Seit 29 Jahren gibt es den Rassenclub Swiss Limousin. Die Fleischrasse Limousin ist für den Schweizer Rindviehbestand von enormer Bedeutung, denn mit keiner anderen Fleischrasse werden so viele Gebrauchskreuzungen beim Milchvieh durchgeführt wie mit Limousin. 

Um den Zuchtfortschritt dieser Rasse bekannt zu machen, fand am Wochenende vom 11./12. April 2026 die zweite Expo statt. Präsident des Organisationskomitees war Franz Burri aus Dagmersellen LU. Angemeldet waren 180 Limousin-Tiere aus 32 Betrieben.

Vier Rinder und drei Jungstiere versteigert

Das Festprogramm war gespickt mit insgesamt 15 Wettbewerben. Den Wettbewerb Top-Genomik gewann die Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder aus Avenches VD mit ihren Stieren Minders Wictor, Minders Simon (2. Platz) und Minders Wadi (3. Platz). Am Samstag fand eine Limousin-Elite-Auktion statt, bei der drei vielversprechende Jungstiere und vier Rinder versteigert wurden.

Unter Auktionar Urs Jaquemet erzielte der hornlose Stier Galliker’s Kateo von Besitzer und Züchter Fabian Galliker aus Gunzwil LU 9800 Franken. Für das Rind Minders Wilma von Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder aus Avenches VD, erfolgte der Zuschlag bei 7100 Franken.

Nussbaums haben die wirtschaftlichste Kuh

Am Sonntag ging es zur Wahl der wirtschaftlichsten Kuh. Richter Stefan Hodel wählte die Kuh Jele, gezüchtet von Franz-Xaver Nussbaum in Finstersee ZG. Besitzer ist Stefan Staub, Finstersee ZG.

Hodel lobte die Bemuskelung, das ideale Becken und das perfekte Fundament mit stabilen Fesseln. Dazu habe sie ein wüchsiges Kuhkalb. Dieses Kalb habe in einer engen Entscheidung den Ausschlag gegeben vor der Konkurrentin Burri’s Urbina von Burri’s Limousin, Dagmersellen LU. 

Urbina sei jedoch in Details besser als die drittplatzierte WMK Safira von Jonas Meyer, Kirchlindach BE.

Céline Haas hat den Mister Hornlos

Hornlosigkeit wird immer wichtiger, betont Swiss-Limousin-Präsident Roman Strupler aus Weinfelden TG. Aktuell würden bereits ein Drittel der Limousinstiere die Hornlosigkeit vererben.

Zum Mister Hornlos wurde der anderthalbjährige Stier Oberhof’s Nepomuk von Céline Haas aus Ohmstal LU gewählt. Er sei Topstier des Typs mixte-viande, mit sehr viel Fleisch auf Keule, Rücken und Schulter. Und habe dennoch ein feines Fundament, kommentierte der Richter Vincent Dumont.

Zweiter wurde Galliker’s Espresso, gezüchtet von Josef Galliker, im Besitz von Fabian Galliker, Gunzwil LU. Dieser vierjährige, lange Stier sei im Fundament etwas weniger gut, als das Siegertier.

Zum drittbesten Stier in der Kategorie bestimmte Dumont den siebenjährigen Burri’s Warinko.

Die Miss Hornlos gehört Burris

Der Richter Vincent Dumont wählte Burri’s Colett von Burri’s Limousin, Dagmersellen LU zur «Miss hornlos». Die vierjährige Colett zeige viel Bemuskelung, viel Feinheit und einen idealen Bewegungsablauf. 

Zweite wurde der Absetzer Galliker’s Keira von Fabian Galliker, Gunzwil LU. Auf den dritten Rang stellte Dumont die Kuh Obermoos Bavaria, gezüchtet und im Besitz von Beatrice und Stefan Bütler-Amhof aus Hämikon LU.

Mister und Miss Expo 2026 wurden Durian Annen-Lm und Minders Rafaëla

Richter Dumont erkor den Stier Durian Annen-Lm, von Züchter und Besitzer Marcel Annen, Alikon AG zum Mister Expo. Er habe einen langen Rücken und ein langes Becken, viel Muskeln, und sei trotzdem ein harmonischer Stier, betonte er. 

Vize-Mister wurde Minders Simon von der Ferme du Bey Sàrl. Ein wenig gestraft wurde er für sein Gangwerk. Dritter wurde WMK Vico von Jonas Meyer aus Kirchlindach BE. Miss Expo 2026 wurde die fünfjährige Kuh Minders Rafaëla von der Ferme du Bey Sàrl, Elevage Minder aus Avenches VD. 

Vincent Dumont lobte Rafaëla für viel Breite, viel Beckenöffnung, gute Bemuskelung und das tolle Kalb. Vize-Miss wurde Jele, die mehrere Preise gewann. Züchter ist Franz-Xaver Nussbaum, sie  ist im Besitz von Stefan Staub, Finstersee ZG. Dritte wurde Burri’s Colett.

Betriebscup geht an Fabian Galliker

Rund 300 Gäste, darunter rund 100 aus dem Ausland, verfolgten gespannt die Wahl zum Betriebscup 2026. Es gewann Fabian Galliker aus Gunzwil LU. Richter Vincent Dumont lobte die Harmonie der aufgeführten Tiere. 

Den Ausschlag hätten die sehr weiten und offenen Becken und die Feinheit der Knochen gegeben. Zweiter wurde der Betrieb Minder aus Avenches. Dritter wurde der Zuchtbetrieb Burri.