrum (bei sehr grossen Kotmengen auf einmal), China (als Zwischengabe oder in der Erholungsphase) sowie Urtica urens (bei starkem Milchrückgang) infrage.

Vorbeugend, bei Verdacht auf Erreger im Umfeld: Wer vermutet, dass der Erreger in der Nähe oder bereits im eigenen Stall zirkuliert, kann bei noch symptomfreien Kühen vorbeugend Arsenicum album C200 geben, zweimal wöchentlich.

Die Angaben ersetzen keine tierärztliche Beurteilung – insbesondere wenn mehrere Tiere gleichzeitig erkranken oder sich der Zustand eines Tieres nicht innert ein bis zwei Tagen bessert.

Was Betroffene jetzt tun können

Auch nach dem Abklingen der Symptome wachsam bleiben: Husten oder Atemprobleme in den Tagen danach können auf eine bakterielle Lungenentzündung als Folgeerkrankung hindeuten.

Wasser zuerst: genügend, sauberes und ausreichend kühles Wasser sicherstellen – Austrocknung ist bei Hitze und Durchfall die grösste Gefahr.

Beobachten, nicht abwarten: Bessert sich der Zustand eines Tieres nicht innert 24 Stunden oder klingen die Symptome nicht nach zwei bis drei Tagen ab, gehört der Fall in tierärztliche Hände.

Bei mehreren betroffenen Tieren immer den Tierarzt beiziehen – auch ohne Fieber, auch ohne Meldepflicht.

Tankmilch im Auge behalten: Erhöhte Zellzahlen können auf einen Ausbruch in der Herde hinweisen, noch bevor einzelne Tiere auffällig krank wirken.

Frida hat sich nach drei Tagen langsam erholt. Ihr Fieber (mit Vetoprofen behandelt) war bereits nach wenigen Stunden weg, der Durchfall nach je einer Gabe der homöopathischen Mittel Sulfur und Podophyllum, abgeklungen. Nur die 25 Liter vom Anfang gibt sie noch nicht wieder. Wie viele der Kühe, die dieser Sommer bislang getroffen hat, dürfte sie einige Tage brauchen, bis sie ihr altes Niveau wieder erreicht. Und die Frage, ob es tatsächlich das Virus ist, das diesen Sommer in die Ställe trägt, oder «nur» die Hitze selbst, die die Tiere an ihre Grenzen bringt, bleibt vorerst offen.

Die BauernZeitung bleibt am Thema dran. Haben auch Sie Durchfallprobleme im Stall? Dann melden Sie sich bei uns per Mail: redaktion@bauernzeitung.ch.

Weiterlesen