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Wenn sich Krankheiten vom Tier auf den Menschen übertragen: diese Punkte sollte man beachten

Lästiger Juckreiz und Magendarmbeschwerden sind die häufigsten Auswirkungen bei Ansteckungen im Stall. Das können Sie bei Infektionen mit Rinderflechte, Q-Fieber und Kälberdurchfall tun.

Im täglichen Kontakt mit Nutztieren, seien dies Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferde, ist man immer wieder mit Krankheiten konfrontiert. Einige davon können auch auf Menschen übergreifen, sogenannte Zoonosen. Am bekanntesten ist hier wahrscheinlich die Rinderflechte. Weniger bekannt ist, dass sich auch Menschen mit gewissen Erregern des Kälberdurchfalls (Kryptosporidien) anstecken können.

Aber keine Panik, eine Ansteckung ist eher selten und kann meist mit einfachen Mitteln verhindert werden. Wer den simplen Tipp «Hände gründlich waschen» regelmässig beherzigt, ist schon mal auf der sicheren Seite.

Für gesunde Menschen mit einem funktionierenden Immunsystem besteht in aller Regel keine Gefahr. Besonders aufmerksam sollten jedoch schwangere Frauen sein, hier kann eine Infektion ernsthafte Folgen haben. Gerade wenn es im Stall zu einem Abort kommt, sollten sich schwangere Frauen der Risiken bewusst sein, die eine Ansteckung mit sich ziehen kann.

Risiken durch verabreichte Medikamente

Hormonspritzen, häufig Prostaglandine, werden im Stall oft eingesetzt, um den Brunstzyklus zu synchronisieren oder um Fruchtbarkeitsstörungen und Zysten bei der Kuh zu behandeln. Bei unvorsichtiger Handhabung können Prostaglandine bei schwangeren Frauen schon in geringen Mengen starke Kontraktionen bis zum Abort auslösen. Sie werden gut durch die Haut aufgenommen, daher ist Vorsicht geboten.

Die häufigsten Krankheiten, die auf Menschen übergreifen können

Flechten (Trichophyton verrucosum): Eine Hauterkrankung, die durch Pilze hervorgerufen wird. Bei Rindern kann sie sehr hartnäckig sein. Häufig wird sie im Stall durch Kratzbürsten weitergeschleppt und kann so auf den ganzen Bestand übergreifen. Für Rinder gibt es eine Impfung. Im täglichen Kontakt mit befallenen Tieren kann sie auch auf den Menschen übergreifen. Meist reicht zur Heilung eine Behandlung mit einer antimykotischen Salbe.

Kälberdurchfall: Kryptosporidien sind sehr häufig und führen vor allem bei Kälbern zu Durchfall mit gelblich-grünlichem Kot. Dieser Durchfall betrifft rund die Hälfte der Durchfallerkrankungen und führt zu erheblichen Wachstumseinbussen. Mit einer rechtzeitigen Behandlung und guter Pflege genesen die Tiere mehrheitlich. Von Kryptosporidien können auch Lämmer, Ferkel und Ziegen betroffen werden. Eine Ansteckung erfolgt via Tier, kann aber auch durch verunreinigtes Wasser oder Futter passieren. Der Parasit wird mit dem Kot in hohem Masse ausgeschieden. Erkrankungen bei Menschen heilen in der Regel mit unterstützender Therapie gut ab. Wichtig ist hier eine gute Stall- und Tränkehygiene zur Vorbeugung. Neu ist auch eine Mutterschutzimpfung zugelassen.

Chlamydieninfektionen: Diese sind vor allem bei kleinen Wiederkäuern, wie beispielsweise Schafen, ein grosses Thema. Sie führen häufig in der zweiten Trächtigkeitshälfte zu Aborten, oder zu sehr lebensschwachen Lämmern. Die Bakterien können sich vor allem im Abortmaterial, aber auch im Futter, in der Einstreu oder im Wasser befinden. Gegen Chlamydien kann geimpft werden. Gerade für schwangere Frauen bedeutet der Kontakt zu Tieren, die verwerfen, ein hohes Risiko.

Campylobacteriose: Kann vor allem in Geflügelbetrieben vorkommen. Es ist eine bakterielle Darminfektion und gehört zu den häufigsten gemeldeten Durchfallerkrankungen. Die Ansteckung erfolgt über Kot, verunreinigtes Wasser oder infizierte Tiere. Häufig kann eine ungenügende Küchenhygiene verantwortlich für eine Infektion sein.

Q-Fieber (Coxiella burnetii): Kann Aborte bei Rindern und anderen Wiederkäuern verursachen. Betriebe, in denen es in den letzten vier Monaten mehrere Aborte gab, werden auf Q-Fieber getestet. Laut Bundesamt für Statistik sind die Zahlen seit einigen Jahren steigend, was aber auch mit der verbesserten Untersuchungsmethodik einen Zusammenhang haben kann. Auch hier besteht insbesondere für schwangere Frauen das Risiko für Aborte.

Räude, Haarlinge und Milben: Sie können zwar Menschen befallen, sterben aber meist nach ein paar Tagen ab, weil sie sich mit Menschenblut nicht fortpflanzen können. Sie können zu einem lästigen Juckreiz führen, der aber meist ohne Behandlung aufhört.

Wenn sich Krankheiten vom Tier auf den Menschen übertragen: diese Punkte sollte man beachten
Schwangere Frauen sollten nicht bei abortierenden Tieren arbeiten.

Verhindern von Infektionen

Um eine Ansteckung zu verhindern, rät Michèle Bodmer, Tierärztin am Tierspital Bern, die Hygieneregeln konsequent anzuwenden:

  • gründliches Händewaschen
  • Prävention vor Krankheiten bei den Tieren ist auch für Menschen der beste Schutz
  • Impfungen sinnvoll einsetzen
  • Immer Handschuhe tragen beim Umgang mit Abortmaterial
  • Gebrauchte Überkleider nicht im Wohnbereich tragen
  • Beim Kleiderwechsel gehört immer Händewaschen mit Seife dazu
  • Schwangere Frauen sollten nicht mit abortierenden Tieren arbeiten
  • Keine Personen mit schwachem Immunsystem zu erkrankten Tieren lassen

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